Motorrad
Grosse Unsicherheit bei Dominique Aegerter vor der Moto2-Saison

Die «Flitterwochen» der motorisierten Zwangsehe sind verregnete worden. Tom Lüthi und Dominique Aegerter fahren diese Saison zusammen im gleichen Team.

Klaus Zaugg
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Die Schweizer Moto 2-Rennfahrer (von links): Randy Krummenacher (JIR Moto2), Dominique Aegerter (Technomag Racing Interwetten), Jesko Raffin (Emwe SAG Team), Thomas Luethi (Derendinger Racing Interwetten), Robin Muhlhauser (Technomag Racing Interwetten).

Die Schweizer Moto 2-Rennfahrer (von links): Randy Krummenacher (JIR Moto2), Dominique Aegerter (Technomag Racing Interwetten), Jesko Raffin (Emwe SAG Team), Thomas Luethi (Derendinger Racing Interwetten), Robin Muhlhauser (Technomag Racing Interwetten).

KEYSTONE

Rund 2000 Testkilometer waren an 16 Testtagen geplant. Die beiden Schweizer sind die einzigen Sieganwärter in der Moto 2-WM, die einen Markenwechsel vorgenommen haben. Motoren und Reifen sind für alle gleich, es geht nur um die Fahrwerke. Also bloss um Details. Aber diese Details entscheiden bei der Abstimmung der Maschinen. Lüthi wie Aegerter sind zum Schluss gekommen, dass diese Abstimmung mit der deutschen Kalex einfacher ist als mit der helvetischen Suter. Deshalb der Wechsel.

«Ich weiss nicht, wo ich stehe»

Schnee, Kälte, Wind und Regen haben das Testprogramm verdorben. Die Unsicherheit ist gross. Wo stehen die beiden Schweizer im Vergleich zur Konkurrenz? Wer ist die Nummer 1 im Team?

Lüthi steht vor seiner 13. WM-Saison. Er hat reichlich Erfahrung mit kritischen Situationen. Er sagt: «Wenigstens hatte ich jedes Mal ein gutes Gefühl auf der Maschine.» Aegerter hat auch schon acht WM-Saisons hinter sich. Aber im Vergleich zum 28-jährigen Lüthi ist der 24-Jährige fast ein Neuling. Im Sommer feierte er seinen ersten GP-Sieg. Die Unsicherheit und die hohen Erwartungen beschäftigen ihn. «Ich weiss nicht, wo ich stehe. Ich spüre es, dass in meinem Umfeld mehr erwartet wird. Ich setze mich ja selbst unter Druck und versuche alles, um besser zu werden. Aber es ist schon eine neue Art von Druck.» Bereits vor der Saison ist Lüthi die heimliche Nummer 1 im Team.

Tom-Problem gelöst

Beide Fahrer haben ihre eigenen Cheftechniker und Mechaniker. Aber sie leben unter einem Dach, Ausreden gibt es keine mehr: Gleiches Material und gleiche Voraussetzungen für beide. Sie teilen zwar nicht das Bett, aber den Tisch. Immerhin glaubt Aegerter, dass diese Nähe kein Problem sein sollte: «Als ich erfuhr, dass Tom mein Teamkollege wird, dachte ich, das kann nie funktionieren. Inzwischen haben wir viel Zeit miteinander verbracht. Nun kann ich sagen: Das Tom-Problem ist gelöst.»

Aber die Testalltage waren nur die Flitterwochen der Zwangspartnerschaft. Der Alltag beginnt mit dem ersten Rennen nächsten Sonntag beim GP von Katar. Erstmals gibt es Sieger und Verlierer . Anders als in einer richtigen Ehe sind fortan nicht mehr beide Partner glücklich. Teamchef Fred Corminbœuf weiss, was er im Falle von Spannungen tun wird. «Ich werde mit der Faust auf den Tisch zu hauen.» Die Frage ist nur, ob er dann ernst genommen wird.

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