Volley Luzern
Auf dem letzten Rang kleben geblieben: Luzerner kommen nicht auf Touren

Zwei Spiele, zwei Niederlagen – die NLA-Volleyballer aus Luzern haben ein erfolgloses Wochenende hinter sich.

Stephan Santschi
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Marco Fölmli, Trainer von Volley Luzern, wartet auf die Rückkehr der Verletzten.

Marco Fölmli, Trainer von Volley Luzern, wartet auf die Rückkehr der Verletzten.

Patrick Huerlimann

Mit viel Vorfreude hatten sie die Herausforderung nach dem wirtschaftlichen Beinahe-Abstieg angenommen, trotz bescheidenem Budget präsentierten sie eine schlagkräftige und kampfbereite Truppe, die sich die Playoff-Halbfinals zum Ziel setzte. Nur zwei Wochen nach dem Auftakt in die neue NLA-Saison herrscht aber bereits Katerstimmung bei Volley Luzern: Mit Marcel Häfliger, Tim Köpfli, Irian Mika und Bruno Jukic sind vier Akteure verletzt. Und nach den Spielen gegen Amriswil (0:3), Lausanne (1:3), Schönenwerd (0:3) und Näfels (2:3) stehen ebenso viele Niederlagen zu Buche. Die Konsequenz: der letzte Platz.

Den vorläufigen Tiefpunkt erreichten die Luzerner am Sonntagabend auswärts gegen das bis dahin ebenfalls punktelose Näfels. Trotz 1:0- und 2:1-Satzführung war am Ende auch jene Mannschaft, die unter den gegebenen Umständen am ehesten in Reichweite schien, zu stark. Das Spiel von Volley Luzern offenbarte dabei erstaunliche Schwankungen. So gewannen sie den ersten Satz diskussionslos mit 25:14, verloren den zweiten allerdings sage und schreibe mit 7:25. Es war der wohl schlechteste Abschnitt der Luzerner in einem NLA-Spiel seit dem Aufstieg im Jahr 2015.

«Vielleicht ging es davor zu leicht und wir unterschätzten den Gegner»,

rätselte Trainer Marco Fölmli.

Zu viel läuft über Topskorer Edvarts Buivids

Immerhin: Die Luzerner vermochten zu reagieren und setzten ihren Topskorer Edvarts Buivids immer wieder gekonnt in Szene. Praktisch alles lief über den lettischen Diagonalangreifer, «zeitweise war er überragend», lobte Fölmli. Nach dem gewonnenen dritten Satz (25:22) machte sich allerdings die Kehrseite dieser Spielweise bemerkbar. Zu viel Verantwortung lastete auf den Schultern von Buivids, zu wenig Pässe kamen zu den Teamkollegen in der Mitte oder auf der Aussenposition. Der Angriff war zu berechenbar, auch die Annahmen und die Blockarbeit waren jetzt ungenügend. Näfels kam auf, gewann die Sätze vier (25:19) und fünf (15:7) relativ problemlos und fügte Luzern nach der 0:3-Heimniederlage am Vortag gegen Schönenwerd die zweite Niederlage innert 24 Stunden zu.

Nach vier Spieltagen übernehmen die Luzerner in der Tabelle die rote Laterne. Die Leistungsschwankungen nehmen zuweilen Ausmasse an, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen. Nachvollziehbar sind allerdings die Abstimmungsprobleme, zu gross waren und sind die personellen Sorgen.

«Einerseits müssen wir eine Stammsechs zusammenbasteln. Andererseits gelingt es uns nicht, diese im Training unter Druck zu setzen»,

erklärt Fölmli. Aufgrund des ausgedünnten Kaders helfen in den Übungseinheiten immer wieder Spieler aus den umliegenden 1.-Liga-Vereinen Buochs, Emmen-Nord und Sursee aus, auch von B-Ligist Bern war schon Personal zu Gast. Die Qualität eines Ernstkampfes in der NLA kann so freilich nicht simuliert werden.

