Premier League
Vorentscheidung vertagt: Liverpool hält Titelrennen dank einem 2:2-Remis gegen Manchester City spannend

Liverpool ist bei Manchester City am Rande einer Niederlage, bleibt mit dem 2:2-Remis aber weiter im Titelrennen.

Raphael Gutzwiller
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Viel Spektakel und grosse Leidenschaft zwischen Liverpool und Manchester City.

Viel Spektakel und grosse Leidenschaft zwischen Liverpool und Manchester City.

Jon Super / AP

Es ist eine grossartige Performance von Manchester City in diesem Duell der vielleicht besten Mannschaften der Welt. «Wir haben sensationell gespielt», sagt Kevin de Bruyne. «Gegen diesen Gegner so zu gut spielen, ist eigentlich fast unmöglich», findet Pep Guardiola.

Doch selbst diese herausragende Leistung von Manchester City will im Premier-League-Spitzenspiel gegen Liverpool nicht zu einem Sieg reichen. Am Ende steht ein 2:2-Remis, über das sich Liverpool glücklicher schätzen kann. Zwar hätte das Team von Jürgen Klopp, das nach einer Aufholjagd in den letzten Wochen von einem ursprünglichen Rückstand von 14 Punkten einen Zähler hinter City liegt, tabellarisch den Sieg eher gebraucht, kann sich aber nach dem Spielverlauf glücklich über den Punkt schätzen. «Wir können und müssen mit diesem Punkt leben», sagt Klopp.

Fehlende Effizienz und eine Umkehr der Ereignisse

Spielt stark auf: Kevin De Bruyne.

Spielt stark auf: Kevin De Bruyne.

Andrew Yates / EPA

Auch der Trainer von Liverpool hat im Duell der Toptrainer mit Pep Guardiola gesehen, wie stark Manchester City insbesondere in der ersten Hälfte auftrat. Getragen von einem überragenden Kevin de Bruyne und dank starken Bällen hinter die Abwehrkette Liverpools, die immer wieder für Gefahr sorgten, kreierte City eine gute Möglichkeit nach der anderen.

Liverpool dagegen lief nach den beiden Toren durch de Bruyne und dem einzigen guten Liverpool-Angriff und dem Ausgleich durch Diego Jota eine Halbzeit lang ausschliesslich hinterher. Dennoch fehlte es Manchester City in dieser Phase an der nötigen Effizienz. Erst in der 37. erzielt Gabriel Jesus die viel umjubelte und hochverdiente Führung. Nach einem butterweichen Hereingabe von Joao Cancelo schob der Brasilianer den Ball in Liverpools Tor. Jesus, der davor in der Liga seit September nicht getroffen hatte, war überraschend in die Startaufstellung gerückt. Das Resultat hätte zur Pause noch weit deutlicher ausfallen können.

Trifft zum 2:1: Gabriel Jesus.

Trifft zum 2:1: Gabriel Jesus.

Andrew Yates / EPA

Doch die Eigenartigkeit dieser Weltsportart ist es, dass nicht immer das bessere Team gewinnt. Manchmal benötigt es nur eine Aktion und das Spiel entwickelt sich in eine völlig andere Richtung. Dafür braucht es herausragende Spieler wie Mohammed Salah. In der ersten Halbzeit war er völlig unsichtbar gewesen, gleich nach der Pause lanciert er mit einem Geniestreich Sadio Mané, der den Ausgleich erzielt. Schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff verzweifelt Pep Guardiola und Jürgen Klopp jubelt. Liverpool hat den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Zeigt ab der zweiten Halbzeit seine Klasse: Mohamed Salah.

Zeigt ab der zweiten Halbzeit seine Klasse: Mohamed Salah.

Andrew Yates / EPA

In der Folge entwickelt sich eine ausgeglichenere Partie, wobei in der Schlussphase Manchester City dem Sieg doch wieder näher steht. Ein guter Freistoss von Riyad Mahrez klatscht in der Schlussphase an den Aussenpfosten. Mittelfeldspieler de Bruyne meinte nach der Partie, dass sein Team den Sieg verdient gehabt hätte. «Wir waren das dominantere und bessere Team, aber wir haben zu wenig Tore erzielt.» Liverpools Jordan Henderson meinte, dass er sich zwar mehr erhofft habe, «aber die Punktteilung ist nicht das Ende der Welt.»

Liverpools Hoffen auf Patzer von City

Durch die Punkteteilung in diesem weltweit übertragenen Spitzenspiel der Premier League bleibt die Ausgangslage in der Tabelle wie gehabt: Manchester City liegt einen Zähler vor Liverpool. «Zwar haben wir einen entscheidenden Schritt verpasst. Aber wir sind immer noch Erster, das ist gut», fasst es Guardiola zusammen. Liverpool muss derweil auf einen Ausrutscher jenes Teams hoffen, bei dem so viel zusammenzupassen scheint. «Wir konzentrieren uns auf unsere Spiele und versuchen, so viele Partien wie möglich zu gewinnen», sagt Henderson. Die englische Meisterschaft dauert noch sieben Spieltage.

Wer jubelt am Ende über den Titel: Jürgen Klopp (links) oder Pep Guardiola?

Wer jubelt am Ende über den Titel: Jürgen Klopp (links) oder Pep Guardiola?

Andrew Yates / EPA

Auch abseits der Premier League verfügen beide Teams über Titelchancen in dieser Saison. In der Champions League zählen sie zu den Topfavoriten, schon am Mittwoch sind sie wieder im Einsatz. Liverpool empfängt Benfica Lissabon mit einem 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken, City muss bei Atlético Madrid ein 1:0 verteidigen. Und auch im FA-Cup haben beide noch Titelchancen. Dort stehen sich die beiden Spitzenteams am Samstag wieder in Manchester gegenüber. Ein erneutes Spektakel ist vorprogrammiert.

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