Der Luzerner Tennisspieler Adam Moundir wartet auf den Neustart und will in die Top 400 der Welt

Die Luzerner Tennisspieler Adam Moundir und Tina Nadine Smith verteidigen ihre Leaderpositionen im Zentralschweizer Tennis-Ranking.

Albert Krütli
Merken
Drucken
Teilen

In den halbjährlich ermittelten Klassierungen von Swiss Tennis konnte der Luzerner Adam Moundir seinen 7. Platz im nationalen Ranking der besten Schweizer Tennisspieler vom letzten Herbst erfolgreich verteidigen. Und damit ist der einzige Profi unserer Region natürlich auch weiterhin die Nummer1 der Zentralschweiz. In der Weltrangliste ist der 24-jährige schweizerisch-marokkanische Doppelbürger auf Rang 467 zu finden, 30 Plätze schlechter als bei seiner bisher besten Rangierung am 11. November 2019.

Der Luzerner Adam Moundir will unter die besten 400 Tennisspieler der Welt vorstossen.

Der Luzerner Adam Moundir will unter die besten 400 Tennisspieler der Welt vorstossen.

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. Mai 2019)

Trotzdem ist der 191cm grosse und 94kg schwere Rechtshänder mit den vergangenen sechs Monaten auf der Tour zufrieden, zumal er nach seinem ersten Triumph bei einem Profiturnier, dem mit 25000 Dollar dotierten Event im Libanon vom 29.September, zweimal bei 15000-Dollar-Anlässen erst im Final scheiterte. «Ich habe zwar mein Ziel, unter die besten 400 Tennisspieler der Welt vorzustossen, nicht erreicht, aber ich habe recht konstant gespielt. Zudem habe ich in dieser Zeit viel in meine Trainingseinheiten investiert», bilanziert Moundir.

Moundir, der von Swiss Tennis vor zwei Jahren keine Unterstützung mehr erhielt, weil ihm zu wenig Potenzial attestiert wurde, spielt international für Marokko, dem Heimatland seines Vaters. Nach seinen ersten beiden Profijahren ist er überzeugt, dass er noch weiter nach vorne stossen kann. «Solange ich einen Aufwärtstrend spüre, werde ich auf alle Fälle weitermachen», sagt er. Doch damit ist für ihn wie für alle anderen des Coronavirus wegen momentan Schluss. Seit dem 15.März dürfen auf der ganzen Welt keine Turniere mehr ausgetragen werden, der Unterbruch dauert mindestens bis zum 19.Juli – vielleicht auch länger. Somit fehlen Adam Moundir in der nächsten Zeit die Einnahmen. Neben den internationalen Turnieren hätte er im Mai/Juni mit Colmar – dem Wohnort seiner Grosseltern – den französischen Interclub bestritten und dazu auch noch die NLB-Saison mit Allmend Luzern, die nun im September stattfinden soll. Eventuell spielt der Luzerner Anfang August mit Trimbach den NLA-Interclub – aber sicher ist auch das noch nicht.

Eine Parallele zu Roger Federer

Somit bleibt Adam Moundir wie allen anderen Tennisspielern nichts anderes übrig, als zuzuwarten und sich fit zu halten, um bereit zu sein, wenn es wieder losgeht. «Ich arbeite vor allem an meiner Kondition und Physis», so Moundir, der dankbar ist, dass er in dieser schwierigen Zeit bei seinen Eltern in Luzern wohnen kann und damit keine zusätzlichen Ausgaben hat. Der Profi weiss, dass es unheimlich schwierig ist, von den Einnahmen im Tenniszirkus leben zu können. Nur wer mindestens auf Position 300 der Weltrangliste steht, kann mit einem Jahresbudget von rund 100000 Franken planen.

Sollte sich seine Karriere nicht wie gewünscht weiterentwickeln, dann braucht er sich immerhin keine allzu grossen Zukunftssorgen zu machen: Vor dem Einstieg ins Profileben hat er das Wirtschaftsstudium an der Old Dominion University in Virgina (USA) abgeschlossen. «Ich würde dann gerne etwas machen, das mit Finanzen, Marketing oder Management zu tun hat», so der Luzerner, der als Marokkos Nummer 1 wie Roger Federer in der Schweiz gebeten wurde, im Zusammenhang mit dem Coronavirus eine Videobotschaft an seine Landsleute zu richten.

