Tour de Suisse

Albasinis letzte Tour de Suisse ist gestartet

Ein Selfie fürs Fotoalbum

Ein Selfie fürs Fotoalbum

Das letzte Kapitel von Michael Albasini als Radprofi ist angebrochen. Begleitet von seiner Familie, Freunden und Sportprominenz startet der Thurgauer in Frauenfeld zu seiner letzten Tour de Suisse.

Es ist kurz nach Mittag. Das Thermometer zeigt 12 Grad an und es regnet. Die Bedingungen sind nicht gerade einladend für eine Runde auf dem Velo. Trotzdem füllt sich die Tribüne bei der Pferderennbahn in Frauenfeld allmählich. Viel Sportprominenz aus der Ostschweiz versammelt sich. Unter ihnen Schwingerkönig Arnold "Nöldi" Forrer, Kunstturn-Europameister Pablo Brägger, die zweifache Hallen-Europameisterin Selina Büchel, Snowboard-Weltmeisterin Julie Zogg oder Bob-Olympiasieger Beat Hefti, der am Grillstand Regie führt. Sie alle sind gekommen, um Michael Albasini einen würdigen Abschied zu ermöglichen.

Ein Abschied, der ganz anders geplant war. Albasini sah vor, sich anlässlich der Tour de Suisse 2020 vom professionellen Radsport zu verabschieden. An diesem Sonntag hätte seine 16. und letzte Landesrundfahrt mit einem Prolog in Frauenfeld beginnen sollen. Doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Albasini musste seine Pläne ändern. Statt einfach im Stillen aufzuhören, verlängerte er sein Engagement beim australischen Team Mitchelton-Scott bis Ende Jahr.

Läuft alles nach Plan, wird der 39-jährige Albasini im Herbst noch einige Rennen bestreiten - allerdings keine in der Schweiz. Das fand nicht nur er selber, sondern auch Stefan Küng, der letztjährige WM-Dritte von Yorkshire, schade. "Stefan kam deshalb mit der Idee auf mich zu, gemeinsam die Originalstrecke der diesjährigen Tour de Suisse zu befahren. Daraus ist das Projekt 'Albas Tour de Suisse' entstanden", sagt Albasini.

Ein Abenteuer mit Familie und Freunden

Statt den geplanten USA-Ferien im Sommer reist Albasini nun mit seiner Frau und den drei Söhnen durch die Schweiz. Albasini will "einfach eine gute Zeit haben". Was genau auf ihn zukommt, weiss er nicht. "Es ist ein Stück weit ein Abenteuer." Geschlafen wird nicht wie sonst üblich im Etappen-Hotel, sondern mit der Familie im Camper. Während Küng ihn bei sämtlichen acht Etappen bis zum Ziel am 14. Juni in Andermatt auf dem Velo begleitet, werden sich immer wieder Wegbegleiter Albasinis dazugesellen. Unter ihnen auch aktive oder ehemalige Radprofis wie Mathias Frank, Michael Schär, Gregory Rast, Alex Zülle oder David Loosli.

Natürlich sind die vielen Kilometer und Höhenmeter quer durch die Schweiz auch eine gute Vorbereitung auf die ersten Rennen im Spätsommer. "Gerade, wenn man mit anderen Veloprofis unterwegs ist, ist das eine gute Gelegenheit, die Form zu testen. Natürlich bleibt aber auch Zeit, um alte Geschichten aufleben zu lassen", freut sich Albasini.

So wie jene von seinem ersten von heute 30 Profisiegen, als er 2005 bei seiner Tour-de-Suisse-Premiere die 5. Etappe gewann. Bei der Zielankunft in Bad Zurzach verwies Albasini seinen Landsmann Gregory Rast knapp auf Platz 2. "Gregory behauptet heute noch, zwischen uns lagen nur zwei Millimeter. Ich sage, es waren zwei Meter. Wir werden das ausdiskutieren", sagt er schmunzelnd.

Zu einer knappen Sprint-Entscheidung kam es am Sonntag auf der Frauenfelder Allmend nicht. Nachdem Ehrenstarter Jürg Stahl, der Präsident von Swiss Olympic, Albasini und Co. auf die 10 km lange Schleife geschickt hatte, entwickelte sich eine lockere Runde. "Ein Schwatz hie und da lag drin", meinte Albasini.

Anders sieht es hoffentlich im Herbst aus, wenn der Thurgauer nochmals an seine Grenzen gehen wird, bevor er sich endgültig vom Spitzensport verabschiedet. So zumindest ist der Plan.

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