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Der FC Ibach patzt, der FC Hergiswil leidet und gewinnt dennoch

Hergiswil schlägt Ibach verdient mit 3:1. Zwei ehemalige Junioren des FC Kickers sorgen dabei für Aufsehen.

Stephan Santschi
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Der Hergiswiler Yves Erni (links) behauptet den Ball und drängt gleichzeitig den Ibächler Manuel Reichmuth weg.

Der Hergiswiler Yves Erni (links) behauptet den Ball und drängt gleichzeitig den Ibächler Manuel Reichmuth weg.

Bild: Pius Amrein (Hergiswil, 29. August 2021)

Beide kamen im Sommer aus dem Nachwuchs des FC Kickers Luzern nach Hergiswil (2. Liga inter), beide sorgten im ersten Heimspiel für Aufsehen. Der eine, Manuel Vargas, ist der Bruder von Bundesliga-Profi Ruben, während seines rund viertelstündigen Teileinsatzes sorgte er im rechten Mittelfeld für etwas offensive Unruhe. Die Fotowünsche der weiblichen Teenager hatte der 20-Jährige nach dem Spiel aber vor allem wegen der Ähnlichkeit mit seinem drei Jahre älteren Bruder zu erfüllen – in Sachen Laufstil, Gestik und Aussehen ist die Verwandtschaft unverkennbar. Der andere war Tchere Mulanga, er setzte die Ausrufezeichen vor allem auf dem Platz, zwei Treffer steuerte der 17-Jährige zum 3:1-Sieg gegen Ibach bei. Doch alles der Reihe nach.

Keines der beiden Teams startete vor einer Woche optimal in die 2.-Liga-inter-Saison. Die Nidwaldner verloren auswärts gegen Gambarogno-Contone nach einem uninspirierten Auftritt mit 0:1, die Schwyzer kamen wegen des Coronafalls von Startgegner Emmenbrücke gar nicht zum Spielen.

Gäste aus Ibach bringen Geschenke mit

So richtig lanciert wurde das Duell am Sonntag erst nach etwas mehr als 20 Minuten, als Hergiswil einen Penalty zugesprochen erhielt. Yves Erni sah seinen Schuss zwar von Jürg Koller abgewehrt, danach hatte der Gastgeber die Startmüdigkeit allerdings aus den Beinen geschüttelt.

Hergiswil war nun spielerisch überlegen, kombinierte sich zuweilen gefällig über den nassen und nicht frisch gemähten Grossmattrasen. Ohne die gütige Unterstützung der Gäste wäre die komfortable 2:0-Führung zur Pause aber wohl nicht möglich gewesen. In der 39. Minute fand das Spielgerät nach einem Prellball und einer verunglückten Rettungsaktion des Goalies vor die Füsse von Luca Mombelli, welcher nur noch ins leere Tor einzuschiessen brauchte. Und in der Nachspielzeit ging dem Tor von Mulanga ein haarsträubender Fehlpass im Spielaufbau voraus.

«Wir laden Hergiswil ein, so geht das natürlich nicht», ärgerte sich Saba Velic, der Trainer des FC Ibach. Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst in dieselbe Richtung weiter. Mulanga und Kevin Kehrer erfreuten sich wenig Gegenwehr, spielten vier gute Abschlussmöglichkeiten heraus, nur mit der Chancenverwertung sündigten sie. Der Bruch folgte nach einer Stunde, als Mittelfeldchef Mombelli nach einem harten Foul ausgewechselt werden musste. Hergiswil verlor an Organisation und Kontrolle, Ibach wirkte auf einmal entschlossener, kam in der 67. Minute durch Manuel Reichmuth zum Anschlusstreffer und schnupperte danach sogar am Ausgleich. «Wir mussten leiden», stellte Hergiswils Trainer Sascha Imholz fest.

Hergiswil zeigt gelungene Reaktion auf Fehlstart

Den Schlusspunkt setzte jedoch das Heimteam und das wiederum in der Person von Tchere Mulanga. Der junge Stürmer schloss eine schöne Einzelaktion in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit eiskalt zum 3:1 ab und sicherte seinen Farben verdientermassen den ersten Saisonsieg. «Wir zeigten eine Reaktion auf den Start vor einer Woche, der nicht so ausfiel, wie wir uns das vorgestellt hatten», resümierte Imholz. Sein Antipode mass dem ungenügenden Auftritt seiner Auswahl derweil nicht allzu viel Bedeutung bei. «Ich bin erst seit zwei Monaten hier», erklärte Velic. «Es braucht etwas Zeit, bis die neuen Automatismen greifen, bis ich Struktur reingebracht habe. Unser Spiel muss reifen.»

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