Fussball
Wichtiger Sieg für den SC Obergeissenstein und viel Hektik in diesem Luzerner Stadtderby

Obergeissenstein (2. Liga regional) stellt sich auf die Hinterbeine: 1:0-Sieg gegen den Luzerner SC.

Ruedi Vollenwyder
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OG-Flügelspieler Reto Albisser wird vom heranfliegenden LSC-Stürmer Eduard Qupi attackiert.

OG-Flügelspieler Reto Albisser wird vom heranfliegenden LSC-Stürmer Eduard Qupi attackiert.

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 12. Juni 2021)

Der SC Obergeissenstein ist siegreich in die Mission Ligaerhalt gestartet. Das Team um Trainer Marco Häfliger siegte dank einem Tor von Yannick Zai in der 4. Minute gegen einen Luzerner SC, der die wie immer hochgehenden Stadtderby-Emotionen nicht im Zaume halten konnte, mit 1:0. Mit zwei roten Karten bremste sich der Luzerner SC in der hektischen Schlussphase auf dem Weg zum Ausgleichstor selber aus: In der 70. Minute flog Eduard Qupi nach einem Frustfoul vom Feld. In der 91. Minute folgte ihm Abrahan Blättler nach einem gleichen Vergehen.

LSC-Trainer Pren Spaqi sichtlich aufgewühlt, aber sachlich argumentierend:

«Diese beiden roten Karten kann man geben. Es waren typische Frustreaktionen, weil uns das Ausgleichstor einfach nicht gelingen wollte. Denn Chancen dazu hatten wir genug.»

Und legt nach: «Gratulation an Obergeissenstein für diesen Sieg. Denn der Derbygegner erzielte eben das Tor, das wir trotz einiger Möglichkeiten nicht erzielt haben. Jetzt müssen wir noch aufpassen, dass es uns nicht noch in den Abstiegsstrudel zieht. Zumal ich in den nächsten Partien auf die ausgeschlossenen Spieler verzichten muss.»

Obergeissensteins Patrick Lingg (links) gegen Eduard Qupi vom Luzerner SC.

Obergeissensteins Patrick Lingg (links) gegen Eduard Qupi vom Luzerner SC.

Bild: Philipp Schmidli

Frühes Tor hilft dem SC Obergeissenstein

Klar, dass bei OG nach diesem Stadtderby-Erfolg die Emotionen hochgingen. Trainer Marco Häfliger sichtlich erleichtert: «Mein Team hat das nötige Glück erzwungen. Wir sind in der hektischen Phase ruhig geblieben, kämpften solidarisch um die für uns wichtigen drei Derbypunkte.» Dazu Aidan Uebelmanns kritische Meinung zum spielerisch weitgehend ausgeglichenen und kampfbetonten Match: «Unser Start mit dem frühen 1:0 war natürlich optimal, gab uns viel Vertrauen. Dann haben wir unbewusst nachgelassen. Ab der 30. Minute spielten wir dann wieder konzentrierter. Schade, dass danach eine gehässige Note dieses Derby prägte. Für mich total unverständlich.»

Den Grundstein zu diesem Derbysieg legten die OGaner nach Ansicht von Trainer Marco Häfliger in der Vorbereitungsphase. «Dazu haben wir viel Zeit und Energie investiert.» Schon im Januar standen wöchentlich zwei Lektionen auf dem Programm. Trainiert wurde coronakonform in Kleingruppen, um vor allem physisch zu Beginn der Mission Ligaerhalt parat zu sein. «Wir Teamverantwortlichen versuchten, mit eher unkonventionellen Trainingsmethoden die Spieler bei Laune zu halten. So stand unter anderem auch eine Schnitzeljagd wie zu Schulzeiten auf dem Programm», lässt Trainer Marco Häfliger sein Vorbereitungsprogramm Revue passieren. Für ihn erfreulich:

«Meine Spieler zogen voll mit und schätzten den Spass-Faktor in der schwierigen fussballlosen Zeit.»

Sieben Teams stecken noch im Kampf gegen Abstieg

Übrigens: Die OG-Vereinsverantwortlichen haben den Trainervertrag mit Marco Häfliger, Coach Manuel Haussener und Goalie-Trainer Martin Amhof, ligaunabhängig, um eine weitere Saison verlängert. Die OG-Mission Ligaerhalt ist aber noch nicht abgeschlossen. Denn die Ausgangslage zwei Runden vor Schluss ist spannend wie nie zuvor. Denn die Differenz zwischen dem Tabellen-Siebten Cham II und Gunzwil auf Rang 13 beträgt lediglich vier Punkte.

Für Spannung im Abstiegskampf ist also gesorgt. In diesem trifft Obergeissenstein (11 Punkte) noch auf das punktelose Sursee II und Cham II (15). Derbygegner Luzerner SC (15) bekommt es mit Sempach (20) und Stans (13) zu tun.

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