Der Squasher Roman Allinchx verschiebt seine Ambitionen auf später

Der Krienser Squasher Roman Allinckx startet nicht an der Schweizer Einzel-Meisterschaft, sondern tritt kürzer.

Stefan Kleiser
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Roman Allinckx (22, vorne) ist im internationalen Ranking komplett zurückgefallen.

Roman Allinckx (22, vorne) ist im internationalen Ranking komplett zurückgefallen.

Bild: Stefan Kleiser (Uster, 14. März 2019)

Einer der besten Squasher der Welt wollte er werden. Roman Allinckx brach dafür das Gymnasium ab, zügelte vor zwei Jahren von Kriens nach Barcelona, machte den Sport zu seinem Beruf und trainierte zweimal täglich. Doch jetzt ist alles anders. Die Nummer neun des Schweizer Rankings hat sich von der Schweizer Einzel-Meisterschaft, die diese Woche in Langnau am Albis ausgetragen wird, abgemeldet. Seit drei Wochen ist er nicht mehr Squash-Professional, sondern arbeitet in einem grossen Unternehmen als Datenanalyst. Vollzeit.

«Im internationalen Ranking bin ich komplett zurückgefallen», erzählt Allinckx. Wegen einer Fussverletzung bestritt er neun Monate lang keinen einzigen Wettkampf. Als er endlich wieder einigermassen fit war, zwang ihn die Coronaepidemie zu einer erneuten langen Pause. Im April 2018 stand die ehemalige Nummer eins des europäischen Junioren-Rankings noch im Halbfinal des Subbotnik-Open von Moskau, einem Event der Challenger Tour, und rückte dadurch auf Position 170 der Rangliste der Professional Squash Association auf. Er habe das erste Mal im Court das gespielt, was er eigentlich könne, kommentierte Allinckx damals seine Leistung.

In der neuesten Ausgabe der PSA-Rangliste wird der am Sonntag 22 Jahre alt gewordene Innerschweizer bloss noch auf Position 611 geführt. «Ich hätte ein Jahr gebraucht, um im Ranking wieder hochzukommen», analysiert er.

Vielleicht ein neuer Anlauf in einem Jahr

Ausserdem ist das Fussgelenk noch immer nicht komplett verheilt. «Der Arzt meinte, ich hätte immer noch eine Entzündung und Flüssigkeit im Fuss.» Deshalb tritt Allinckx nun kürzer. Endet damit die ambitionierte Karriere? «Ich würde sagen, im Moment ist alles verschoben. Ich bin am Warten.» Er trainiere aber immer noch einmal am Tag, betont Allinckx. «Damit behalte ich meine körperliche Fitness. Und ich wollte auch die Schweizer Meisterschaft spielen.» Doch dafür reicht das Ferienguthaben nicht – wegen der Quarantäne, die nach der Einreise aus Spanien in die Schweiz nötig ist. Sobald die Ausreisesperre gelockert sei, könne er sich aber vorstellen, wieder in Frankreich Interclub zu spielen oder auch einmal für ein Wochenende an ein Turnier in die Schweiz zu reisen.

«Ich habe mir alles gut überlegt», schliesst er. «Aber man weiss nie. Die Idee ist es, dass ich in einem Jahr, wenn sich die Situation um Corona beruhigt hat, vielleicht noch einmal auf Squash setze.»

Ambre Allinckx ist eine der Titelanwärterinnen

Die Coronapandemie hat den Frühling und Sommer geprägt. Auch jenen von Ambre Allinckx. Im Februar erreichte die 18-Jährige in Mikkeli den Halbfinal der Finnish Open. Der Erfolg liess die Krienserin in der Weltrangliste von Platz 135 auf Position 112 vorrücken. Doch es war ihr vorderhand letzter Start auf der Tour der Profis, die seit Mitte März still steht. Zuletzt galt es auch, ein Auge auf die Liste der Länder zu haben, die vom Bundesamt für Gesundheit als Risikogebiete gelistet sind. Spanien ist auch darunter. «Seit dem 12. August bin ich darum in Frankreich», erzählt Ambre Allinckx, die seit dem letzten Sommer nahe Barcelona lebt und trainiert. Der Abbruch der Schweizer Einzel-Meisterschaft (SEM) im März kam Ambre Allinckx aber gelegen. Am Sonntag vor dem Event hatte sie sich am Oberschenkel verletzt. Diese Woche, wenn die nationalen Titelkämpfe nachgeholt werden, ist sie aber am Start. Und eine der Titelanwärterinnen. Erst einige grosse Turniere sind angesetzt Wann die Nummer 1 des europäischen Junioren-Rankings das nächste Mal international starten kann, ist unklar. Derzeit seien erst einige grosse Turniere angesetzt, weiss Allinckx. Mit ihrer aktuellen Klassierung findet sie keine Aufnahme im Tableau. Immerhin hat Swiss Squash die SEM als Closed Satellite ausgeschrieben. So gibt es da auch noch ein paar Punkte für das World Ranking. (skl)