Doping-Beichte

Tennis-Crack Djokovic:«Armstrong soll für seine Lügen büssen»

Novak Djokovic: «Armstrong ist eine Schande für den Sport».

Novak Djokovic: «Armstrong ist eine Schande für den Sport».

Lance Armstrong sei eine «Schande für den Sport»: So reagierte Tennis-Nummer 1 Novak Djokovic auf Armstrongs Doping-Beichte. Der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur, John Fahey, bezeichnete das Geständnis als «PR-Show»

Nach seinem Einzug ins Achtelfinale der Australian Open forderte der Serbe, Armstrong solle «für seine Lügen büssen». «Er hat den Sport betrogen. Er hat viele Menschen auf der ganzen Welt mit seiner Karriere und seiner Lebensgeschichte betrogen», so Djokovic.

Im Tennis, davon ist Djokovic überzeugt, gibt es so etwas nicht. «Die Ergebnisse beweisen das. In den letzten Jahren gab es höchstens ein oder zwei Fälle, von Spielern die mehr oder weniger nicht einmal in den Top 100 standen.»

Scharapowa geschockt

Auch Maria Scharapowa zeigte sich in Melbourne geschockt über Armstrong. «Das ist eine wirkliche traurige Geschichte, traurig für diesen Sport. Ich bin glücklich, dass unser Sport sauber ist und wir konstant getestet werden», sagte die russische French-Open-Siegerin, die am Freitag durch ein 6:1, 6:3 gegen Venus Williams (USA) ins Achtelfinale der Australian Open einzog.

Pat McQuaid, Präsident Rad-Weltverbandes UCI begrüsste das Geständnis: «Das war ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg, den Schaden zu reparieren, den der Radsport erlitten hat», so Quaid. Darüber hinaus habe Lance Armstrong «völlig zutreffend gesagt, dass der Radsport heute ein völlig anderer Sport ist als vor zehn Jahren», strich McQuaid die positive Message für seinen Sport hervor.

Ob er dies auch nach der zweiten Sendung nun tun wird?

«Glaube gar nichts»

Kritischer reagierten Dopingexperten. «Das war ein Minimalgeständnis. Armstrong hat Kollegen physisch bedroht und alle möglichen Tricks angewandt. Ich glaube dem grundsätzlich gar nichts. Er tut nur das, was nötig ist, um die eine oder andere seiner Millionen noch behalten zu dürfen», meinte etwa der deutsche Doping-Experte Werner Franke.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bezeichnet das Geständnis von Armstrong als «PR-Show». «Aus meiner Sicht gab es nichts Neues», sagte WADA-Präsident John Fahey dem australischen TV-Sender Fox News. «Er hat nur zugegeben, was die US-Anti-Doping-Agentur USADA vor Monaten detailliert nachgewiesen hat - dass dieser Mann alle möglichen Substanzen genommen hat, um seine Leistung zu steigern.»

«Hätte Namen nennen müssen»

Armstrong hätte sich besser dafür entscheiden sollen, sich einem Kreuzverhör vor einer zuständigen Instanz zu stellen: «Da hätte er Namen nennen müssen, von den Funktionären erzählen müssen, erklären müssen, wann wo welche Fahrer eingebunden waren.» Das kann Armstrong im zweiten Teil des Interviews, das in der Nacht auf Samstag ausgestrahlt wird, immer noch tun.

Dem Radsport-Weltverband UCI warf Fahey vor, er beschränke sich darauf, den Verdacht einer eigenen Verstrickung in die Armstrong-Affäre aus der Welt zu schaffen. «Ich glaube nicht, dass sie entschlossen sind, ihren Sport zu säubern», sagte der WADA-Chef.

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