Fussball
Der FC Sarnen rappelt sich auf und besiegt den FC Littau

Sarnen (2. Liga regional) gewinnt 2:0 gegen Littau. Dies ist erst der zweite Saisonsieg für den Absteiger aus der 2. Liga inter.

Ruedi Vollenwyder
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Die Littauer Patrice Gilli, Nicola Baumann und Torhüter Cedric Hefti (von links) wehren sich gegen den Sarner Mauro Fanger (rotes Dress).

Die Littauer Patrice Gilli, Nicola Baumann und Torhüter Cedric Hefti (von links) wehren sich gegen den Sarner Mauro Fanger (rotes Dress).

Im Anschluss an den Abstieg sah es nach drei Partien für den FC Sarnen recht gut aus. Auf den 3:1-Sieg gegen Emmen und der 0:2-Pleite gegen Obergeissenstein folgte ein 2:2 gegen Hochdorf. Vier Punkte waren im Trockenen. Sarnens Trainer Roger Mathis war guten Mutes: «Wir holen unsere Punkte für eine ruhige Meisterschaft schon noch.» Doch weit gefehlt: Seit vier Spieltagen blieb der FC Sarnen ohne weiteren Punktezuwachs. Ein Abrutschen auf einen Abstiegsplatz war die Folge. Roger Mathis, was ist fehl gelaufen?

«Es lief viel gegen uns. Alle haben Fehler gemacht. Deshalb muss gegen Littau unbedingt der erste Sieg her. Ein Schicksalsspiel.»

Insbesondere für den Trainer. Denn im Vorfeld der Partie gegen den FC Littau rumorte es im Vereinsgebälk des FC Sarnen gewaltig. Die Teamverantwortlichen mussten sich aus der Supporterecke unbequemen Fragen stellen. Und auch teamintern raufte man sich nach dem 3:1-Sieg im IFV-Cup gegen Adligenswil (3. Liga) zu einer Aussprache durch. «Wir haben alles hinterfragt. Dass dabei die Arbeit des Trainer-Gespanns auch im Fokus stand, ist logisch. So läufts im Fussball-Business ab», erzählte Sarnens Goalie und Captain Ivo Sigrist von der unruhigen Vorbereitung auf diesen Schicksalsmatch.

Sarnen bleibt erstmals ohne Gegentor

Diese Aussprache hat bei den Sarnern die Wirkung nicht verfehlt. Dank dem glücklichen Führungstor durch Livio Wirz (21.), nach Vorarbeit von Ante Pekas und dem unfreiwilligen Pass von Aurel Bode zum Torschützen, fiel ein erster mentaler Druck ab. Und da auch Goalie Ivo Sigrist mit drei gewonnenen Eins-zu-Eins-Situationen gegen Metin Adiller (4.), Dominic Britschgi (14.) und Luca Baumann (34.) sein Team im Spiel halten konnte, wuchs auch die Zuversicht auf ein siegreiches Ende. Dieses wurde in diesem kampfbetonten, aber jeglichen technischen Finessen abgehenden Match mit dem 2:0 (56.) untermauert. Der aufgerückte Livio Fanger köpfelte einen Massflankenball von Routinier Ante Pekas via Pfosten ins Tor hinter dem sonst arbeitslosen Littau-Goalie Cedric Hefti.

Was folgte war eine veritable Abwehrschlacht der Sarner, ohne den kopf- und ideenlos anrennenden Littauern klare Torchancen zuzugestehen. Goalie Ivo Sigrist meinte in aufgeräumter Stimmung:

«Nach unserer 2:0-Führung kamen kaum mehr gefährliche Bälle aufs Tor. Für mich ein schönes Gefühl, erstmals mit einem ‹Zunull› vom Platz zu gehen. Die Aussprache hat in unserem Team doch etwas bewirkt.»

Ob Sarnen den Tournaround geschafft hat, wird sich im brisanten Unterwaldner Derby gegen den FC Stans (Samstag, 17 Uhr, Eichli) erst noch zeigen.

David Andreolis Fussballer-Herz weint

Dass nach diesem ersten Saisonsieg bei den Sarnern «die Post» abging ist verständlich und auch logisch. Denn der Druck, nur ein Sieg zählt, war riesengross. Auf dem Spielfeld und auf der gegen Ende etwas übermotiviert agierenden Sarner Spielerbank. Insbesondere bei Trainer Roger Mathis lagen die Nerven blank. Bei einer Niederlage hätte er seinen Trainerstuhl wohl räumen müssen. Er sprach schon vor dem Match auch von «einem Schicksalsspiel». Es wäre übrigens die erste Trainerentlassung beim FC Sarnen seit 31 Jahren gewesen. Damals musste Luis Baillon nach sieben Spielen gehen.

Beim FC Littau, der unter der Woche im IFV-Cup in Engelberg (4. Liga) einen 2:1-Sieg erzitterte, war man nach diesem hart geführten Fight bedient. Insbesondere deren Trainer David Andreoli. Er, der dem gepflegten, ästhetischen Fussball geschuldet ist.

«Mein Fussballer-Herz weint, wenn ich solche Spiele anschauen und die Kommentare von aussen anhören muss»,

lässt er seinem Frust ob der niveauarmen Darbietung freien Lauf. Und kam dann doch noch auf das Spiel zurück. «Es war ein Match auf Augenhöhe. Wir können besser spielen, als wir uns diesmal präsentiert haben», sagte er mit einem bitteren Unterton. In der nächsten Partie gegen den FC Rothenburg (Samstag, 18 Uhr, Ruopigen) können sich die Littauer wieder ins bessere Licht rücken.

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