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Der FC Hergiswil schnuppert am Aufstieg

Hergiswil schlägt Brunnen mit 2:1 und verbleibt damit im Rennen um die 1.-Liga-Promotion.

Stephan Santschi
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Der Hergiswiler Luca Mombelli (links) versucht, Brunnens Stefan Wolf zu stoppen.

Der Hergiswiler Luca Mombelli (links) versucht, Brunnens Stefan Wolf zu stoppen.

Bild: Dominik Wunderli (Hergiswil, 19. Juni 2021)

Warmer Applaus hallt von der kleinen Steintribüne des Grossmatt-Sportplatzes, die Zuschauer feiern Hergiswils 2:1-Sieg gegen Brunnen. Fast acht Monate lang haben sie darauf warten müssen, erstmals seit dem 4:0-Erfolg gegen Sursee im letzten Oktober bestritten die Nidwaldner wieder ein Heimspiel. Dass es sich bei schwülen Sommerbedingungen um einen Spitzenkampf der 2. Liga interregional handelte, machte die Sache noch reizvoller. Beide Teams brauchten einen Sieg, um sich vor dem letzten Spieltag noch eine theoretische Chance auf die 1.-Liga-Promotion zu wahren. «Unser Ziel war nicht der Aufstieg, doch wenn man plötzlich so nahe dran ist, will man auf einmal zu viel. Wir haben diesmal die Basics nicht abrufen können», erklärte Brunnens Marco Wiget. Der 30-jährige Defensivspezialist hielt fest: «Zweikämpfe, Laufbereitschaft, Chancenverwertung – Hergiswil war in jeder Disziplin besser als wir.»

Die Spielanlage der beiden Teams unterschied sich dabei recht deutlich. Auf der einen Seite waren die Hergiswiler, die den Weg vor das gegnerische Tor möglichst schnörkellos suchten, auf der anderen die Brunner, die eher das Kurzpassspiel forcierten und im Angriff den einen oder anderen Umweg nahmen. Hergiswils Vorgehensweise wirkte entschlossener, erfolgversprechender – und so kam das Heimteam bereits vor der Pause zu einer 2:0-Führung.

Ausgelaugte Brunner schaffen nur den Anschluss

Der wichtigste Protagonist hierbei war der rechte Aussenverteidiger Shan Meyer, der aufgrund personeller Absenzen eine Linie nach vorne an den Flügel rückte und mit zwei Rushes die Treffer einleitete. Die erste Hereingabe spedierte Brunnens Verteidiger Sergio Gwerder ins eigene Tor (32.), die zweite verwertete Teamkollege Nico Gautschi (41.). «Wir brachten ein paar Prozent mehr auf den Platz», stellte Meyer fest.

In der zweiten Halbzeit wechselte Hergiswil in den gefährlichen Verwaltungsmodus, zog sich zurück, setzte kaum mehr offensive Nadelstiche. Brunnen stellte in der 67. Minute das System um, agierte neu mit einer Dreier-Abwehrkette und beorderte Innenverteidiger Wiget ins Mittelfeld. Nur eine Minute später zog der langjährige Challenge-League-Spieler des SC Kriens aus 20 Metern humorlos ab und verkürzte auf 1:2. Obwohl noch genügend Zeit blieb, erspielten sich die Gäste aus dem Kanton Schwyz aber keine Ausgleichschance mehr. Vielmehr zollten sie der Hitze ihren Tribut. Und vielleicht scheiterten sie angesichts der historischen Aussicht, erstmals seit dem Abstieg im Jahr 1978 wieder in die 1. Liga zurückzukehren, auch ein wenig an den eigenen Nerven. «Wir spielten nicht das, was uns in dieser Saison stark gemacht hat», befand Wiget, der das Team nicht nur mit seiner Routine auf dem Platz, sondern als Assistent von Chefcoach Viktor Vrhovac auch in den Trainings weiterbringen möchte. «Im Herbst werde ich die Ausbildung zum A-Diplom angehen.»

Shan Meyer zieht weiter zum SC Buochs

Während Brunnen nun keine Chance mehr auf Platz eins hat, ist Hergiswil weiterhin voll im Rennen. Leader Taverne verlor in Emmenbrücke mit 2:3, womit sich die Ausgangslage vor der Schlussrunde für die Nidwaldner wie folgt präsentiert: Gewinnen sie am nächsten Samstag auswärts gegen den neuen Tabellenführer Team Ticino U21 und siegt Taverne nicht gegen Perlen-Buchrain, schliessen sie die Gruppe vier als Nummer eins ab. Ob die Hergiswiler die infrastrukturellen Bedingungen für die 1. Liga aber überhaupt erfüllen können, ist noch ungewiss. Fest hingegen steht: Der doppelte Vorlagengeber Shan Meyer plant seine Zukunft in der 1. Liga, er wechselt in der Sommerpause zum SC Buochs, auch wenn sich dieser in grosser Abstiegsgefahr befindet. «Ich war zwei Jahre in Hergiswil, bin zum Stammspieler geworden, das Gleiche möchte ich in den nächsten beiden Jahren in Buochs schaffen», sagt der 18-jährige KV-Lehrling aus Kastanienbaum. «Und dann», so fügt der frühere SCK-Junior selbstbewusst an, «soll es weiter nach oben gehen.»

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