Champions League

Mutige Basler schlecht belohnt: PSG bezwingt Basel mit 3:0

Am dritten Spieltag der Champions League gastiert der FC Basel im Prinzenpark zu Paris. Die Fischer-Elf, angereist als krasser Aussenseiter, zeigt eine ansprechenden Auftritt, verliert aber trotzdem mit 0:3.

Basel taucht gegen PSG mit 0:3 – und doch ist alles anders als in London. Gegen Arsenal wurde der Schweizer Meister phasenweise an die Wand gespielt, in Paris dagegen begegnen die Basler den Gastgebern auf Augenhöhe. Während sie in London Glück hatten, dass sie nicht vier oder gar fünf Gegentore kassierten, beklagten sie gestern Pech, dass nicht wenigstens einer von drei Holztreffern den Weg ins Tor fand. Ein wundersamer Wandel.

Der Reihe nach: Das Spiel beginnt mit einer Überraschung. Mit Pfiffen gegen den FCB. Schon beim Einlaufen kurz nach 20 Uhr in den Parc des Princes. Pfiffe in Paris? Im Stadion, in dem es sonst fast so still ist wie bei der Sonntagsmesse in der Kirche? Ja, denn am 1. Oktober durften die Ultras von Paris St-Germain erstmals seit sechs Jahren wieder an ein Spiel. 2010 trat der «Leproux-Plan» in Kraft. Benannt nach dem früheren PSG-Präsidenten Robin Leproux. Eine Reaktion auf Gewaltexzesse in und ums Stadion. Ein Fan starb – es war der traurige Tiefpunkt. Danach wurden die Ultras verbannt, die Ticketpreise erhöht. Die Gewalt nahm rapide ab, genauso wie die Stimmung.

Ein bissiger FCB

Das scheint Vergangenheit. Ultras und Klub kommen sich wieder näher. Die Atmosphäre gestern richtig gut. Der Stadion-Speaker ruft: «Ici c’est...» Und die Fans antworten: «... Paris!» Gänsehaut. Doch lange Zeit feiern die PSG-Ultras vor allem sich selbst. Denn Basel ist im Vergleich zur Londoner Lehrstunde wie verwandelt. Auf dem Papier setzt Urs Fischer auf sein bewährtes

4-2-3-1. Doch in der Defensiv-Bewegung spielen die Basler wahlweise mit fünf, teils sogar mit sechs Verteidigern. Edinson Cavani, einer der gefährlichsten Angreifer Europas, sieht man kaum.

Anders der FCB. Aufsässig, engagiert und hoch konzentriert. In der 5. Minute köpfelt Lang einen Delgado-Eckball an die Latte. Fünf Minuten später lanciert Doumbia Steffen mit einem Pass in die Schnittstelle. Areola pariert, Doumbia haut den Nachschuss übers Tor. Erst nach rund einer halben Stunde kommt PSG erstmals gefährlich vor Vaclik. Rabiot prüft den Tschechen mit einem Distanzschuss, Di Maria setzt einen Volley ganz knapp neben das Tor. Dann ist wieder der FCB an der Reihe: Delgado flankt, Doumbia mit dem Kopf – Latte!

Chancen über Chancen – und dann eine Unaufmerksamtkeit: Rabiot auf Matuidi, der Franzose flankt, Cavani kommt nicht richtig zum Ball, doch Di Maria netzt eiskalt zum 1:0 für PSG ein. Der Prinzenpark tobt. Jetzt könnte Basel die Unterstützung der eigenen Fans gebrauchen. Doch diese entschieden sich zum Boykott, als die St.-Germain-Führung zwölf Tage vor dem Spiel beschloss nur 800 statt 2200 Gästefans wie gegen Arsenal zuzulassen.

Der FCB lässt sich nicht einschüchtern, spielt auch in der zweiten Hälfte mit Mut und Überzeugung. Es liegt etwas in der Luft in Paris. Das Spiel ist auf der Kippe, PSG alles andere als zwingend. Dann bringt Fischer Sporar für Doumbia. Neue Kraft für die Offensive. Basel will hier etwas reissen. Doch dann legt Suchy Lucas einen Ball pfannenfertig auf den Fuss – 2:0 (62.).

Kaum angespielt hat der Tscheche die Gelegenheit, den Fehler wiedergutzumachen. Doch er köpfelt an den Pfosten (65.). Nach Zuffi für Delgado bringt Fischer in der 78. Minute Janko für Serey Die, stellt auf 4-4-2 um. Basel hat noch nicht aufgegeben. Trotzdem bleibt dem FCB das Tor verwehrt. Es kommt sogar noch bitterer: In der Nachspielzeit erhöht Tormaschine Cavani auf 3:0 für PSG. Ein kleiner Trost für eine ansprechende Leistung: Trotz der Pleite rückt Basel auf Rang 3 vor. Denn Ludogorets kassiert in London eine 0:6-Schlappe.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Matchtracker: PSG - FC Basel

PSG - FCB Ticker

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