Handball
Im Sparmodus in den Viertelfinal: Kriens-Luzern kommt spielfrei weiter

Der HC Kriens-Luzern muss im Schweizer Cup weniger Aufwand betreiben als geplant.

Stephan Santschi
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Der Krienser Ammar Idrizi (am Ball) prüft hier die Defensivarbeit des Altdorfers Samuel Wyss (links).

Der Krienser Ammar Idrizi (am Ball) prüft hier die Defensivarbeit des Altdorfers Samuel Wyss (links).

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 20. November 2021)

Die QHL-Handballer von Kriens-Luzern erfreuten sich gestern eines freien Sonntags. Der geplante Cup-Achtelfinal in Altdorf gegen B-Ligist Yellow/Pfadi Espoirs fiel nämlich ins Wasser, weil der Gegner nicht genügend Spieler aufbieten konnte und daher eine 0:10-Forfaitniederlage hinnehmen musste. Am Samstag hatten die Winterthurer noch den Sechzehntelfinal gegen Liga-Konkurrent Stäfa überraschenderweise mit 24:21 gewonnen, am Sonntag fehlten ihnen aber die U19-Elite-Junioren, welche gleichentags mit dem Nachwuchs von Pfadi Winterthur im Cupeinsatz standen.

Und so blieb der Sechzehntelfinal am Samstag gegen Altdorf der einzige Krienser Auftritt an diesem Cup-Wochenende. Der 1.-Ligist aus dem Kanton Uri wehrte sich dabei vor 400 Zuschauern nach Kräften, war aber wie schon im letzten Cup-Aufeinandertreffen im Jahr 2016 (20:40) chancenlos und verlor mit 20:37. Der Oberklassige gab dabei jenen Akteuren, die zuletzt weniger zum Zug kamen, mehr Einsatzzeit – Kayoum Eicher zum Beispiel. Der Goalie nutzte seine Chance mit einer 61-prozentigen Abwehrquote.

«Ich habe meinen Job erledigt, bin mit meiner Leistung zufrieden. Ich fühle mich nun aber nicht als Sibesiech. Viele Bälle musste ich nicht halten»,

hielt Eicher fest.

Eichers Kampf mit der «Stinklaune»

Der 23-jährige Ersatzkeeper steckt aktuell in einer schwierigen Phase. In der Meisterschaft kommt er hinter dem stark haltenden Slowenen Rok Zaponsek kaum zu Einsatzzeit. Die Vorbereitung verpasste er wegen einer Zehenverletzung, danach fiel es ihm schwer, ins Team zu finden, wie er sagt.

«Nun muss ich Dreck fressen und habe mir darüber schon Gedanken gemacht»,

gesteht Eicher. Die Rolle als Bankdrücker nagte an seiner Motivation, «doch ich will nicht mit einer Stinklaune eine schlechte Stimmung ins Team und in mein Umfeld bringen».Also entschied er sich nach dem für die ganze Mannschaft ernüchternden Auftritt vor knapp zwei Wochen auswärts gegen Wacker Thun wieder mit mehr Spass ans Werk zu gehen. Trainer Goran Perkovac fordert von seinem Goalie derweil stabilere Leistungen, stellt ihm vorderhand aber nicht viel mehr Spielminuten in Aussicht. «Rok zeigt relativ konstante Leistungen. Aktuell sind wir nicht in einer Phase, in der wir viel wechseln können», sagt Perkovac, der mit Kriens-Luzern in der Liga nur auf dem achten Platz steht.

Idrizis mit Comeback, Gavranovic bald zurück

Für Zuversicht sorgt generell die personelle Situation, die sich zusehends entschärft. Im Cup in Altdorf gab der rechte Flügel Ammar Idrizi nach seiner Verletzung an der Patella-Sehne ein Comeback und erzielte in seinem ersten Saisonspiel vier Tore. Am Dienstag wird zudem Kreisläufer und Abwehrspezialist Filip Gavranovic in Kriens erwartet, wenn die Mannschaft anlässlich eines Team-Events einen Escape-Room besucht.

Nach den medizinischen Checks wird Gavranovic am Mittwoch in Kriens erstmals trainieren. «Dann werden wir sehen, ob er bei uns bleibt oder wieder nach Kroatien zurückfährt», sagt Perkovac über seinen Captain, der in dieser Saison wegen einer Entzündung im Beckenbereich noch keine Partie absolvieren konnte. Den nächsten Ernstkampf bestreitet der HCKL in der QHL am kommenden Samstag auswärts gegen den RTV Basel.

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Männer. Schweizer Cup. Sechzehntelfinals. Samstag: Borba Luzern (2.) – Kreuzlingen (NLB) 28:39. Altdorf (1.) – Kriens-Luzern (QHL) 20:37. Emmen (1.) – St.Otmar St.Gallen (QHL) 30:42. Dagmersellen (1.) – Suhr Aarau (QHL) 21:37. Frick (1.) – Stans (NLB) 32:37. – Achtelfinals. Sonntag: Kriens-Luzern – Yellow/Pfadi Espoirs (NLB) 10:0 forfait. Möhlin – Stans 30:32.

Altdorf – Kriens-Luzern 20:37 (6:15)
Feldli. – 400 Zuschauer. – SR Feld/Müller.
Strafen: 3-mal 2 Minuten plus Disqualifikation für Auf der Maur (26./Foul im Gegenstoss) gegen Altdorf, 5-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.
Altdorf: Amrein (8 Paraden)/Arnold (3)/Dittli (1); Aschwanden (1 Tor), Herger, Müller (3), Baumann, Wyss (8), Ledermann (2), Auf der Maur (1), Kovacevic (1), Henrich (4/2), Bubalo, Adamcik.
Kriens-Luzern: Eicher (14 Paraden, 1 Tor)/Zaponsek (4 Paraden); Wanner (4 Tore), Orbovic, Lapajne (2), Rellstab, Langenick (5), Sikosek Pelko (4), Harbuz (3/1), Oertli (5), Schlumpf (6), Idrizi (4), Buob, Vekic (3).
Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Gavranovic (verletzt), Delchiappo (geschont), Lavric (krank). Amrein pariert Penalty von Harbuz (26./6:13). Dittli pariert Penalty von Harbuz (30./6:15).

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