Giro d'Italia

Etappensieg für Ausreisser Cerny, Pellaud wird Achter

Nach einem über 20 km langen Soloritt gewann der Tscheche Josef Cerny vom Team CC die 19. Giro-Etappe solo

Nach einem über 20 km langen Soloritt gewann der Tscheche Josef Cerny vom Team CC die 19. Giro-Etappe solo

Ein Chaos um die Austragung der 19. Etappe prägen den drittletzten Tag des 103. Giro d'Italia. Als auf stark verkürzter Strecke gefahren wird, feiert der Tscheche Josef Cerny einen Solosieg.

Nach der turbulenten Königsetappe vom Donnerstag, die das Gesamtklassement mächtig durcheinander gewirbelt hat, entstanden am Freitag grosse Wirren über die Durchführung der mit 258 km eigentlich längsten Etappe der aktuellen Italien-Rundfahrt. Die Fahrer und ihre Teams verstanden nicht, weshalb in der letzten Woche einer dreiwöchigen Rundfahrt mit grossen Anstrengungen in den Bergen eine Etappe von solcher Länge ausgetragen werden muss.

Nach langem Hin und Her - das Peloton bummelte bei Regen und niedrigen Temperaturen bereits auf der Strecke - erstreikten sich die Fahrer zum grossen Ärger von Giro-Renndirektor Mauro Vegni letztlich eine Verlegung des Starts nach Abbiategrasso. Statt auf dem Velo, ging es vorerst mit dem Teambus weiter südlich Richtung Mailand. Bis ins Ziel nach Asti mussten nur noch 124,5 km zurücklegt werden.

Gänzlich unberührt vom Durcheinander avancierte Josef Cerny zum grossen Gewinner des Tages. Der Tscheche war Teil einer ursprünglich 14-köpfigen Fluchtgruppe und erreichte das Ziel nach einem über 20 km langen Soloritt 18 Sekunden vor dem Belgier Victor Campenaerts. Für den 27-jährigen Cerny war es der erste Sieg überhaupt in der World Tour; für sein Team CCC der erste in dieser Saison.

Erneut gut in Szene setzen konnte sich Simon Pellaud. Der Unterwalliser mischte sich zum wiederholten Mal in diesem Giro unter die Ausreisser. Der 27-jährige Profi aus dem italienischen Team Androni Giocattoli-Sidermec erreichte das Ziel mit 1:10 Minuten Rückstand als Achter. Das Feld mit den Favoriten bummelte grösstenteils und trudelte mit fast zwölf Minuten Verspätung ein.

Spannung pur vor dem Schlusswochenende

Dementsprechend ruhig verlief für Wilco Kelderman sein erster Tag im rosa Leadertrikot. Der Niederländer konnte Kräfte sparen, die er am finalen Wochenende gut gebrauchen kann. Die Ausgangslage vor der Bergetappe am Samstag und dem abschliessenden Zeitfahren in Mailand verspricht viel Spannung. In der Gesamtwertung liegt Kelderman gerademal zwölf Sekunden vor seinem australischen Teamkollegen Jai Hindley, drei Sekunden dahinter folgt der Brite Tao Geoghegan Hart vom Team Ineos. Die besten Karten im Zeitfahren hat Kelderman. Geoghegan Hart wird deshalb schon am Samstag im Kampf gegen das Sunweb-Duo seine Chance suchen müssen. Auf der stark abgeänderten 20. Etappe geht es dreimal aus zwei unterschiedlichen Richtungen nach Sestriere hinauf.

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