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Ein vorbildlicher Verein: Der Squash Club Pilatus Kriens heimst zwei Preise ein

Die IG Sport Luzern zeichnete den Squash Club Pilatus Kriens für seine Konzepte im Bereich Prävention und Integration aus.

Stefan Kleiser
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Remo Handl, Präsident Squash Club Pilatus Kriens mit gleich zwei Auszeichnungen.

Remo Handl, Präsident Squash Club Pilatus Kriens mit gleich zwei Auszeichnungen.

Martin Meienberger/meienberger-photo

«Besser kann man es nicht machen», lobt Daniel Frank, Verantwortlicher Qualitätssicherung der IG Sport Luzern, die Konzepte, welche der Squash Club Pilatus Kriens erarbeitet hat. Lachend posiert Vereinspräsident Remo Handl mit zwei Pokalen vor der Kamera. Er freut sich, dass sein Klub mit dem Präventionspreis der IG Sport ausgezeichnet wurde – für sein Engagement in den Bereichen Ausbildung, Prävention und Integration.

Der beste Verein wurde anhand verschiedener Kriterien berechnet unter denjenigen Klubs, die sich um das Qualitätslabel der IG Sport bemühten. «Wir haben viel investiert und eine gute Grundlage geschaffen», meint Handl.

«Wir mussten uns sehr viele Fragen stellen.»

Die erarbeiteten Konzepte hat der Squash Club auf seiner Website aufgeschaltet. Betroffene finden hier die Vorsätze des Vereins und Links zu Organisationen, die bei Problemen weiterhelfen.

Jährlich Fördergelder von rund drei Millionen

«Den Präventionspreis gibt es schon lange», erzählt Frank, «aber zuletzt wurden fast keine Bewerbungen mehr eingereicht.» Der Preis wurde daher mit der Vergabe des Qualitäts­labels verknüpft. «Der Kanton vergibt jährlich Fördergelder von rund drei Millionen Franken», weiss Frank. Klubs, die mehr als 10 000 Franken beantragen, müssen das Zertifikat der IG vorweisen und in deren Rahmen eine Umfrage zur Prävention ausfüllen. Sonst gibt es 20 Prozent weniger Fördergeld.

Die Umfrage, die ausgefüllt werden muss, um das Zertifikat zu bekommen, soll die Verantwortlichen zum Nachdenken bewegen. «Die Vereine sollen sich den Spiegel vorhalten und veränderten gesellschaftlichen Begebenheiten anpassen», sagt Frank und erwähnt soziale Medien, sexuelle Gewalt, Unfallversicherung oder Suchtprävention.

«Jedes Car-Unternehmen weiss, was zu tun ist, wenn ein Unfall passiert. Im Ernstfall kann man nicht lange überlegen.»

Dies sollen auch Sportvereine beherzigen.

«Sicher spielte das Malus-System bei der Umsetzung eine Rolle», sagt Präsident Handl. «Aber wir sahen auch die Chance, den Eltern unseres Nachwuchses aufzuzeigen, dass wir alles machen, um den Kindern und den Klubmitgliedern ein sicheres Trainingsumfeld bieten zu können. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, alle diese Themen ausführlich im Vorstand zu diskutieren.» Ein Jahr dauerte die Arbeit.

Wissen, was zu tun wäre

Also wurden die Trainer in Kurse zum Thema sexualisierte Gewalt geschickt, es gibt Rabatte für Personen mit kleinem Budget oder einen Verhaltenskodex für die Vorstandsmitglieder. «Wir finden es wichtig zu wissen, was sein könnte – und zu wissen, was wir danach machen müssen», sagt Handl. Dafür wird der Klub nun belohnt, auch mit einer kleinen Prämie. «Kann man mit den Massnahmen etwas verhindern, ist die Arbeit aber unbezahlbar», so Frank.

Und weshalb zwei Pokale? Einer gehört Ambre Allinckx, der Nachwuchssportlerin des Jahres. Sie kommt ebenfalls aus dem Squash Club Pilatus Kriens, war aber, als die Preisträger bekanntgegeben wurden, abwesend. So nahm Remo Handl auch ihre Trophäe zur Hand.

«Dass auch sie aus dem Squash Club Pilatus Kriens kommt, ist ein schöner Zufall»,

findet Daniel Frank. Aber keine Überraschung, denn «vorbildliche Vereine bringen oft auch aussergewöhnliche Sportler hervor».

Hinweis. Mehr Infos unter: www.sqcp.ch

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