Langlauf
Neunter Schweizer Meistertitel: Nadine Fähndrich kann aufatmen

Im Sprint der Schweizer Meisterschaften muss sich die Luzernerin Nadine Fähndrich geschlagen geben. Dafür klappt es dann über die fünf Kilometer mit der Goldmedaille.

Jörg Greb
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Nadine Fähndrich hat nun bereits neun Schweizer Meistertitel.

Nadine Fähndrich hat nun bereits neun Schweizer Meistertitel.

Bild: Vianney Thibaut/NordicFocus/freshfocus

Es war so etwas wie ein Warnschuss gewesen: Im Sprint, der eigentlichen Domäne der Eigenthaler Weltklasse-Langläuferin Nadine Fähndrich, blieb ihr an den nationalen Titelkämpfen in Sparenmoos nur die Silbermedaille. Geschlagen geben musste sie sich Laurin Van der Graaff. Doch die Korrektur glückte am Folgetag über die 5 km Klassisch. Souverän sicherte sie sich ihren bereits neunten Meistertitel. «Schön, aber nicht von oberster Priorität», bilanzierte Fähndrich.

Ihre Wochen sind derzeit gezielt auf die Olympischen Spiele ab Mitte Februar in Peking ausgerichtet. Vor der Schweizer Meisterschaft hat sie hart trainiert, entsprechend fehlte der 26-Jährigen die Spritzigkeit. In Kombination mit den vier Sprints (Prolog, Viertel-, Halbfinal und Final) beurteilte sie ihre Leistung im Klassisch-Rennen.

«Richtig erholt fühlte sich meine Beinmuskulatur nicht an, die Sprints waren zu sehr eingefahren.»

Dennoch fand Fähndrich Grund zum Aufatmen. Sie konnte von Anfang bis am Schluss «einen hohen Rhythmus durchziehen». Vor allem erfreulich: Technisch lief sie ruhig und sauber. «Das fühlte sich flüssig und ring an», sagte sie. Am Mittwoch geht es für sie wie die anderen Olympia-Langläufer für zehn Tage ins Engadin für die spezifische (Höhen-)Vorbereitung.

Gold-Premiere für Janik Riebli

Hochklassig präsentierte sich das Feld im Männersprint. Mit Ausnahme von Routinier Roman Schaad (Unteriberg) waren alle Aushängeschilder dabei. Einer wusste sich besonders zu profilieren: Janik Riebli. Der Giswiler hatte von sich eine «optimale Leistung» verlangt – und sicherte sich sein erstes Elite-Gold. «Ich war durch Corona Ende November zurückgeworfen worden und verpasste drei Rennen, jetzt freue ich mich umso mehr, dass die Formkurve ansteigt.» Der Obwaldner hielt zudem fest:

«Diese Schweizer Meisterschaften waren für mich wichtig, sie sollten mich weiterbringen. Und sie brachten mich weiter.»

In Sachen Medaillen schnitt aus Zentralschweizer Sicht die 17-jährige Ramona Schöpfer aus Marbach am erfolgreichsten ab. Sie gewann den U18-Titel über 5 km Klassisch und U20-Silber. Dabei revanchierte sie sich an der Horwerin Nadia Steiger, die sie am Vortag im Sprint als Zweite auf den U18-Bronzeplatz verwiesen hatte und auch im Klassisch-Rennen als Zweite überzeugte. Schöpfer sieht ihre bis anhin wertvollsten Resultate in einem grossen Zusammenhang: «Ich habe mein Mindset verbessert. Diese Resultate sind das Ergebnis des positiven Denkens.» Die dritten Sprint-Ränge von Silvan Durer (Drusberg) und Bianca Buholzer (Horw) bei den U18 und U20 sowie der vierte Rang von Lea Fischer (Engelberg) im Elite-Sprint und die Ränge 6 von Cyril Fähndrich (Eigenthal) im Sprint wie über die Kurzdistanz bei der Elite runden die erfreuliche Innerschweizer Bilanz ab.

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