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Der FC Rotkreuz ist für den FC Sursee ausser Reichweite

Sursee (2. Liga inter) verliert das Derby gegen Rotkreuz knapp 1:2. Den Gruppenwechsel nimmt man gelassen hin.

Ruedi Vollenwyder
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Der Surseer Valbon Saliji läuft dem Rotkreuzer Nahuel Allou (rechts) hinterher. Ruth Carbone (Sursee, 18. September 2021)

Der Surseer Valbon Saliji läuft dem Rotkreuzer Nahuel Allou (rechts) hinterher. Ruth Carbone (Sursee, 18. September 2021)

Nach dem Wechsel in die Gruppe 5 fiel für den FC Sursee die Anzahl der Innerschweizer Derbys auf nur noch deren zwei: die beiden Begegnungen gegen den FC Rotkreuz. FC-Sursee-Präsident Christian Bertschi ärgert sich ob diesem vom Verband aufgezwungenen Wechsel nicht.

«Sicher fehlen uns die für die Zuschauer und Spieler attraktiven Innerschweizer Derbys. Im Gegenzug können wir uns die Spesen für die vielen Reisen ins Tessin ersparen.»

Im ersten der zwei Zentralschweizer Derbys wurde der Gast aus Rotkreuz seiner Favoritenrolle gerecht. Die Ausgangslage war auch dementsprechend klar. Da der ungeschlagene Tabellenleader FC Rotkreuz, deren Präsident Claudio Carbone diese Saison «den Aufstieg» auf die Vereinsfahne heftet. Dort ein FC Sursee rund um Vereinsvorsteher Christian Bertschi, der mitten in einem Umbruch steckt, vermehrt auf regionale Spieler baut und «eine Saison ohne Abstiegsangst» als Ziel angibt.

Rotkreuz hat offensiv einiges zu bieten

Mit vier Siegen im Rucksack musste der FC Rotkreuz zu Beginn dieses Derbys etwas untendurch. Nach einem Lattenknaller von Herolind Cikaqi (12.) brachte der engagiert spielende Ruben Burkard sein Team drei Minuten später mit 1:0 in Führung. Sein von einem Gegenspieler abgefälschter Freistossball aus 18 Metern fand den Weg hinter Rotkreuz-Goalie Joao Ngongo ins Netz. Die Freude über diese Führung hielt nur zwei Minuten an. Gustavo Campello, der beste Spieler auf dem Feld, sorgte für den Ausgleich. Nach einem Abwehrfehler hämmerte er den Ball zum 1:1 ins hohe Toreck. «Diese unglückliche Aktion zeigt, dass meinem jungen Team noch die Erfahrung abgeht, in heiklen Szenen cool zu agieren», moniert FCS-Trainer Daniel Feuchter, der die Philosophie des Vereins voll mitträgt.

Nach der Pause spielte in diesem stimmungsarmen Derby nur noch der spielstarke FC Rotkreuz. Nach dem herrlichen Weitschusstor von Gustavo Campello (51.) hatte die Truppe um Trainer René Erlachner alles im Griff. Teammanager René von Euw war denn auch des Lobes voll über die Leistung des 31-jährigen Brasilianers, der seit der Saison 2017/18 für die Zuger spielt:

«Er ist ein super Teamspieler mit vielen guten Eigenschaften. Zusammen mit Alan Nabarro ist er die Leitstelle für unser Spiel nach vorne.»

Surseer Lust auf neue, unbekannte Gegner

In der Folge verpassten es die Rotkreuzer die Führung auszubauen. Entweder scheiterten die Akteure am eigenen Unvermögen oder dann am untadelig haltenden Sursee-Goalie Shaban Krasniqi. Doppeltorschütze Gustavo Campello dazu: «Schade, es wäre ein deutlicher Sieg möglich gewesen. Doch unsere Leistung reichte für weitere drei Punkte. Und nur das zählt.» Sursee-Captain Lukas Graf musste an seinem 28. Geburtstag neidlos anerkennen: «Dem Spieltempo der technisch starken Zuger konnten wir nichts entgegensetzen. Wir kamen immer einen Schritt zu spät. Und Torchancen konnten wir uns im zweiten Teil der Partie praktisch keine herausarbeiten.» Seine Analyse kann Trainer Daniel Feuchter unterschreiben: «Nach der Rotkreuzer Führung fand unser Aufbauspiel nur noch bis zur Mittellinie statt. Dahinter machte die Zuger Abwehr dicht und hatte alles unter Kontrolle. Dennoch: Wir haben uns gegen den Gruppenfavoriten gut verkauft. Nur als 1:2-Verlierer vom Feld gehen zu müssen, das kann mein junges und noch unerfahrenes Team auch als Kompliment mit in die nächsten Partien nehmen.»

Was den Gruppenwechsel angeht, reagiert Captain Lukas Graf ebenfalls wie Bertschi gelassen: «Sicher fehlen uns die Innerschweizer Derbys. Andererseits ist es auch reizvoll, gegen andere unbekannte Mannschaften wie Zofingen, Olten oder Grenchen spielen zu können.» So wie im nächsten Match, wenn es für die Surseer auswärts beim SC Schöftland darum geht, den «befriedigenden Saisonstart» (Trainer Daniel Feuchter) mit sieben Punkten aus fünf Partien zu bestätigen.

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