Fussball

Nati-Captain Lichtsteiner zu seinem Rücktritt: «Natürlich ist es bitter, die Karriere nicht mit der EM abzuschliessen»

Der erfolgreichste Schweizer Fussballer verlässt die Bühne

Der erfolgreichste Schweizer Fussballer verlässt die Bühne.

Der langjährige Nati-Captain Stephan Lichtsteiner tritt im Rahmen seiner eigenen Medienkonferenz zurück. Im Gespräch begründet er warum.

Wann haben Sie sich entschieden, die Karriere in diesem Sommer zu beenden?

Als Fussballer weisst du, dass du nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hast. Es war mir schon lange klar, dass dies mein letztes Jahr sein wird. Eigentlich hätte ich unbedingt noch die Europameisterschaft spielen wollen, das hat wegen Covid nun aber nicht funktioniert. Das schwerste war für mich schliesslich, dass die Familie bei meinem letzten Spiel nicht dabei sein konnte.

Haben Sie sich länger Gedanken gemacht über den Rücktritt, weil die EM 2020 um ein Jahr verschoben werden musste?

Ich habe mir schon nochmals Gedanken gemacht. Für mich war aber klar, dass ein möglicher Wechsel in die Schweiz hätte stattfinden sollen, weil meine Familie schon hier ist. Schliesslich blieb ich aber bei meinem ursprünglich gefällten Entscheid.

Stephan Lichtsteiner gibt an einer Medienkonferenz in Bern seinen Rücktritt bekannt.

Stephan Lichtsteiner gibt an einer Medienkonferenz in Bern seinen Rücktritt bekannt.

Sie sind der erste Nationalspieler, der auf diese Art und Weise eine Karriere beendet. Was bedeutet dies Ihnen?

Es war für mich sehr wichtig, die Karriere gut beenden zu können. Darum habe ich mich früh auch vom Schweizerischen Fussballverband beraten lassen. Es ist ein schöner Moment, auf lockere Art und Weise noch zu einer Pressekonferenz zu laden. Viele Journalisten haben mich lange verfolgt, es ist schön sie nun wieder zu sehen. Und es ist für mich so ein schöner Moment meinen Abschied bekannt geben zu dürfen.

Welche Bilder erscheinen Ihnen vor dem inneren Auge, wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken?

Sich nur auf zwei, drei Bilder zu beschränken, ist schwierig. Da erscheinen mir sicher auch die verschiedenen Endrunden mit der Schweizer Nationalmannschaft oder die erfolgreiche Zeit mit Juventus Turin. Für mich war die Qualifikation für die EM 2020 nochmals sehr wichtig. Ich habe mich nach dem Wechsel zu Augsburg wieder ins Team reinkämpfen können. Das hat mich stolz gemacht.

Die Karriere von Stephan Lichtsteiner in Bildern:

Sie hatten Ihre erfolgreichste Zeit bei Juventus Turin. Danach waren ihre beiden Jahre bei Arsenal und Augsburg weniger von Erfolg gekrönt. Wie blicken Sie auf diese Jahre zurück?

Der Entscheid, mit 34 Jahren nochmals zu Arsenal zu gehen, war ein gewagter Entscheid. Mein Ziel war es, die Europa League zu gewinnen und in die Top Vier zu kommen. Beides haben wir knapp verpasst. Es war trotzdem eine sehr gute Erfahrung. Und nach Augsburg in die Bundesliga zu wechseln, war nochmals eine grosse Herausforderung. Dadurch wollte ich auch mich nochmals für das Nationalteam aufdrängen. Der Plan wäre fast aufgegangen bis Covid kam.

Wie schlimm ist es, dass Sie Ihre Karriere nicht mit einer Endrunde abschliessen konnten?

Natürlich wäre es perfekt gewesen, mit der Europameisterschaft abzuschliessen. Das hat aber nicht geklappt, das muss man akzeptieren.

Wie sieht nun Ihre Zukunft aus?

Ich plane nun zweigleisig. Auf der einen Seite mache ich die Trainerdiplome, auf der anderen Seite schaue ich in die Wirtschaft hinein. Ich möchte mir Zeit nehmen, um herauszufinden, wo mein Weg hinführt.

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