La Liga

Real ist Meister und träumt von der Champions League: Zidane hat die Altstars wieder aufgerichtet

Jubel über die spanische Meisterschaft: Zinedine Zidane wird von den Spielern gefeiert.

Jubel über die spanische Meisterschaft: Zinedine Zidane wird von den Spielern gefeiert.

Beim spanischen Meister Real Madrid setzt Zinedine Zidane auf Bewährtes – und träumt trotz Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Manchester City vom nächsten Titel.

Zinedine Zidane ist kein Revoluzzer. Als er im März 2019 nach einer Pause von neun Monaten auf den Trainerstuhl von Real Madrid zurückkehrte, schrie alles nach Veränderung. Die goldene Generation der Königlichen, die zwischen 2016 und 2018 unter Zidane dreimal in Folge die Champions League gewonnen hatte, schien überaltert. Und weil neben Zidane auch Starstürmer Cristiano Ronaldo den Verein im Sommer 2018 verlassen hatte, fehlte es an Kreativität, an Abschlussstärke und am Hunger nach Erfolg.

In diesen Tagen sind solche Probleme weit weg. Real Madrid hat jenen Meistertitel geholt, den Zidane beim neuerlichen Amtsantritt angekündigt hatte. Es ist der dritte Real-Meistertitel in den letzten zwölf Jahren. Die erwarteten Veränderungen tätigte Zidane dafür aber nicht. Für die Musik bei den Königlichen sorgen immer noch die Altstars. Sergio Ramos, 34 Jahre alt, Karim Benzema, 32, oder Luka Modric, 34, spielen, als wären sie in einen Jungbrunnen gefallen.

Dies hat auch mit dem Coronavirus zu tun. Während andere Teams, allen voran Barcelona, nach dem Re-Start Probleme bekundeten, kam Real gestärkt zurück. Die Königlichen siegten zehn Spiele in Serie. Lediglich in der abschliessenden Meisterschaftspartie gegen Leganés gab es ein Remis. «Alle denken, wir hätten unseren Fokus in der Pause auf das Körperliche gelegt, aber es war das Mentale», verriet Zidanes Assistent David Bettoni. Einmal mehr zahlte sich Zidanes grösste Stärke aus: der Umgang mit Stars. Tatsächlich scheinen die erfolgsverwöhnten Real-Kicker für ihren Trainer durchs Feuer zu gehen. Ramos meinte:

Und Vereinspräsident Florentino Perez bezeichnete den Trainer gar als «Segen des Himmels».

Wenig Spektakel, aber die beste Abwehr Europas

Auf den ersten Blick hat Zidane seit seiner Rückkehr wenig zu seiner ersten Amtszeit verändert. Die sechs Spieler mit den meisten Einsatzminuten hatten schon dreimal mit ihm die Champions League geholt. Auf den zweiten Blick fällt aber auf, dass sich das Spiel von Real durch andere taktische Mittel auszeichnet. In dieser Saison überzeugt Real durch kollektives Pressing und insbesondere einer stabilen Defensive. Real Madrid kassierte nur gerade 25 Gegentore und stellt damit die beste Abwehr Europas. Auf Basis dieser Stärke spielte das Team um das erfahrene Gerüst geduldigen Fussball, um dann zuzuschlagen, wenn sich die Gelegenheit bot. Dieser Fussball mag nicht spektakulär sein, aber erfolgreich. Damit holte Zidane für Real Madrid seinen elften Titel. Der ehemalige Weltfussballer stemmt damit nach jedem 19. Spiel einen Pokal in die Höhe.

Nach der kurzen Pause werde Real noch gieriger für die Champions League zurückkehren, versprach Zidane. 1:2 hatte Real das Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City verloren, muss im Rückspiel am 7. August aber auf den gesperrten Sergio Ramos verzichten. Dank des überzeugenden Meisterschaftsabschlusses ist der Optimismus auf jeden Fall gross.

Messi: «Wenn wir so spielen, verlieren wir»

Anders sieht die Gemütslage in Barcelona aus. Dort kritisierte zuletzt Starstürmer Lionel Messi sein Team. «Wir müssen Selbstkritik üben, beginnend mit den Spielern, aber auch insgesamt.» Immerhin siegte Barcelona zum Abschluss mit einem 5:0 bei Alaves souverän. Optimistisch ist Messi im Hinblick auf die Champions League und das Rückspiel gegen Napoli (Hinspiel 1:1) nicht. «Wenn wir so spielen, werden wir gegen Napoli verlieren», sagte Messi.

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