EM-Qualifikation
Premiere unter Hochdruck: Neu-Captain Robben mit Oranje zum Siegen verdammt

Der WM-Dritte braucht beim Einstand von Neu-Bondscoach Danny Blind gegen Island unbedingt einen Sieg. Auch Bayern-Star Arjen Robben steht vor einer Premiere.

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Arjen Robben ist neuer Captain der Oranje.

Arjen Robben ist neuer Captain der Oranje.

Keystone

"Ich kann mir eine Europameisterschaft vor unserer Haustür in Frankreich ohne die Niederlande nicht vorstellen", sagte Blind vor der richtungweisenden Partie der Elftal gegen das Überraschungsteam von der Vulkaninsel am Donnerstag und deklarierte die verbleibenden vier Quali-Spiele als "Endspiele". Das Endrunden-Turnier im Sommer 2016 im Nachbarland sei für einige Spieler in seinem Team "die letzte Chance auf einen großen Titel", meinte der frühere Nationalspieler, der im Juli den chronisch erfolglosen Guus Hiddink als Cheftrainer abgelöst hatte.

Neben Blind steht am Donnerstag auch Robben im Blickpunkt; der Bayern-Star wurde von Blind zum neuen Captain und Nachfolger von Robin van Persie ernannt. "Das Amt ist eine große Ehre für mich", sagte Robben, richtete die Konzentration vor dem bevorstehenden Doppel-Spieltag gegen Island und drei Tage später in der Türkei aber schnell auf das Wesentliche: "Wir müssen jetzt zweimal gewinnen, das ist es, was zählt."

Die Notbremse gezogen

Angesichts der Tabellen-Konstellation gibt es für den Europameister von 1988 tatsächlich keine Alternativen: In der Gruppe A liegen die Niederlande mit zehn Punkten zurzeit nur auf Platz drei - hinter Island (15) und Tschechien (13). "Wenn ein Spieler die Situation jetzt noch nicht verstanden hat, dann hat er ein Problem", warnte Robben, der bei der Pressekonferenz am Mittwoch viel Zuversicht versprühte und die "gute Stimmung im Team" hervorhob. Das Hinspiel auf Island hatten Robben und Co. 0:2 verloren.

Um das Scheitern in der Quali noch abzuwenden, hatte der niederländische Verband (KNVB) im Sommer die Notbremse gezogen und Hiddink (vier Siege in zehn Länderspielen) durch dessen Assistenten Blind ersetzt.

Sein Vertrag gilt zwar bis nach der WM 2018 in Russland - doch schon vor seinem Einstand als Cheftrainer steht Blind unter besonderer Beobachtung. Auf Blind, meinte Oranje-Idol Ruud Gullit zuletzt, warteten mehrere Fallstricke. Zum einen ist da die schwierige Ausgangsposition in der EM-Quali. Zum anderen die reservierte Haltung der Medien.

Ein Sieg ist Pflicht

So fragte die Tageszeitung De Telegraaf zu dessen Amtsantritt im Juli: "Was soll Blind schon groß ändern?" Der 54-Jährige habe ja bisher schon das Training ebenso geleitet wie die Besprechungen mit den Stars um Robben und Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar; und auch bei Spielerauswahl und Taktik habe er großen Einfluss gehabt.

Zumindest äußerlich lässt sich Blind von der Skepsis nicht aus der Ruhe bringen. "Mein einziges Ziel ist die EM-Qualifikation. Ich schaue nicht zurück und nicht weiter voraus. Nur die EM zählt", sagte der frühere Verteidiger. Blind weiß: Für eine Teilnahme an der EM-Endrunde im kommenden Sommer in Frankreich ist ein Sieg gegen Island fast schon Pflicht.

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