Fussball
Treffsichere Sarner Aussenverteidiger: Die Obwaldner gewinnen das Unterwaldner Derby

Ein Sarner Zufallstor bringt im 2.-Liga-Derby den FC Stans aus dem Tritt: 0:3-Niederlage.

Ruedi Vollenwyder
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Der Sarner Marco Schmidlin (links) stellt sich dem Stanser Sandro Howald entgegen.

Der Sarner Marco Schmidlin (links) stellt sich dem Stanser Sandro Howald entgegen.

Unterwaldner Derbys, das war schon immer so, sind Höhepunkte im Verlaufe einer Meisterschaft. Da liegt jeweils Salz und Pfeffer drin. So war es auch bei den letzten beiden Derbys vor fünf Jahren, als sich der FC Stans und der FC Sarnen bekämpften. Da nahm Sarnen, das Ende der Saison 2016/17 in die 2.-Liga-inter-Kategorie aufstieg, dem FC Stans gleich alle sechs Punkte ab. Im Vorrundenspiel wurden die Nidwaldner mit 4:1 vom Eichli gefegt. Stans-Trainer Toni Durrer sprach damals von «einer Fussball-Lektion», die sein Team geniessen konnte. Das Rückspiel war eine engere Angelegenheit. Dank eines Tores in der 92. Minute gewann Sarnen auch diesen Match mit 2:1.

Fünf Jahre später musste der FC Stans wiederum ohne Punkte vom Eichli. Der Frust nach der 0:3-Niederlage ist riesig. Bei der Spielerbank stehend sinnierte Stans-Präsident Ivan Christen mit steinerner Miene vor sich hin. Es flogen die Schienbeinschoner, Spieler fluchten über das «unmögliche Gegentor», welches Sarnen die 1:0-Führung einbrachte und dem Spielverlauf in keiner Weise entsprach. Denn der Tabellenletzte aus Stans hatte Sarnen eine Halbzeit lang wirklich im Griff. Bis auf eine Chance (28.) von Mauro Fanger, welcher an Stans-Goalie Manuel Odermatt scheiterte, dominierte das Team um Trainer Benji Hess dieses Derby. Und hatte Pech, als der sehr gut spielende Sarnen-Goalie Nino Fanger Sandro Howalds Abschluss (32.) noch an die Latte lenken konnte.

In der zweiten Halbzeit kippte dieses zuerst laue, dann aber immer intensiver werdende Derby. «Wegen dieses unmöglichen Tores», ärgerte sich Sandro Howald nach dem Schlusspfiff «grün und blau».

Glückstreffer via Innenpfosten

Es lief die 50. Minute: Livio Wirz, der offensiv eingestellte Aussenverteidiger, flankte knapp vor der Torauslinie zur Mitte. Der Ball rutschte ihm so perfekt über den Rist, dass dieser für Goalie Manuel Odermatt unerreichbar via hinteren Pfosten den Weg ins Netz fand.

«Dieser Glückstreffer warf uns total aus der Bahn»,

blickt der Stanser Spielgestalter auf diesen Tiefschlag zurück. Und als sieben Minuten später Livio Fanger, der andere Sarner Aussenverteidiger mit Offensivdrang, eine schöne Ballstafette über Randy Würsch und Livio Wirz gekonnt zum 2:0 abschliessen konnte, war es um das Tabellenschlusslicht geschehen. Das 3:0 durch Ante Pekas in der Nachspielzeit war nur noch eine Zugabe.

«Klar spielte uns dieses 1:0 in die Karten», weiss der 18-jährige Livio Fanger, der seit dieser Saison «im Eis» mitspielen darf.

«In der Pause nahmen wir uns vor, endlich Derbystimmung ins Spiel zu bringen»,

erklärt der Hochbauzeichner im vierten Lehrjahr das aggressivere Auftreten der Sarner Truppe um Trainer Roger Mathis. Gleichwohl aussergewöhnlich: Wie schon beim 2:0-Sieg gegen Littau sorgte das lauffreudige Aussenverteidiger-Paar Livio Wirz/Livio Fanger mit ihren Toren für die Vorentscheidung in diesem gegen Schluss recht ruppig geführten Derby. Für Livio Fanger ist die Position des Aussenverteidigers «ein guter Einstieg ins Fanionteam. Ich fühle mich bei meinen Vorstössen sicher und weiss, dass meine Kollegen nach hinten optimal absichern», verrät der Jungspund schmunzelnd.

Verletzt wiegen bei Stans zu schwer

Dank dieser drei Derbypunkte ist der FC Sarnen «wieder bei den Leuten». Der FC Stans hingegen dümpelt tief im Abstiegsstrudel. Trainer Benji Hess deprimiert:

«Es hängt einfach nicht an. Beim 3:3 gegen Hochdorf waren wir das bessere Team, in Altdorf mussten wir erst kurz vor Schluss das 2:2 hinnehmen. Und auch in diesem Derby hätten wir in der ersten Halbzeit schon alles klarmachen müssen.»

Er spricht neben dem Kaderumbruch das Hauptübel an. «Wir können unsere vielen verletzungsbedingten Ausfälle nicht kompensieren. Es fehlt die Breite im Kader. Und auch, wie im Derby erlebt, das notwendige Schlachtenglück.» Sandro Howald kämpferisch: «Jetzt muss eben gegen Rothenburg endlich der erste Sieg her.»

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