Unihockey
Alexander Rudd, der Leuchtturm: Der schwedische Topstar verzaubert die Fans von Sarnen

Mit dem schwedischen Superstar Alexander Rudd gelingt den NLA-Unihockeyanern von Ad Astra Sarnen beim 9:4 gegen Rychenberg Winterthur ein starker Saisonauftakt.

Peter Birrer
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Alexander Rudd verlädt beim Penalty den Winterthurer Torhüter und erzielt das 1:0.

Alexander Rudd verlädt beim Penalty den Winterthurer Torhüter und erzielt das 1:0.

Ein paar Sekunden noch, die Stimmung steigt. Das Publikum klatscht rhythmisch, minutenlang schon, und es hört nicht auf, seine Begeisterung zu zeigen, als der Match zu Ende ist. Im Gegenteil. Die Spieler von Ad Astra Sarnen initiieren eine Welle, die Zuschauer machen mit – und mittendrin steht ein glücklicher Präsident. «Hammermässig!», ruft André Küchler. Sein Verein sorgt im Sommer für Schlagzeilen, weil es gelingt, einen Spieler zu verpflichten, der in der Unihockeyszene als Weltstar gilt: Alexander Rudd, der mit Schweden schon zweimal Weltmeister geworden ist. An diesem Samstag gibt er beim Saisonauftakt gegen den HC Rychenberg Winterthur seinen Einstand bei den Obwaldnern, die im Ruf des Punktelieferanten stehen. Aber mit ihm, dem 29-Jährigen, soll sich das ändern.

Eine halbe Stunde vor Spielbeginn steht Küchler vor dem Eingang, immer wieder begrüsst er Leute, die den Abend in der Dreifachhalle verbringen wollen. Nicht nur, aber vor allem auch wegen eben jenem Alexander Rudd. Küchler hat zuvor die Mannschaft beim Aufwärmen beobachtet, speziell den fast zwei Meter grossen Schweden in den Reihen von Ad Astra. «Es ist eine Augenweide, Alexander zuzuschauen», schwärmt Küchler, aber er fügt auch an:

«Das Team muss als Einheit funktionieren, sonst wird es schwierig, Erfolg zu haben.»

Rudd lanciert ein fulminantes erstes Drittel

Mit Beginn der Partie ist der Mann mit der Rückennummer präsent. Nach drei Minuten stürmt er auf das gegnerische Tor zu, wird mit einem Foul gebremst und läuft zum Penalty an. Er tut das mit der ihm eigenen Leichtigkeit, trickst den Goalie aus und trifft zum 1:0. Damit lanciert er ein fulminantes erstes Drittel: Dario Eberhardt, Basil von Wyl, Forslind und Sommerhalder treffen. 5:0 nach 20 Minuten – wann hat es das zuletzt gegeben? Rudd ist so etwas wie ein Leuchtturm in dieser Mannschaft, stets anspielbar und abgeklärt auch in Momenten, in denen er unter Druck gesetzt wird, vom Ball lässt sich der feine Techniker kaum trennen.

Ad Astra bemüht sich, die disziplinierte Spielweise beizubehalten, lässt im zweiten Abschnitt nur einen Gegentreffer zu und scheint nicht in Schwierigkeiten geraten zu können. Aber auf einmal wird es doch noch einmal spannend. Rychenberg Winterthur kommt auf, nach 55 Minuten steht es nur noch 5:4 für den Gastgeber. Rudd wirkt auf seine Kollegen ein, später sagt er: «Ich habe ihnen gesagt, dass wir gelassen bleiben müssen.»

Als die Zürcher auf den Ausgleich drängen, gelingt Ad Astra der Befreiungsschlag. Cornel von Wyl ist der Schütze des wichtigen Treffers, und mit dem 7:4 durch Erik Oweling ist der Widerstand endgültig gebrochen. Den Rest erledigt Rudd: Zweimal trifft er ins leere Tor. Am Schluss reisst er die Arme hoch, jubelt mit den Zuschauern und sagt:

«Es war eine tolle Atmosphäre, ich habe es genossen.»

Allerdings, merkt er an, gebe es noch Steigerungspotenzial: «Es ist einige Monate her, dass ich unter Wettkampfbedingungen gespielt habe. Die physische Verfassung sollte in den kommenden Wochen besser werden.»

Der Präsident schwitzt – und verteilt Lob

Der Anfang aber ist gemacht. Und am Schluss verdienen sich alle ein Lob: Die schwedische Fraktion, die neben Rudd auch aus Mathias Hagert, Erik Oweling und Oliver Forslind besteht; dazu kommen die Einheimischen, die mit dem skandinavischen Support befreit aufspielen. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns», sagt Rudd.

Und der Präsident? Strahlt. Er hat geschwitzt, gelitten auch, als es plötzlich nicht mehr 5:0, sondern nur noch 5:4 stand. «Wir haben ein Team bezwungen, das regelmässig die Play-offs erreicht», sagt er, «das sagt vieles über unsere Leistung.» Ein Kompliment macht er allen, wohlwissend, dass Rudd eine absolut zentrale Rolle einnimmt und mit seinem ersten Auftritt Lust auf mehr macht. Küchler geht davon aus, dass sich in den nächsten Heimspielen mehr Zuschauer von den Künsten des Schweden überzeugen wollen. «Es ist einfach eine coole Geschichte», sagt er. Und anzusehen ist ihm, wie gross seine Erleichterung nach dem geglückten ersten Auftritt ist.

Sarnen – Rychenberg Wi. 9:4 (5:0, 0:1, 4:3)
Dreifachhalle. – 268 Zuschauer. – SR Stäheli/Zähnler. – Tore: 3. Rudd (Penalty) 1:0. 4. Eberhardt (Oweling) 2:0. 5. Basil von Wyl (Rudd) 3:0. 18. Forslind (Oweling) 4:0. 18. Sommerhalder (Durot) 5:0. 34. Kern (Ott) 5:1. 44. Ott (Foelix) 5:2. 51. Lindgjerdet (Krebs) 5:3. 55. Krebs (Keller) 5:4. 56. Cornel von Wyl (Eberhardt) 6:4. 57. Oweling 7:4. 58. Rudd 8:4. 59. Rudd (Britschgi) 9:4. – Strafen: Je 1-mal 2 Minuten. – Ad Astra: Britschgi; Höltschi, Hagert; Burri, Oweling; Läubli, Kramelhofer; Amrein, Bitterli; Cornel von Wyl, Basil von Wyl, Rudd; Furrer, Eberhardt, Forslind; Durrer, Sommerhalder, Durot; Odermatt, Ming.

NLA. Männer. 1. Runde: Malans – Zug United 4:5 (2:1, 2:1, 0:2, 0:0) n. P. Sarnen – Rychenberg 9:4 (5:0, 0:1, 4:3).Chur – Wiler-Ersigen 2:5 (0:1, 1:2, 1:2). Tigers Langnau – Köniz 6:5 (3:2, 3:1, 0:2). Uster – Waldkirch-St. Gallen 8:4 (1:1, 5:3, 2:0). Grasshoppers – Thun 14:1 (3:0, 9:1, 2:0).

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