Junioren auf dem Vormarsch

Im neuesten Ranking sorgen aber auch die Nachwuchsleute vom Regionalverband Tennis Zentralschweiz und Zug Tennis für Aufsehen. Der Ballwiler Noah López, der im Januar in Luzern neuer U18-Hallenmeister der Schweiz wurde, verbesserte sich im nationalen Ranking um weitere acht Ränge (N3.47) und in der Junioren-Weltrangliste ist er als Nummer 117 so gut wie noch nie zuvor klassiert. Der Weggiser Andrin Casanova (U16) verbesserte sich gar um 78 Plätze und taucht erstmals in der N-Klasse der 150 besten Schweizer Spieler auf (N4.142). Yanis Moundir (17), der jüngere Bruder von Adam, stieg um 22 Plätze nach oben (N4.71).

Tennis Zentralschweiz: Frauen Top 50

N2
1 Smith Tina Nadine (Klassierung: N2.19, Klassierungswert: 13.517, Wohnort: Meggen, Klub: Luzern Lido, bisherige Klasierung: N3.30)

N3
2 Milenkovic Kristina (N3.32/12.907, Sursee/Sursee, N3.32) 3 Mäder Corina (N3.35/12.607, Eich/Zofingen, N3.41)

N4
4 Cvetkovic Kiara (N4.48/11.672, Geuensee/Sursee, N4.68) 5 Crivelletto Jessica (N4.55/11.450, Sursee/Luzern Lido, N4.49) 6 Volejnicek Chiara (N4.57/11.421, Gisikon/Luzern Lido, N4.48) 7 Amrhein Sina (N4.63/11.045, Dagmersellen/Allmend Luzern, N4.63) 8 Hechenberger Karin (N4.67/10.908, Sarnen/Sursee, N4.70) 9 Giger Samira (N4.72/10.672, Luzern/Luzern Lido, N4.61)

R1  (Swiss-Tennis-Rangierung, Klub)
10 Erni Corinne (86, Allmend Luzern) 11 Kaufmann Selina (89, Allmend Luzern) 12 Lanz Jöelle (92, Luzern Lido) 13 Lanz Michelle (93, Luzern Lido) 14 Radojevic Sara (112, Allmend Zug) 15 Peyer Lena (118, Luzern Lido) 16 Brunner Esmeralda (133, Meggen) 17 Fischer Florence (138, Horw)

R2
18 Lynch Isabella (150, Engelberg) 19 Riedo Jeannine (155, Unterägeri) 20 Grzan Tanja (158, Littau) 21 Amrein Karin (170, Küssnacht) 22 Kenzelmann Nadine (174, Zug) 23 Mavric Sultana (187, Alpnach) 24 Zurmühle Aurora (193, Allmend Luzern) 25 Moser Tina (227, Küssnacht) 26 Lindner Vanessa (234, Allmend Zug) 27 Sokolaj Serina (235, Allmend Luzern) 28 Riner Nicole (236, Allmend Luzern) 29 Mohrbach Simon Katja (263, Allmend Zug) 30 Wermelinger Carmen (272, Sursee) 31 Wicki Corinne (274, Ebikon) 32 Prêtre Chantal (284, Steinhausen)

R3
33 Franzo Sharon (319, Allmend Zug) 34 Sidler Pascale (324, Kerns) 35 Herbst Kerstin (357, Hildisrieden) 36 Amrhein Lea (369, Dagmersellen) 37 Leimgruber Nicole (380, Sempach) 38 Egli Siranee (392, Meggen) 39 Christener Corina (407, Sursee) 40 Vögeli Pascale (422, Baar) 41 Steiner Berta (425, Willisau) 42 Eichkorn Cosima (445, Menzingen) 43 Dony Fabienne (448, Baar) 44 Zurbrügg Isabelle (455, Baar) 45 Wimmer Alexandra (462, Allmend Luzern) 46 Piller Lisa (519, Allmend Luzern) 47 Briner Büeler Daniela (520, Baar) 48 Meierhans Susanne (531, Ebikon Schindler) 49 Bürki Wyss Jacqueline (534, Küssnacht) 50 Depaoli Daniela (545, Luzern Lido)

Hinweis: Tina Nadine Smith (Australien) wird von Swiss Tennis zwar klassiert, aber im offiziellen Ranking nicht aufgeführt, weil sie für ein anderes Land spielt.

