Volleyball
Rückkehrer Stig Döös Traagstad sagt über Volley Luzern: «Mit diesem Team können wir alles erreichen»

Volley Luzern strebt gegen NLA-Leader Amriswil nach Bonuspunkten. Aussenangreifer Stig Döös Traagstad ist nach einem Abstecher zurück.

Stephan Santschi
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Stig Döös Traagstad spielte ein halbes Jahr in Dänemark.

Stig Döös Traagstad spielte ein halbes Jahr in Dänemark.

Bild: Boris Bürgisser

Die Schwankungen in den Leistungen von Volley Luzern sind beträchtlich im neuen Jahr. Vom Totalausfall wie im zweiten Satz gegen den Tabellenletzten Jona (11:25) bis zum Spielrausch gegen Meister Chênois (25:12 im dritten Satz) war alles dabei. Das Potenzial der Luzerner NLA-Volleyballer ist zweifellos gross, ebenso eklatant ist aber der Mangel an Konstanz. Fünf Spieltage vor Schluss der Qualifikation liegen sie deshalb nur auf dem fünften Platz – mit sechs Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz (Top 4).

Am Sonntag im Heimspiel gegen Leader Amriswil (17 Uhr, Bahnhofhalle) strebt Luzern nach Bonuspunkten, um im Fernduell mit dem viertklassierten Schönenwerd Boden gut zu machen. Die personellen Sorgen setzen sich dabei auch nach dem Jahreswechsel fort, Aussenangreifer Tim Köpfli fällt mit einem Bänderanriss im Daumen voraussichtlich mehrere Wochen aus. Weil mit Irian Mika (Abgang wegen Studium) und Luca Müller (Knieoperation) zwei weitere Aussenangreifer nicht mehr verfügbar sind, bestand grosser Handlungsbedarf. Und so kam es in dieser Woche zur Rückkehr von Stig Döös Traagstad.

Studium in Kopenhagen, Volleyball beim Meister

Der 26-jährige Schweiz-Norweger spielte bereits von 2018 bis 2021 für Volley Luzern, das letzte halbe Jahr verbrachte er aber in Dänemark. Das vorgeschriebene Auslandsjahr seines «International IT Management»-Studiums an der Hochschule Luzern trat er in Kopenhagen an, daneben spielte er Volleyball bei Dänemarks Meister Gentofte. «Das war von den Mitspielern her eines der coolsten Teams, in denen ich jemals gespielt habe», berichtet Döös Traagstad. Das Niveau in der dänischen Liga vermöge allerdings nicht mit jenem in der Schweiz mitzuhalten. «Die Top 4 könnten in der NLA spielen, danach ist das Gefälle sehr gross.»

Sein Team war in der ersten Saisonhälfte erneut das Beste der Liga, zudem trat es im europäisch drittklassigen Challenge-Cup an, unterlag dort im Sechzehntelfinal den Esten von ­Tallinn. Döös Traagstad war der einzige Ausländer von Gentofte, integrierte sich schnell und kam zu viel Einsatzzeit. «Mir kam entgegen, dass die dänische Sprache der norwegischen ähnlich ist», erzählt der Sohn eines Norwegers und einer Schweizerin. Daneben genoss er die Nähe zum Meer, machte hin und wieder mit einem guten Buch einen Abstecher ans Wasser.

Mehr als eine Wechseloption

Den zweiten Teil des Auslandjahrs absolviert er wegen der Coronamassnahmen als Onlinestudium, weshalb der vorzeitigen Rückkehr nichts im Weg stand. Nach den ersten Trainings mit Luzern fühlt er sich bereits wieder zu Hause. «Es macht Spass, ich bin sehr gut aufgenommen worden.» Auf der Aussenposition stellt er neben Nathan Broch und Bruno Jukic mehr als eine Wechseloption dar. «Stig zeigte gute Leistungen im Training, hat Qualitäten im Angriff und beim Service», sagt Trainer Marco Fölmli und merkt an: «Seine Chancen, in unser Spiel einzugreifen, stehen gut.»

Vom Potenzial Luzerns ist Stig Döös Traagstad überzeugt: «Mit diesem Team können wir alles erreichen, the sky is the limit.» Was nach dieser Saison für ihn persönlich kommt, ist offen, die Lust auf ein Engagement im Ausland ist durch den halbjährigen Abstecher nach Dänemark nicht gestillt: «Ich schliesse bald den Bachelor ab, ich könnte mir vorstellen, nächste Saison wieder im Ausland zu spielen», betont der 1,90 Meter grosse Leistungssportler.