Luzern glaubt an den Aufschwung

Und so bleibt dem Trainer und seinem Team nichts anderes übrig, als hart weiterzuarbeiten, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen und auf die Rückkehr der Verletzten zu hoffen. In zwei Wochen sollen Köpfli und Häfliger in den Trainingsbetrieb zurückkehren, kurz darauf auch Jukic. Verloren geben, wollen die Luzerner den vierten Platz nicht, schliesslich sind in der Qualifikation erst vier von 18 Spieltagen absolviert. «Die Liga ist sehr ausgeglichen. Mit einem guten Lauf ist viel möglich», sagt Trainer Fölmli, im Wissen: «Je früher wir anfangen zu punkten, umso besser.»

Volleyball

Männer. NLA. 3. und 4. Runde: Luzern – Schönenwerd 0:3 (26:28, 23:25, 19:25). Amriswil – Jona 3:0 (25:17, 25:18, 25:17). Näfels – Chênois Genève 0:3 (21:25, 14:25, 21:25). Näfels – Luzern 3:2 (14:25, 25:7, 22:25, 25:19, 15:7). Lausanne – Amriswil 1:3 (14:25, 25:27, 25:20, 19:25). Jona – Schönenwerd 1:3 (23:25, 25:21, 20:25, 20:25). – Rangliste: 1. Amriswil 4/12. 2. Schönenwerd 5/12. 3. Jona 4/6. 4. Lausanne 4/5. 5. Chênois Genève 3/4. 6. Näfels 4/2. 7. Luzern 4/1.

Luzern – Schönenwerd 0:3
Bahnhofhalle. – SR Wolf/Demmel. – Satzergebnisse: 26:28, 23:25, 19:25. – Luzern: Harksen, Müller, Broch, Porkka, Osoko, Gautschi (Libero), Buivids; Wigger, Schmid, Moser. – Bemerkung: Luzern ohne Köpfli, Häfliger, Mika und Jukic (alle verletzt).

Näfels – Luzern 3:2
Kantonsschule, Glarus. – SR Enkerli/Hefti. – Satzergebnisse: 14:25, 25:7, 22:25, 25:19, 15:7. – Luzern: Harksen, Müller, Broch, Porkka, Osoko, Gautschi (Libero), Buivids; Wigger, Schmid, Moser.

Frauen. 4. und 5. Runde: Düdingen – Neuchâtel 1:3 (21:25, 21:25, 25:22, 24:26). Lugano – Toggenburg 3:1 (25:21, 25:18, 11:25, 25:15). Franches-Montagnes – Val-de-Travers 3:0 (25:19, 25:14, 25:11). Schaffhausen – Genève 3:0 (25:19, 25:22, 25:19). Genève – Düdingen 3:0 (25:18, 25:23, 25:18). Toggenburg – Aesch Pfeffingen 0:3 (22:25, 17:25, 16:25). Val-de-Travers – Schaffhausen 0:3 (21:25, 16:25, 23:25). Cheseaux – Franches-Montagnes 3:0 (25:23, 25:22, 25:10). Neuchâtel – Lugano 3:1 (20:25, 25:9, 25:13, 25:11). – Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Aesch Pfeffingen 15. 2. Neuchâtel 15. 3. Kanti Schaffhausen 14. 4. Cheseaux 11. 5. Düdingen 6. 6. Genève 5. 7. Lugano 4. 8. Franches-Montagnes 4. 9. Val-de-Travers 1. 10. Toggenburg 0.

Nationalliga B: Münchenbuchsee – Luzern 1:3 (16:25, 25:18, 22:25, 23:25). Neuchâtel – Obwalden 3:1 (25:27, 25:23, 25:17, 14:10). Glaronia – Aadorf 2:3 (28:26, 25:22, 15:25, 17:25, 13:15). Volero Zürich – Visp 3:0 (25:7, 25:19, 28:26). Giubiasco-Bellinzona – Therwil 1:3 (21:25, 21:25, 25:23, 23:25). – Rangliste: 1. Volero Zürich 6/18. 2. Volley Luzern 6/14. 3. Aadorf 6/14.4. Aarau 5/12. 5. Neuchâtel II 5/9. 6. Kanti Baden 5/8. 7. Visp 6/8. 8. Therwil 6/8. 9. Glaronia 5/6. 10. Köniz 6/5. 11. Münchenbuchsee 5/3. 12. Volleya Obwalden 6/2. 13. Giubiasco-Bellinzona 5/1.

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