Volleyball
Ein Team für Innerschweizer Talente: eine Perspektive für spätere Spitzenkarriere

Junge Volleyballerinnen können Erfahrungen in der 1. Liga sammeln – und sich für höhere Aufgaben empfehlen.

Stefanie Meier
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Freude nach einem Punkt: Für einen Sieg reicht es den Innerschweizerinnen allerdings noch nicht.

Freude nach einem Punkt: Für einen Sieg reicht es den Innerschweizerinnen allerdings noch nicht.

Im dritten Spiel der Saison musste das Talentzentrum Luzern-Innerschweiz gegen den BTV Aarau eine 1:3-Niederlage in der 1. Liga einstecken. Zwischenzeitlich hatten die Gastgeberinnen vier Punkte Vorsprung im ersten Satz, letztlich mussten sie sich aber mit 26:28 beugen. Das Team war mental angeschlagen und konnte dem Gegner danach nicht mehr Paroli bieten. «Aarau hat eine ähnliche Teamstruktur wie wir. Sie sind aber noch professioneller in der Arbeit und haben ein höheres Trainingspensum. Das hat den Unterschied ausgemacht», resümierte Marc Stalder nach dem Spiel.

Stalder war als Koordinator federführend am Aufbau des Luzerner Talentteams beteiligt. Die ehemalige Talent School Innerschweiz und das Fanionteam von Volley Region Entlebuch wurden per August 2021 im Sinne des nationalen Nachwuchskonzeptes zum neuen Talentzentrum Luzern-Innerschweiz umstrukturiert.

Vorwiegend ein Angebot für Sportschülerinnen

Die Idee sei, dem Nachwuchs ein Spielgefäss auf 1.-Liga-Niveau anzubieten, so Stalder. «Das Jugendniveau in der Innerschweiz ist sehr gut. Die Talente sollen uns erhalten bleiben und nicht wegen des fehlenden Angebots in eine andere Region abwandern. Wir wollen den Nachwuchs auf den Übertritt in eine höhere Liga vorbereiten.» Die Ziele würden sich zwischen der NLB und den internationalen Ligen bewegen. Stalder:

«Wir bieten eine professionelle Trainingsstruktur insbesondere für Sportschülerinnen der Frei’s Schulen Luzern sowie den Kantonsschulen Alpenquai Luzern und Schüpfheim.»

Und doch handelt es sich momentan um kein reines Sportschülerinnen-Team. Es stellt sich aus letztjährigen Talenten der Sportschulen und erfahrenen Spielerinnen aus der ehemaligen 2. Liga von Volley Luzern Nachwuchs zusammen. Nicht jede Spielerin kann und will die Sportschule besuchen. Wenn es also die Teamzusammensetzung erlaubt, ist es für jede Spielerin möglich, zum Team zu stossen – sofern das Potenzial vorhanden ist.

Die Entwicklung im Volleyball ist in den letzten Jahren ins Stocken geraten. Die beiden NLB-Teams Volleya Obwalden und Volley Luzern sind die Aushängeschilder bei den Innerschweizer Frauen. «Die beiden Klubs werden Spielerinnen brauchen. Deshalb macht es Sinn, in diese Richtung zu denken», sagt Stalder.

«Jene Spielerinnen, die ein gewisses Niveau aufweisen, sollen schliesslich auch den Schritt in die Nationalliga B machen können. Und wer weiss, vielleicht stellt sich irgendwann die Frage nach einem NLA-Team.»

Der nun eingeschlagene Weg sei für die Innerschweiz zwingend nötig, um dem neuen nationalen Nachwuchskonzept gerecht zu werden.

Das Talentzentrum Luzern-Innerschweiz ist autonom und will in erster Linie für die beiden NLB-Teams Spielerinnen ausbilden. Eine Spielerin startet die Laufbahn in ihrem Jugendverein. Wenn sie dann die Sportschule besuchen will, erfolgt der Übertritt ins Regionale Trainingszentrum des Verbandes. Hat sie diese Station erfolgreich durchlaufen, folgt im Alter zwischen 15 und 18 Jahren der Übertritt in die 1. Liga des Talentzentrums. Damit sind auch die regionalen Klubs gefordert, weiter Spielerinnen auszubilden.

Kein Sonderstatus in der Liga

Das Innerschweizer Talent-Team hat im Gegensatz zu den offiziellen nationalen Nachwuchsvereinen keinen Sonderstatus in der Liga. Sind die Resultate schlecht, kann es absteigen. Marc Stalder zeigt sich trotz der noch ausbleibenden Erfolge optimistisch, denn er stellt einen deutlichen Aufwärtstrend fest. Die spielerische Entwicklung sei klar erkennbar.

Frauen. 1. Liga. Gruppe C: Talentzentrum Luzern-Innerschweiz – Aarau 0:3 (26:28, 16:25, 22:25). Schönenwerd – Aesch Pfeffingen II 3:0 (26:24, 25:23, 25:21). Biasca – Therwil II 0:3 (19:25, 15:25, 18:25). Möhlin – Wiedikon 3:1 (25:20, 24:26, 25:17, 28:26). Riehen – Kanti Baden II 3:0 (25:22, 25:21, 25:16). Gordola – Lugano II 2:3 (25:23, 30:32, 25:20, 18:25, 14:16). Riehen – Schönenwerd 3:0 (25:11, 25:16, 25:23). – Rangliste: 1. Riehen 5/13. 2. Therwil II 4/1. 3. Aarau 4/9. 5. Gordola 4/9. 5. Möhlin 4/9. 6. Kanti Baden II 4/7. 7. Schönenwerd 5/7. 8. Lugano II 4/6. 9. Aesch Pfeffigen 4/1. 10. Talentzentrum Luzern-Innerschweiz 3/0. 11. Biasca 3/0. 12. Wiedikon 4/0.

Luzern-Innerschweiz – Aarau 0:3
Doppelturnhalle Säli. – 60 Zuschauer. – SR Süess/Widmer. – Spieldauer: 80 Minuten. – Sätze: 26:28, 16:25, 22:25. – Luzern-Innerschweiz: Lorena Böbner, Nora Böbner (Libera), Brun, Flückiger, Gabriel, Herzog, Ibrisimbegovic, Krummenacher (Libera), Mitrovic, Dana Odermatt, Luna Odermatt, Renggli.

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