Mit einem Sieg ins WM-Jahr

Nach dem Test-Länderspiel gegen Griechenland: der 1:0-Sieg und drei Lehren daraus

Die Schweiz besiegt im ersten WM-Testspiel Griechenland mit 1:0. Erkenntnisse nach einem soliden Auftritt.

Das Spiel

Knapp eine Stunde dauert es bis zum Höhepunkt der Partie. Haris Seferovic flankt zur Mitte, Blerim Dzemaili setzt zum akrobatischen Abschluss an – und wird mit einem wunderbaren Treffer für den Mut belohnt. Es ist das 1:0 und bleibt das einzige Tor des Abends.

Griechenland hat seine besten Momente zu Beginn des Spiels, und kommt nach einem Fehler von Embolo zur ersten grossen Chance. Glück für Yann Sommer, dass der Ball knapp neben das Tor geht. Er wäre geschlagen gewesen. Der Schweizer Torhüter muss aber nicht ein einziges Mal ernsthaft eingreifen in den 90 Minuten. Denn je länger die Partie dauert, desto besser bekommen sie seine Teamkollegen in den Griff.

Noch vor der Pause trifft Embolo den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel wird die Überlegenheit der Schweizer deutlicher. Nach Dzemailis Tor kommt es zu den vielen obligaten Wechseln. Von den Neuen können sich Gavranovic und Zuber einige Male in Szene setzen. Ein weiteres Tor fällt nicht. Aber auch der Schweizer Sieg gerät nie in Gefahr.

1 Manuel Akanji nähert sich einem WM-Startplatz

Der Profiteur der vergangenen Monate in der Schweizer Abwehr heisst eindeutig Manuel Akanji. Er zeigt in Athen abermals eine starke Leistung. Gewinnt fast jeden Zweikampf. Behält jederzeit die Ruhe. Kurbelt das Schweizer Spiel clever an. Nach seinem Wechsel von Basel zu Borussia Dortmund ist er der derzeit der stabilste Schweizer Innenverteidiger. Nicht nur, weil er am meisten Spielzeit im Verein erhält. Er harmoniert gegen Griechenland gut mit Fabian Schär. Diese Kombination sollte künftig öfters zu sehen sein.

2 Blerim Dzemaili profitiert vom Wechsel in die Serie A

Die gute Nachricht für Blerim Dzemaili: Egal, was passiert, er geniesst das Vertrauen von Nationaltrainer Petkovic. Das ist nicht selbstverständlich. Hat sich doch Dzemaili in seiner Nati-Karriere vor Petkovic stets mit einer Reservistenrolle begnügen müssen. Nun ist er gesetzt.

Petkovic hält auch dann an ihm fest, wenn er in Kanada spielt und ihm fast nichts mehr gelingt. Wie in Portugal oder in der Barrage. Doch nun ist Dzemaili zurück in der Serie A bei Bologna – und scheint neues Selbstvertrauen geschöpft zu haben. Ein schönes Tor. Mehrere gute Aktionen. So ist er eine Hilfe. Und lässt erahnen, dass er an guten Tagen den häufig vermissten offensiven Spielmacher geben kann.

3 Breel Embolo gehört in den Sturm – nicht auf die Seite

In Abwesenheit von Xherdan Shaqiri nimmt Breel Embolo dessen Position auf der rechten Seite ein. Die Idee ist gut. Aber Embolo ist ganz vorne besser aufgehoben. Er ist mit seiner physischen Präsenz Gold wert im Strafraum. Seine Tempoverschärfungen sind für fast jede Abwehr ein Problem. Aber er ist zu wenig flink, um von der Seite Gefahr zu entwickeln.

Die Frage ist auch, wie es mit Haris Seferovic weitergeht. Dieser hat nicht bewiesen, jener Klasse-Stürmer zu sein, den die Schweiz benötigt für einen Exploit. Embolo könnte es sein. Doch vorerst kommt auch für ihn die Zeit der Bewährung im Klub bei Schalke 04.

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