Champions League

Mindestens Wahnsinn! Bayern München demütigt Barcelona im Champions-League-Viertelfinal mit 8:2

Robert Lewandowski will in den Halbfinal.

Robert Lewandowski will in den Halbfinal.

Was für ein Abend! Bayern München zeigt überragenden Überfall-Fussball. Barcelona zerfällt dramatisch, wie zuletzt immer in der Champions League. Erinnerungen an den WM-Halbfinal 2014 wurden wach. Die Bayern sind nun erster Anwärter auf den Titel.

Es gibt Momente im Leben, da bleibt einem nur das Staunen. Und man fragt sich: Ist das wahr, was ich gerade gesehen habe?

So ein Spiel war das gestern zwischen Bayern München und  Barcelona. Am Ende steht es 8:2 für die Bayern, ein Resultat, das noch nicht einmal den gesamten Wahnsinn wiedergibt, der sich in diesem Champions-League-­Viertelfinal im leeren Stadion von Lissabon zugetragen hat.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, worüber man mehr staunen möchte: Über den atemberaubenden Überfall-­Fussball der Bayern? Oder doch über den dramatischen Zerfall dieser Barça-Equipe?

Der Respekt gebührt den Siegern. Und vielleicht ist es der Moment, um an den 2. November 2019 zurückzudenken. 1:5 verloren die Bayern damals in Frankfurt. Es war eine Mannschaft am Werk, die selbst so sehr vom Zerfall bedroht war, wie es nun Barcelona widerfahren ist. Am Tag darauf entliessen die Bayern-Bosse Niko Kovac als Trainer. Es übernahm Hansi Flick, und was seither geschah, ist wundersam. In München ist wieder eine Einheit entstanden, die unaufhaltsam rollt. Zuerst zum Meistertitel in Deutschland. Und jetzt auch durch Europa. Das Spiel gestern war der 18. Sieg in Serie in Champions League, Bundesliga und DFB-Pokal.

Erinnerungen an den WM-Halbfinal 2014

Flick hat eine Mannschaft konstruiert, die quasi funktioniert. Eine Mannschaft, die jetzt  ohne Frage erster Anwärter auf den Titel in der diesjährigen ­Corona-Königsklasse ist. Es ist schwierig, im grossartigen Bayern-Kollektiv einzelne Spieler herauszupicken. Und es scheint, als wären die Bayern längst nicht mehr von Robert Lewandowski abhängig. Das zeigten sie gestern eindrücklich.

Der Abend erinnerte mit jeder Minute mehr an den WM-Halbfinal 2014, an dieses 7:1 zwischen Deutschland und Brasilien. Mit dem Unterschied vielleicht, dass gestern in den ersten 20 Minuten tatsächlich eine Partie auf Augenhöhe gespielt wurde. Mit ein bisschen Glück hätte Barcelona durchaus 2:1 in Führung gehen können. Auch wenn das am Ende natürlich absurd tönt.

Ja, dieses Barcelona, dieses ehemalige Weltklasse-Team. Es  war ein Jammer, diesen Zerfall zu beobachten. Die Hilflosigkeit, mit der sich die Einzelspieler in ihr Schicksal ergaben. In manchen Momenten wirkte es, als würde der Untergang die Stars nicht einmal kümmern. Kein Wille, kein Stolz, einfach nichts. Und so endet die Königsklasse für Barcelona so, wie das zuletzt immer wieder der Fall war: Mit einer dramatischen Schlappe. 2018 war es ein 0:3 im Rückspiel in Rom, 2019 ein 0:4 im Halbfinal in Liverpool.

Das alles braucht die Bayern nicht zu kümmern. Sie dürfen am Samstag entspannt vor dem TV verfolgen, wer ihr Gegner im Halbfinal ist. Entweder Pep ­Guardiolas Manchester City oder das Überraschungsteam aus Lyon.

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Die Partie im Liveticker:

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