Laufsport
12 Prozent mehr Teilnehmer am Switzerland Marathon light in Sarnen

Das Halbmarathon-Rennen um den Sarnersee findet wieder mit dem wettkampfmässigen Rundumprogramm statt.

Jörg Greb
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2300 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet.

2300 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet.


Eveline Beerkircher (Sarnen, 6. Septermber 2020)

Die Schweizer Halbmarathon-Meisterschaft Ende März in Oberriet (SG) fiel der Pandemie zum Opfer. Jetzt wird sie diesen Sonntag am Switzerland Marathon light in Sarnen nachgeholt. Der beliebte Lauf im Kanton Obwalden bietet nicht nur die Hauptdistanz über 21,1 km, sondern auch Teildistanzläufe (Sonntag) und die Kinderrennen mit dem bewährten Klassenduell und dem Mini Run (Samstag).

Organisator Viktor Röthlin, die Obwaldner Laufikone, strahlt Zuversicht aus: «Wir freuen uns über einen Teilnehmerzuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr.» 2300 Läuferinnen und Läufer sind angemeldet. Der Marathon-Europameister von 2010 sagt: «Es macht uns stolz, dass wir den Läuferinnen und Läufern einen Freudentag offerieren können.» Vom Interesse aus Vor-Coronazeiten ist man aber – wie bei allen Volksläufen in diesem Herbst – weit entfernt.

Finanzielle Gratwanderung

Es brauchte Mut und Zusatzarbeit, um die Kontinuität aufrechtzuerhalten und den Anlass durchzuführen. Während letztes Jahr keine Zuschauer zugelassen waren, sind sie nun willkommen – in der Hoffnung, dass sie sich an die gängigen Verhaltensregeln halten. «Wir hoffen so auf ein stimmungsvolles Rennen», sagt Röthlin im Wissen, wie wichtig der Support vom Strassenrand ist für die Läuferpsyche. Vom Wirtschaftlichen her erwartet Röthlin ein «Nullsummenspiel» für die diesjährige Austragung, also keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust. Dies steht im Kontrast zum letzten Jahr, mit seiner Firma Vikmotion hat er ein «Defizit in der Höhe eines Jahreslohns» verzeichnet. Das Stabilisierungspaket des Bundes hatte dieses Minusgeschäft zumindest etwas abgefedert. Rückblickend sagt Röthlin: «Die Situation zehrte am Nervenkostüm, aber ich will keineswegs jammern. Wir waren uns der Herausforderung immer bewusst gewesen.»

Favorit auf den Meistertitel bei den Männern ist Adrian Lehmann. Der Berner hat im April in Belp den Schweizer-Meister-Titel im Marathon in exzellenten 2:12:34 Stunden gewonnen. Jetzt hat sich der Halbmarathon-Team-Europameister von 2016 weitere Karrierehöhepunkte vorgenommen. Der Berlin Marathon steht als nächstes Ziel an. Der Switzerland Marathon light ist für ihn auf dem Weg dorthin eine wichtige Standortbestimmung. Lehmanns härtester Konkurrent um den Meistertitel dürfte Armin Flückiger sein. Kandidaten für den Tagessieg und wichtige Gradmesser sind zudem die nicht titelberechtigten Dominic Lobalu (St.Gallen) und Nikolai Saké. Bei den Frauen präsentiert sich eine offene und spannende Ausgangslage.

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