Bei den Frauen geht für Tina Nadine Smith, der Zentralschweizer Nummer 1, der Weg nach oben ebenfalls weiter. Die 17-jährige Meggerin, die international für Australien, dem Heimatland ihres Vaters spielt, machte im nationalen Ranking 11 Plätze gut und schaffte den Aufstieg in die N2-Klasse (N2.19). Und in der Junioren-Weltrangliste belegt sie Rang 63 – ebenfalls ein Rekordwert für die Luzernerin.

Tennis Zentralschweiz: Männer Top 50

N1
1. Moundir Adam (Klassierung: N1.7, Klassierungswert: 13.868, Wohnort: Luzern, Klub: Meggen, bisherige Klassierung: N1.7)

N2
2 Lustenberger Raphael (N2.28/12.910, Ebikon/Allmend Luzern, N2.18)

N3
3 Vacek Martin (N3.43/12.387, Kriens/Horw, N3.43) 4 López Noah (N3.47/12.333, Ballwil/Sursee, N3.55)

N4
5 Moundir Yanis (N4.71/11.556, Luzern/Meggen, N4.93) 6 Limacher David (N4.110/10.716, Horw/Allmend Luzern, N4.124) 7 Müller Levin (N4.124/10.493, Stansstad/Stansstad, N4.110) 8 Casanova Andrin (N4.142/10.365, Weggis, Meggen, R1.220)

R1 (Swiss Tennis Rangierung, Klub)
9 Züllig Andrin (153, Zug) 10 Genovese Niclas (170, Menzingen) 11 Sokolaj Yaka (182, Allmend Luzern) 12 Bernhard Manuel (191, Rotkreuz) 13 Aregger Lars (268, Kerns) 14 Hornbacher Stefan (293, Zug) 15 Lustenberger Silvan (310, Sursee) 16 Kostadinov Matej (314, Allmend Luzern)

R2
17 Viol Jan (317, Allmend Luzern) 18 Schläpfer Andreas (337, Horw) 19 Schweizer Thomas (353, Allmend Luzern) 20 Quirijns Kaj (365, Unterägeri) 21 Brun Thomas G. (381, Risch-Rotkreuz) 22 Nüesch Patric (382, Zug) 23 Theler Julian (383, Allmend Zug) 24 Rehefeldt Sebastian (392, Luzern Lido) 25 Rehefeldt Christian (463, Luzern Lido) 26 Trinkler Meo (470, Meggen) 27 Kost Manuel (471, Allmend Luzern) 28 Van de Sande Gordon (476, Hünenberg) 29 Richter Mirko (499, Allmend Luzern) 30 Günther Balázs (526, Meggen) 31 Arnet Martin (537, Luzern Lido) 32 Jauch Jan (550, Seedorf) 33 Dörig Marcel (555, Alpnach) 34 Stad Geert (561, Hausen am Albis) 35 Bürgi Simon (564, Lungern) 36 Berset Eric (617, Neuenkirch)

R3
37 Erni Roger (657, Horw) 38 Bodziony Jakob (665, Luzern Lido) 39 Szklarecki Marek (694, Allmend Zug) 40 Fässler Mischa (699, TC Meggen) 41 Fickentscher Peter (709, Luzern Lido) 42 Schäfer Christian (743, Baar) 43 Büeler Dan (774, Baar) 44 Ljunggren Mikael (783, Baar) 45 Terranova Aaron (786, Buochs) 46 Zurbrügg René (800, Allmend Luzern) 47 Stähelin Thomas (832, Luzern Lido) 48 Wengritzky Tibor (838, Sursee) 49 Senn Nicola (866, Seedorf) 50 Egger Gian (898, Hünenberg) 51 Geisseler Marco (913, Sempach)


Hinweis: Das Nationale Ranking berücksichtigt jeweils die Resultate eines ganzen Jahres. Für die Frühlingsklassierung sind somit alle Siege und Niederlagen zwischen dem 1. April 2019 und dem 31. März 2020 massgebend. Adam Moundir (Marokko) und Martin Vacek (Tschechien) werden von Swiss Tennis zwar klassiert, aber im offiziellen Ranking nicht aufgeführt, weil sie für ein anderes Land spielen.
In der ersten Ranglisten-Fassung ging leider U14-Junior Mischa Fässler (TC Meggen) vergessen. Die Nummer 699 im Nationalen Ranking ist die Nummer 40 unserer Region.