Geräteturnen
Anja Langensand setzt ein Ausrufezeichen

An der Getu-Challenge in Willisau glückt der Obwaldner Geräteturnerin Anja Langensand eine starke Premiere.

Stefanie Meier
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Hat das Fliegen kein bisschen verlernt: Anja Langensand (16) an den Schaukelringen.

Hat das Fliegen kein bisschen verlernt: Anja Langensand (16) an den Schaukelringen.

Knapp zwei Jahre war die Geräteturn-Szene im Tiefschlaf. Trainings fanden, wenn überhaupt, nur unter ganz speziellen Bedingungen statt. Trotz kürzlich eingeführter Zertifikatspflicht entschied sich der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden zusammen mit dem organisierenden STV Willisau für die Durchführung der Getu-Challenge vom vergangenen Samstag in Willisau. «Ich bin sehr glücklich über die Austragung dieses Wettkampfes und spreche dem STV Willisau ein grosses Lob aus. Sie waren immer motiviert und bestrebt, das Beste aus der Situation zu machen», sagte Wettkampfleiterin Flavia Imfeld zum Abschluss dieser Saison.

Wobei von einer Wettkampfsaison kaum die Rede sein kann. Für die Aktivkategorien 5-7 sowie die Frauen und Männer gab es heuer nur diesen einen Wettkampf. Das Teilnehmerfeld war dennoch sehr bescheiden. Als aktive Turnerin weiss Imfeld, dass einem Wettkampf eine saubere Vorbereitungsphase vorausgeht.

«Es gibt einige, die lassen sich weder von der Zertifikatspflicht noch vom Trainingsrückstand aufhalten. Doch ich kann verstehen, wenn man sich nach einer längeren Pause oder beispielsweise einem Kategorienwechsel für den Ernstkampf noch nicht bereit fühlt.»

«Vor Freude vergessen, nervös zu werden»

Für Anja Langensand hat sich der Ausflug ins Luzerner Hinterland gelohnt. Die 16-jährige Obwaldnerin absolvierte ihren ersten Wettkampf in der Königskategorie 7 und verwies ihre Konkurrentinnen gleich auf die Ränge. «Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich hätte nie damit gerechnet und bin sehr stolz, dass meine Wettkampfroutine nicht verloren ging. Ich habe aus lauter Freude sogar ganz vergessen, nervös zu werden», sagte sie. Damit setzte die junge Innerschweizerin ein Ausrufezeichen. Hält sie ihre Formkurve hoch und schafft sie es, auch auf diesem Niveau ihr ganzes Können am Tag X abzurufen, wird sie wohl im nächsten Jahr sehr weit vorne mitmischen können. «Ja, das ist mein Ziel. Ich möchte auch noch schwierigere Elemente einbauen. Doch es braucht Zeit, bis ein Element sitzt. Am Wettkampf habe ich nur eine Chance, mich zu beweisen.»

Simon Stalder zündet Feuerwerk am Sprung

Bei den Turnern der Kategorie 7 siegte niemand geringeres als der mehrfache Schweizer Meister Simon Stalder. Der Routinier zeigte einen souveränen Wettkampf – bis auf den einen schwachen Moment an den Schaukelringen, als er für einmal auf dem Allerwertesten landete. Pech, dachte sich der Rickenbacher und zündete kurze Zeit später am Sprung ein Feuerwerk sondergleichen. Sowohl seinen Doppelsalto vorwärts gebückt mit halber Drehung wie auch den Doppelsalto vorwärts gehockt mit 1,5 Drehungen stand er sauber. Er erreichte damit die Tageshöchstnote 9,90.

«Es war herrlich, wieder einmal einen Wettkampf zu turnen und all seine Kameraden wieder zu sehen. Dabei war die Leistung heute definitiv zweitrangig»,

gestand Stalder, einer der Gewinner der Willisauer-Ringli-Medaille.

Dem stimmte auch die K6-Siegerin Larissa Bänninger (BTV Luzern) zu und fügte an: «Für mich ist dieser Sieg eine Bestätigung, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.» Welche Herausforderungen es kommende Saison zu meistern gibt, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Der Turnsport lebt weiter – einmal Turner, immer Turner.

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