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Liganeuling FC Rothenburg spielt sich beherzt zum ersten Achtungserfolg

Zweitligist Emmen muss sich gegen Aufsteiger Rothenburg, das dem Sieg näher stand, mit einem Punkt (1:1) begnügen.

Michael Wyss
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Emmens Flügelspieler Stefan Silva Borges beschäftigt Rothenburgs Verteidiger Jan Portmann.

Emmens Flügelspieler Stefan Silva Borges beschäftigt Rothenburgs Verteidiger Jan Portmann.

«Ich bin sehr stolz. Wir haben einen beherzten Auftritt gezeigt. Den Punkt nehmen wir, allerdings wäre der Sieg möglich gewesen», zeigte sich Rothenburgs Trainer Marc Odermatt mit gemischten Gefühlen nach dem Spiel in Emmen. Verständlich seine Aussage, denn der Liganeuling führte bis kurz vor Schluss 1:0 auf der Feldbreite, ehe dem Gastgeber der Ausgleich (88.) gelang.

«Wir hatten einige Tormöglichkeiten, den Sieg zu holen. Wir standen dem 2:0 nahe.» In der 80. Minute vergab unter anderem Davide Di Berardino kläglich vor dem bereits geschlagenen Emmer Schlussmann aus bester Position. Odermatt: «Das Remis ist dennoch als Erfolg zu werten, der wichtig war für die Moral. Die Partie in Emmen hat uns aufgezeigt, dass in der regionalen 2. Liga ein anderer Wind weht. Da muss man 95 Minuten konzentriert bei der Sache sein. In der 3. Liga konnte man sich die eine oder andere Unkonzentriertheit vielleicht noch leisten, hier wird das bestraft.»

Zwei 19-jährige Debütanten bei Rothenburg

Für zwei Spieler des Liganeulings Rothenburg wird das Spiel beim SC Emmen in Erinnerung bleiben. Rothenburgs Eigengewächse Luca Imfeld und Nicolas Loser, beide 19-jährig und Verteidiger, debütierten in der regionalen 2. Liga. «Für uns war es der erste Ernstkampf auf diesem Niveau. Wir waren schon etwas kribbelig und angespannt», so Imfeld stellvertretend. Mit dem Punktgewinn ist man zufrieden? Loser:

«Wenn man so kurz bis Schluss führt, muss man den Sieg einfahren. Es ist dennoch ein Erfolgserlebnis für uns. Wir haben eine gute Figur abgegeben.»

Rothenburgs Startprogramm mit Willisau (0:2-Niederlage) und Emmen (1:1) war happig. Odermatt: «Gleich zu Beginn gegen den Absteiger aus der 2. Liga inter zu spielen und gegen einen bestandenen Zweitligisten, war eine Challenge für mein Team. Dieser Auftakt stimmt mich optimistisch. Wir sind in der Liga angekommen und der Weg stimmt. Wir reifen von Spiel zu Spiel, in diesem Team schlummert viel Talent.» Am Samstag (18.00, Chärnsmatt) kommt Obergeissenstein, das 2.-Liga-inter-Absteiger Sarnen 2:0 bodigte. Odermatt: «Gegen die Stadtluzerner muss uns keiner motivieren. Ich will den ersten Sieg einfahren.» Wenn das Team so keck aufspielt wie zuletzt in Emmen, wird der erste Sieg des Aufsteigers, der im Kader auf diese Saison keine Veränderungen erlebte, nicht mehr lange auf sich warten.

Emmen will im Cup dem FC Littau nacheifern

Emmen, letzte Saison knapp am Aufstieg gescheitert, kann von keinem geglückten Auftakt sprechen. Auf die 1:3-Niederlage in Sarnen folgte nun ein 1:1 gegen Aufsteiger Rothenburg. Trainer Dragan Bijorac: «Ich habe mit personellen Problemen zu kämpfen. So schlimm war es noch nie, seit ich hier amte. Fünf verletzte Spieler und diverse Akteure, die erst diese Woche aus den Ferien zurückgekehrt sind.» Selbst der Challenge-League-Erfahrene Michael Keller (35) von den SCE-Senioren kam in den beiden Spielen zum Einsatz.

«Immerhin haben wir gegen Rothenburg noch den Ausgleich erzielt. Das muss ich der Mannschaft hoch anrechnen. Wenn alle wieder an Board sind, können wir vorne mitmischen.»

Hohe Ziele hat der Cheftrainer auch für den Cup anvisiert: «Ich will diesen Wettbewerb gewinnen und mit dem SC Emmen in der ersten Hauptrunde gegen einen namhaften Gegner aus der obersten Liga spielen. Was Littau kürzlich mit dem Spiel gegen Meister Young Boys erleben durfte, muss Motivation genug sein.» Am Samstag (18.00, Seeland) reist Emmen zum Leader Sempach. Verstärkt haben sich die Emmer mit dem 26-jährigen Mittelfeldspieler Nicholas Walker von 1. Liga Absteiger SC Goldau.

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