Die Stanser Handballer spielen sich «durchzogen» an die Tabellenspitze

Der BSV Stans schlägt Wädenswil/Horgen mit 36:31 und stösst in der NLB auf Platz zwei vor.

Stephan Santschi
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Handball, BSV Stans (in Rot) vs. SG Wädenswil / Horgen. Im Bild in der Mitte Nr. 2 Roger Scherer (BSV). Namen aus dem Matchblatt. Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 21. September 2019)

Handball, BSV Stans (in Rot) vs. SG Wädenswil / Horgen. Im Bild in der Mitte Nr. 2 Roger Scherer (BSV). Namen aus dem Matchblatt. Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 21. September 2019)

Aufstiegsambitionen haben die Stanser nicht, aber wenn sie am Ende der Saison den Playoff-Final der beiden besten NLB-Teams bestreiten könnten, würden sie wohl nicht Nein sagen. «Letzte Saison waren wir Vierter, eine Topklassierung liegt auch in diesem Jahr drin», sagt Mario Obad, der spielende Assistenztrainer des BSV Stans und er stellt selber die Frage: «Ist ein Platz in den Playoffs zu optimistisch?» Seine Antwort: «Die Breite und Qualität im Kader hätten wir, doch es braucht auch Glück und wenig Verletzte, um dieses Ziel zu erreichen.»

Nach vier Spieltagen jedenfalls sieht es schon ganz gut aus für die Nidwaldner, aktuell belegen sie hinter Möhlin Platz zwei. Am letzten Samstag bezwangen sie zu Hause die SG Wädenswil/Horgen mit 36:31. Ein Selbstläufer war es nicht gegen den punktelosen Tabellenletzten, «wir wussten schon vor dem Spiel, dass es nicht einfach werden würde», erklärt Obad. Mit kleinen und schnellen Spielern stellen die Zürcher eine unangenehme Mannschaft, «das merkten in der Vorbereitung auch Kriens-Luzern und GC Amicitia Zürich, die Testspiele gegen Wädenswil/Horgen verloren hatten», berichtet Obad. Zudem fielen bei den Stansern am Wochenende mit Nando Kuster und Gianluca Lima zwei wichtige Spieler verletzungsbedingt aus.

Und so fand der BSV zwar gut ins Spiel, distanzierte den Gegner bis zur 27. Minute auf sieben Treffer (18:11) und legte nach dem Seitenwechsel sogar noch etwas nach (23:15). Doch dann musste er die zähen Gäste bis zur 48. Minute wieder auf ein Tor herankommen lassen (27:26). «Unser Auftritt war durchzogen, in der Abwehr zeigen wir in dieser Saison bisher noch nicht das, was wir uns vorstellen», gesteht Flügelspieler Christian Imfeld.

Beinahe Führung mit acht Toren verspielt

Dass im vierten Spiel der dritte Sieg resultierte, lag letztlich am starken Angriff, zu dem Imfeld mit 12 Toren einen wesentlichen Beitrag leistete. Nach Mario Obad (11 Tore beim 37:34-Erfolg gegen Steffisburg) und Pascal Achermann (12 Tore beim 34:25 in Birsfelden) ist Imfeld damit der dritte BSV-Akteur in Serie, der mit einer offensiven Glanzleistung den Unterschied ausgemacht hat. «Die meisten Tore machte ich vom Flügel, weil unsere Rückraumspieler das Auge und die Geduld hatten, um die Angriffe auszuspielen», lobt Imfeld das Kollektiv.

Heute gastieren die Stanser im Cup in Emmen

In den kommenden Wochen werden sich die Stanser aber steigern müssen, um die hohen Ambitionen auf dem Platz bestätigen zu können. Trafen sie bisher auf vergleichsweise schlecht dotierte Teams, warten nun in der Meisterschaft mit Solothurn, den Kadetten Espoirs Schaffhausen und Baden drei grosse Kaliber auf sie. Zunächst stehen die Stanser aber heute in Emmen im Einsatz, beim Luzerner Erstligisten bestreiten sie den 1/16-Final im Schweizer Cup (20.30 Uhr, Rossmoos).

Der 37-jährige Assistenztrainer Mario Obad fordert grundsätzlich mehr Konstanz. Er weiss aber auch, dass es wegen den im Sommer neu dazugestossenen Feldspielern Basil Gnos, Gianluca Lima und Pascal Gwerder vor allem in der Abwehr noch etwas Zeit braucht, bis die Abstimmung ansprechend funktioniert. Trotz Spitzenplatz läuft beim BSV Stans also noch nicht alles rund.

Männer, NLB

4. Runde: Stans – SG Wädenswil/Horgen 36:31 (18:13). Chênois Genève - Kadetten Espoirs Schaffhausen 22:27 (10:15). SG Yellow/Pfadi Winterthur - Kreuzlingen 31:27 (14:14). Stäfa – Steffisburg 30:23 (16:13). Fortitudo Gossau – Biel 32:25 (16:11). STV Baden - Solothurn 28:30 (12:11). Möhlin – Birsfelden 31:27 (14:12).

Rangliste: 1. Möhlin 4/8 (122:106). 2. BSV Stans 4/7 (133:116). 3. STV Baden 4/6 (113:97). 4. Kreuzlingen 4/6 (120:105). 5. Solothurn 4/6 (129:119). 6. Kadetten Espoirs SH 4/6 (114:112). 7. Stäfa 3/4 (94:83). 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 4/4 (117:121). 9. Fortitudo Gossau 3/2. 10. Birsfelden 4/2. 11. HS Biel 3/1. 12. Chênois Genève 3/0. 13. Steffisburg 4/0. 14. SG Wädenswil/Horgen 4/0.

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