Pilotprojekt
Nach fast zwei Jahren: Erstes Kranzfest seit Corona findet definitiv in Lenzburg statt

Endlich wieder Schwingen: Das Aargauer Kantonale in Lenzburg übernimmt die Pionierrolle und veranstaltet am 6. Juni das erste Kranzfest mit Spitzenschwingern seit 21 Monaten. Und erst noch mit Zuschauern. Möglich macht es eine Bewilligung als Pilotprojekt.

Martin Probst
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Am Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug trafen die besten Schwinger letztmals zusammen, hier Nick Alpiger (l.) und Samuel Giger.

Am Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug trafen die besten Schwinger letztmals zusammen, hier Nick Alpiger (l.) und Samuel Giger.

Foto: Andy Mettler

642 Tage sind vergangen, seit die besten Schwinger des Landes letztmals an einem Kranzfest ins Sägemehl stiegen. Am 25. August 2019 wurde Christian Stucki am Eidgenössischen in Zug König. Danach kam Corona.

Nun endet eine lange Wartezeit. Am 6. Juni greifen die Bösen endlich wieder zusammen. Das Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg hat vom Kanton Aargau die Bewilligung als Pilotprojekt erhalten. Das bestätigt OK-Präsident Erich Renfer gegenüber dieser Zeitung. «Ich bin einfach froh, dass wir schwingen können», sagt Renfer nach einer langen Phase der Ungewissheit. Während rundherum Feste vorsorglich abgesagt wurden, glaubten Renfer und sein Team immer an eine Durchführung des Festes.

Einlass nur mit negativem Test oder Impfnachweis

Nun drängt die Zeit: Zwar blieb man in Lenzburg immer optimistisch, allerdings wurde die Planung vorsichtig vorangetrieben. Insgesamt 600 Personen dürfen auf das Gelände, so sieht es die Bewilligung vor. Abzüglich der Schwinger und sonstigen Beteiligten dürfte es möglich sein, rund 400 Zuschauer zu empfangen. Allerdings unter strengen Auflagen.

So müssen alle Personen, die auf das Gelände wollen, ein negatives PCR-Corona-Testergebnis (nicht älter als 48 Stunden) oder einen Impfnachweis präsentieren. «Wir bieten zwar Schnelltests vor Ort an. Wenn aber fast 400 Personen erst beim Eingang einen Test machen wollen, kann man sich selber vorstellen, wie lange Wartezeiten das ergeben würde», sagt Renfer.

Freude ist auch beim Eidgenössischen Verband gross

Weil lange unklar war, wann wieder Schwingfeste möglich sind und der Eidgenössische Verband den Veranstaltern darum empfahl, ohne Zuschauer zu planen, reicht die Zeit nicht mehr, um eine Tribüne aufzustellen. Die Zuschauer, Tickets kommen keine in den Verkauf, werden das Geschehen auf den Plätzen nahe am Sägemehl verfolgen können. Immer unter Einhaltung des bewilligten Schutzkonzepts.

Die Freude über die Premiere ist auch bei Stefan Strebel, dem Technischen Leiter im Eidgenössischen Verband, gross. «Es ist eine Belohnung dafür, dass wir immer an einer Lösung für das Schwingen gearbeitet haben», sagt er. «Ich bin sehr glücklich, dass es nun losgeht und bald hoffentlich andere Feste folgen werden.» Dass das erste Kranzfest nach 93 Wochen im Aargau und damit in Strebels Heimatkanton stattfindet, freut ihn zusätzlich.

Für alle, die es kaum erwarten können, noch eine weitere gute Nachricht zum Schluss: Das Fest wird live auf Tele M1 übertragen. Es geht wieder los.

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