Handball
Der KTV Altdorf will die weisse Weste bewahren

Die Altdorfer Handballer haben bislang in der Abstiegsrunde noch keine Federn gelassen. Nun folgt ein echter Härtetest in der Romandie.

Urs Hanhart
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Der Altdorfer Petar Bubalo (am Ball) zeigte sich zuletzt treffsicher.

Der Altdorfer Petar Bubalo (am Ball) zeigte sich zuletzt treffsicher.

Bild: Manuela Jans-Koch (Muotathal, 12. Februar 2022)

Nach der ziemlich verkorksten Hauptrunde, in welcher die Qualifikation für die Finalrunde der 1. Liga deutlich verpasst wurde, haben die Altdorfer nach dem Jahreswechsel deutlich aufgedreht. In der Abstiegsrunde stehen sie nach vier Spielen noch immer ohne Verlustpunkte da. Überzeugend waren vor allem der 29:23-Auftakterfolg über West HBC und insbesondere auch der anschliessende 29:28-Auswärtsieg gegen Muotathal. Ein echter Coup, denn in der Qualifikation hatten die Urner in den Duellen mit den Schwyzern jeweils deutlich den Kürzeren gezogen.

Mit dem 32:24-Heimsieg gegen Lyss machte die Mannschaft von Trainer Stefan Epp das Triple voll und den Traumstart perfekt.

Bescheidener Auftritt im Freiamt

Vor Wochenfrist nun, nach einer fast einmonatigen Spielpause, vermochte die KTV-Truppe nicht mehr an diese Leistungen anzuknüpfen. Muri, das in der Hauptrunde nur gerade den vorletzten Gruppenplatz belegt hatte, konnte nur mit viel Mühe und Not erzwungen werden (30:26). Der Leader wartete beim Gastspiel im Freiamt vor allem in abwehrtechnischer Hinsicht mit einer mageren Vorstellung auf. Davon anstecken liessen sich auch die beiden Keeper, die eine Abwehrquote von nur gerade 16 Prozent erreichten. Dass es dennoch zu zwei Punkten reichte, lag einerseits daran, dass Muri hinten ähnlich desaströs agierte, und andererseits, dass wenigstens im Angriff erfolgreicher gekämpft wurde. Die treffsichere Altdorfer Offensive kompensierte also die löchrige Defensive. Florian Henrich, Petar Bubalo, Daniel Baumann und auch Pascal Aschwanden, der nach längerer Verletzungspause erstmals wieder ins Geschehen eingriff, vermochten fast alle Chancen in Torerfolge umzumünzen.

«Bei nur zehn Runden muss man stets auf der Hut sein, man darf keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen, zumal alle wieder bei null beginnen», hatte Altdorf-Coach Stefan Arnold unmittelbar vor Beginn der Abstiegsrunde gesagt. «Nach einem schlechten Start kann man schnell unter Druck geraten, was wir unbedingt verhindern wollen.» Nun ist es seinem Team also gelungen, ein solches Druck-Szenario eindrücklich abzuwenden. Mit acht Punkten aus vier Spielen ist das Abstiegsgespenst wohl schon so gut wie besiegt.

Aber die Altdorfer geben sich mit dem Erreichten noch nicht zufrieden. Sie möchten die Siegesserie weiterziehen. Diesbezüglich steht am Samstag ein echter Prüfstein an. Der Spitzenreiter muss auswärts in Crissier gegen den Tabellendritten West HBC antreten. Das Hinspiel gegen die Westschweizer konnten die Urner dank einem starken Endspurt für sich entscheiden. Dennoch reist Arnold mit grossem Respekt an den Genfersee. Er betont: «Diese Mannschaft hat die Abstiegsrunde nur knapp verpasst. Sie ist zweifellos eine der stärksten unserer Gruppe. Ich erwarte einen harten Kampf und einen Gegner, der uns alles abverlangen wird.»

West HBC ist bereit für den Spitzenkampf

Im Vergleich zum letzten Spiel gegen Muri muss Altdorf sicherlich zulegen, wenn die weisse Weste bewahrt werden soll. Eine schwache Defensivleistung dürfen sich die Urner bestimmt nicht mehr erlauben. Vor Wochenfrist rang West HBC dem Tabellenzweiten Muotathal in einer spannenden Partie ein 25:25-Remis ab. Die Romands sind also bereit für den Spitzenkampf und sicherlich heiss darauf, sich für die Niederlage in der Hinrunde zu revanchieren.

Handball, 1. Liga, Abstiegsrunde. Samstag, 18 Uhr: West HBC – Altdorf (Marcolet, Crissier).

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