Playoff
Podiumsdiskussion zum geplanten Super-League-Modus mit Hüppi und Sutter: «Rückrunde würde zu Schnarch-Meisterschaft verkommen»

Am Mittwoch fand im Bierhof eine Podiumsdiskussion zum geplanten Super-League-Modus statt – mit Matthias Hüppi und Alain Sutter.

Alain Rutishauser Jetzt kommentieren
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Matthias Hüppi und Alain Sutter stellen sich den Fragen von James Wehrli (links).

Matthias Hüppi und Alain Sutter stellen sich den Fragen von James Wehrli (links).

Bild: Alain Rutishauser

Am Mittwochabend, drei Tage nach dem Cupfinal, steht der nächste Pflichttermin für Matthias Hüppi und Alain Sutter an, einmal mehr vor vollem Haus. Im St.Galler Vereinslokal Bierhof findet eine Podiumsdiskussion zum geplanten, neuen Modus in der Super League statt.

Konkret sollen die Super-League-Teams von zehn auf zwölf aufgestockt und ein Playoff-System eingeführt werden. Nach der Hälfte der Saison würde die Tabelle in zwei Teile geteilt, die jeweiligen Teams würden nochmals Hin- und Rückspiel gegeneinander spielen. Dass die Sache von Interesse ist, davon zeugt der volle Bierhof.

Szenen und Bilder, die niemals vergessen gehen

Nebst Sutter und Hüppi nehmen Ruben Schönenberger, Redaktor des lokalen Fussballmagazins «Senf» sowie Mämä Sykora, Chefredaktor des Schweizer Fussballmagazins «Zwölf» als Experten am Talk teil, moderiert wird er von James Wehrli. «Ich weiss nicht, in wie vielen Vereinen in der Schweiz drei Tage nach dem Cupfinal eine solche Veranstaltung möglich wäre», eröffnet Moderator Wehrli die Diskussion, was vom Publikum mit Applaus quittiert wird.

Wie es denn Matthias Hüppi gehe, drei Tage danach, will er wissen. «Es geht mir hervorragend», sagt Hüppi. Er sei sich sicher, dass er einige Bilder dieses Sonntags niemals vergessen werde, allen voran der grossartige Fanmarsch.

Aber auch andere Dinge, die er nicht mehr konkret ansprechen wolle, – er stellte sich nach Abpfiff vor eine Horde wild gewordener St.Galler Ultras – blieben ihm wohl ein Leben lang in Erinnerung. Sutter fügt an:

«Im Spitzensport braucht man die Eigenschaft, gewisse Ereignisse schnell zu verarbeiten und abzuschliessen.»

Denn bereits am Donnerstag stehe gegen die Grasshoppers ein enorm wichtiges Spiel an. Er sagt: «Es wäre schade, die unglaubliche Rückrunde, die wir gespielt haben, am Ende kaputt zu machen, in dem wir uns hängen lassen.» Nicht zuletzt, weil dies der letzte Eindruck bei Spielern, Trainer und Staff sei, der in die neue Saison übernommen würde.

Moderator James Wehrli erklärt den neuen Spielmodus.

Moderator James Wehrli erklärt den neuen Spielmodus.

Bild: Alain Rutishauser

Hüppi überzeugt, dass Liga aufgestockt wird

Dann leitet Wehrli über zum eigentlichen Thema: Dem neuen Modus. Hüppi sagt gleich zu Beginn, dass er überzeugt sei, dass die Zwölfer-Liga durchkommen werde. «Da kommt ein klarer Druck der Vereine aus der Challenge League, die das Potenzial einer Ligaerweiterung für sich sehen», sagt er.

Sutter fügt an, dass mit einer Aufstockung der Existenzdruck für kleinere Vereine prozentual etwas abnehme. «Aber schweizweit gibt es einfach zu wenige Vereine, die Challenge- oder Super League finanziell stemmen könnten.» Aus sportlicher Sicht bringe es aber gar nicht so viel, sich zu viele Gedanken über den neuen Modus zu machen. «Wichtiger ist für uns, sportlich das Beste daraus zu machen», sagt Sutter.

Sykora nimmt Bezug auf das Argument des Finanziellen: Er habe Verständnis, dass einige Vereine in der Challenge League die finanziellen Möglichkeiten sähen. «Wenn nun nochmals zwei Vereine wegfallen, mache ich mir ehrlich gesagt Sorgen um die Challenge League.» Denn: Am Mittwoch hat der FC Breitenrain verkündet, dass er aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg in die Challenge League verzichtet.

Hintere Teams spielen nur um «Goldene Ananas»

Hüppi schliesst an das Thema Finanzen an: Der neue Modus laufe Gefahr, in der Rückrunde zu einer «Schnarchsack»-Meisterschaft zu verkommen, besonders in der hinteren Hälfte der Tabelle. «Da spielt man um die berühmte goldene Ananas. Ob dann die Leute noch ins Stadion kommen, weiss ich nicht», sagt Hüppi. Und dies sei relevant für den FC St.Gallen. Denn weniger Zuschauer bedeuteten weniger Einnahmen für den Verein.

Schönenberger fügt an: «Die Liga funktioniert gut, wir haben den besten Zuschauerschnitt seit zehn Jahren. Und jetzt kommt die Idee, den Modus zu ändern.» Hüppi antwortet, dass er verstehe, wenn Leute die Playoffs den grössten Blödsinn fänden. «Aber dass ein Ruck durch die Liga geht und sich etwas verändert, da bin ich nicht per se dagegen», fügt er an.

Nach fast 90 Minuten wird die Diskussion von Moderator Wehrli beendet. Für Fragen aus dem Publikum, die eigentlich eingeplant gewesen wären, bleibt keine Zeit mehr. Der nächste Programmpunkt steht an: Europa-League-Final. Eintracht Frankfurt gegen Glasgow Rangers. Spielmodus: Playoff. Alles oder nichts.

Neben Hüppi und Sutter haben «Zwölf»-Chefredaktor Mämä Sykora und «Senf»-Redaktor Ruben Schönenberger an der Diskussion teilgenommen.

Neben Hüppi und Sutter haben «Zwölf»-Chefredaktor Mämä Sykora und «Senf»-Redaktor Ruben Schönenberger an der Diskussion teilgenommen.

Bild: Alain Rutishauser
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