Langlauf
Drei Medaillen für Nadine Fähndrich: «Das sind coole Rennen gegen die müden Beine»

An den Schweizer Meisterschaften gewinnt die Eigenthalerin Nadine Fähndrich zweimal Einzelgold und Staffel-Silber – trotz Handicap.

Jörg Greb, Zweisimmen
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Für die 26-jährige Nadine Fähndrich ist die Saison noch nicht ganz vorbei.

Für die 26-jährige Nadine Fähndrich ist die Saison noch nicht ganz vorbei.

Bild: Federico Modica/Freshfocus (Zweisimmen, 26. März 2022)

Nochmals das Motivierende ins Zentrum stellen und damit die körperliche und mentale Müdigkeit nach einer langen, intensiven, kräfteraubenden Olympiasaison beiseiteschieben: Das gelang Nadine Fähndrich im zweiten Teil der nationalen Meisterschaften in Sparenmoos ob Zweisimmen. Gold im Skiathlon und im 30-km-Rennen sicherte sie sich – nachdem sie Mitte Januar über 5 km reüssiert hatte, sich im Sprint aber mit Silber hinter Laurien van der Graaff zufriedengeben musste. Hinzu kam nun Platz 2 mit der 3x5-km-Staffel des ZSV/SC Horw, zu der auch die jungen Klubkolleginnen Bianca Buholzer und Nadia Steiger gehörten. «Das waren coole Rennen gegen die müden Beine», freute sich Fähndrich.

In den Einzelrennen präsentierte sich die Weltklasselangläuferin souverän – mit völlig unterschiedlicher Taktik. Im Skiathlon mit den zweimal 5 km Klassisch und Skating drückte die 26-Jährige von Beginn an aufs Tempo.

«Ich bin zuletzt klassisch stärker unterwegs gewesen und bekundete jeweils Mühe mit dem Wechsel»,

erklärte sie.

Schlusshighlight mit den Klubkolleginnen

Ein daraus resultierendes Risiko wollte sie deshalb vermeiden. Früh war sie alleine. Bei Streckenhälfte und Stilwechsel lag sie bereits knapp 30 Sekunden voraus. Im Ziel waren es 38 Sekunden Vorsprung auf die U23-Weltmeisterin Anja Weber. Im 30-km-Skatingrennen hingegen lief Nadine Fähndrich mit niedriger Belastungsstufe in der grossen Spitzengruppe. Erst im letzten Streckendrittel begann sie «zu drücken». Bald vermochte nur noch Weber zu folgen. Mit «nochmals etwas Gas geben» führte Fähndrich die Entscheidung herbei.

Das Schlusshighlight bildete aber wieder einmal das Staffel-Rennen. «Im Klubdress zu laufen, motiviert Mal für Mal», sagte die Eigenthalerin. An siebter Position übernahm sie von Bianca Buholzer. Mit klarer Abschnittsbestzeit lief sie einen Vorsprung von gut 30 Sekunden und mehr heraus. Dass Nadia Steiger gegen Laurien van der Graaff (in ihrem letzten Rennen) chancenlos blieb, trübte die Freude nicht. «Die beiden Jungen haben das super gemacht», lobte Fähndrich die 20-jährige Buholzer und die 17-jährige Steiger.

Noch hält Nadine Fähndrich dem Winter die Treue. Am kommenden Samstag startet sie am Langis-Sprint, der von ihrem Klub organisiert wird. Auch noch ein wenig Training steht an, unter anderem eine Woche in Finnland. Erst Ende April geht es in die Ferien. Und in ihren Worten schwingt bereits die Vorfreude auf die mittelfristige Zukunft als Langläuferin mit: «Der nächste Olympia-Vierjahreszyklus steht im Zentrum, mit ganz vielen spannenden Höhepunkten dazwischen», so die Luzernerin.

Neben den Erfolgen von Fähndrich holten sich zwei Zentralschweizer Nachwuchs-Kräfte je zwei Medaillen: Lea Baumann (Einsiedeln) in der Kategorie U18 überzeugte als Zweite im Skiathlon und Dritte über die Langdistanz von 15 km. Ebenfalls im Langdistanz-Rennen der U18 belegte der Horwer Silvan Lauber Platz 3. Und mit der Staffel lief er zu einer weiteren Auszeichnung. Das Horwer U20-Trio mit Jannis Joos, Sven Buholzer und Lauber gewann Bronze.

Resultate: swiss-ski-kwo.ch

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