Tennis
Mit viel Variation nach oben: Andrin Casanova träumt von der Tennis-Profikarriere

In Luzern trifft sich derzeit ein Teil der Junioren-Weltelite im Tennis. Der Luzerner Andrin Casanova hat Siegchancen.

Marco Keller
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Tennis-Talent aus Weggis: der 16-jährige Andrin Casanova.

Tennis-Talent aus Weggis: der 16-jährige Andrin Casanova.

Bild: PD

Stopball, Lob, Netzangriff mit Slice oder Topspin - Andrin Casanova (16)beherrscht das gesamte Programm. Davon überzeugen muss sich an diesem Donnerstag auch Matteo Lavizzari, der in zwei Sätzen ohne echte Siegchance bleibt und das ganze Schlagrepertoire und die Spielintelligenz des Weggisers zu spüren bekommt. Casanova lässt sich weder vom Regen beeindrucken, der den Spielplan anfänglich durcheinander wirbelt, noch davon, dass er deswegen statt auf dem Centre Court auf Aussenplatz 7 antreten muss. Er siegt souverän und steht im Halbfinal von heute Freitag. Der Final wird morgen ausgetragen.

Beim Turnier in Luzern ist er als Nummer 2 gesetzt, es ist selten, dass ein Innerschweizer bei dieser grossen internationalen Konkurrenz um den Titel mitspielen kann. Natürlich will er bei seinem Heimturnier, dem einzigen Anlass in der Region, an dem Weltranglisten-Punkte vergeben werden, besonders gut spielen. «Ich spüre ein wenig Druck», gibt Casanova zu, lächelt aber. «Das kann man natürlich auch ausnützen.»

Durch den Bruder zum Tennis gefunden

Andrin Casanova ist erblich vorbelastet. Sein Grossvater mütterlicherseits spielte in den 1960-er-Jahren unter anderem für das Schweizer Davis-Cup-Team und machte später eine steile Karriere in der internationalen Tennis-Administration. Konkret zum Tennis fand Andrin Casanova dann durch seinen älteren Bruder Valentin. «Ich habe ihm zugeschaut, die Bälle gesammelt, und dann kam ich langsam rein.» Schon bald wurde sein Talent erkannt und er stand im Kader des Regionalverbandes Tennis Zentralschweiz. So ging es immer weiter, heute ist er bereits im C-Kader von Swiss Tennis. National ist er die Nummer 89, in der Junioren-Weltrangliste belegt er Platz 653. Tendenz in beiden Fällen steigend.

10 bis 12 Stunden beträgt sein Aufwand pro Woche auf dem Platz, unter anderem mit seinem Haupttrainer Christian Dillschneider. Dazu kommen Konditionstrainings. Dillschneider, einst die Nummer 351 der Welt, lobt: «Andrin hat verstanden, worum es geht. Man kann mit ihm gut trainieren und Gespräche führen.» Aktuell wird besonders an der Vorhand gearbeitet, sie soll eine ähnliche Waffe werden wie die beidhändige Rückhand.

Mit 17 wird er schon die Matura machen

Nicht einberechnet sind bei diesen Stunden die Turniereinsätze am Wochenende. Ein reich befrachtetes Programm, besucht er doch auch noch die Sportklasse an der Kantonsschule Alpenquai, wo er im letzten Schuljahr steht und 2022 die Matura ablegen wird. Zu viel wird es ihm aber nicht: «In diesem letzten Jahr habe ich ziemlich wenig Schule und an drei Nachmittagen frei. Es bleibt mir auch noch etwas Freizeit.» 17 wird er erst sein, wenn er 2022 die Matura ablegt. Damit ist er der mit Abstand jüngste seiner Klasse. Dies, weil er einmal in der Primarschule eine Klasse überspringen konnte. Wie es dann weitergeht, weiss er noch nicht genau. «Es ist aber ein Traum von mir, Profi zu werden, und ich werde sicher ein bis zwei Jahre voll auf das Tennis setzen.»

15. ITF Luzern U18 Competition. Die Einzel-Resultate der Innerschweizer. Qualifkation. 1. Runde. Mädchen: Tina Moser (Lido) s. Liedbeck (SWE/2) 6:3, 2:6, 10:7. Joelle Lanz (Lido) s. Shetty (IND/6) 4:6, 7:5, 6:2. Beltraminelli (SUI) s. Lena Peyer (Lido) 6:3, 6:3. Schwarz (SUI/8) s. Sara Radojevic (Allmend Zug) 6:4, 6:3. Kordik (AUT) s. Sultana Mavric (Lido) 6:2, 6:3.– 2. Runde: Russiniello (SUI) s. Moser 7:6 (7:4), 6:4. Radovanovic (SUI) s. Lanz 6:3, 7:6 (7:4).
Haupttableau. Buben. 1. Runde: Andrin Casanova (Meggen/2) s. Sam Pidoux (SUI) 6:3, 6:3. – 2. Runde: Casnaova s. Lucien Michel (SUI) 6:2, 6:1. – Viertelfinal: Casanova s. Matteo Lavizzari 6:4, 6:1.

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