Tennis
Der Weggiser Andrin Casanova stürmt im Ranking nach vorne

Andrin Casanova erreicht beim internationalen Juniorenturnier in Luzern den Final im Doppel.

Marco Keller
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Andrin Casanova (links) mit Referee David Mazacek bei den Preisverleihungen.

Andrin Casanova (links) mit Referee David Mazacek bei den Preisverleihungen.

Plötzlich war er in Griffweite. Der erste Titel für einen Innerschweizer Junior an der ITF Luzern U18 Competition. Bei den Mädchen hatten Samira Giger im Einzel sowie Sarah Moundir respektive Medina Sahinagic mit ihren jeweiligen Partnerinnen die Trophäe schon stemmen können. Nun aber versuchte es Andrin Casanova an der Seite des Zürchers Till Brunner. Das Duo kämpfte gegen die Landsleute Ioannis von Meyenburg/Raffaele Mariani bis zuletzt und wehrte Matchbälle à discrétion ab. Den ersten bei 2:5, zwei bei 3:5, noch einmal zwei bei 4:5 und schliesslich drei bei 5:6. Im selben Game verwerteten ihre Gegner den neunten Siegpunkt.

Für den 17-jährigen Casanova, der 2018 an selber Stätte sein erstes ITF-Turnier bestritten hatte, war es die zweite Niederlage an diesem Tag. Im Einzel-Halbfinal war die Turniernummer 2 an Roger Pascual Ferra gescheitert, einem 15 Jahre jungen Spanier. Der Linkshänder hatte in der Vorwoche beim Grade-5-Turnier in Kreuzlingen triumphiert und gewann gegen Casanova den neunten Match in Serie. Das Jubiläum blieb ihm allerdings versagt. Im Endspiel verlor er gegen den Genfer Wild-Card-Spieler Edouard Aubert. Casanova wird im Ranking weiter vorstossen. Seit Jahresanfang hatte er sich von Platz 2157 auf Rang 653 verbessert. Für Swiss Tennis ist die drei Turniere umfassende Herbstserie mit dem Höhepunkt in Luzern sehr wichtig, können doch die Talente quasi vor der Haustür erste internationale Erfahrungen sammeln. Und die Schweizer sammelten fleissig Punkte: Am Schluss standen zwei Titel, zwei Finalqualifikationen und fünf Halbfinalteilnahmen zu Buche.

Eine Slowakin mit Starpotenzial

Bei den Mädchen schaffte es lediglich Anastasia Radovanovic in die Halbfinals. Die 16-jährige Lausannerin spielte sich aus der Qualifikation ins Hauptfeld und feierte drei weitere Siege. Im Halbfinal war sie dann am Ende ihres Lateins gegen Renata Jamrichova. Das ist aber keine Schande, die 14-jährige Slowakin spielte im Turnierverlauf schlicht überragend, und dominierte im Final ihre um ein Jahr ältere Landsfrau Laura Cilekova klar. So schwierig Prognosen in diesem Alter auch sind, würde es doch überraschen, wenn sich Jamrichova dereinst nicht in den Kreis jener Cracks einreihen würde, die nach einem Start in Luzern eine grosse Karriere machten, wie zum Beispiel Belinda Bencic und Alexander Zverev.

Die beiden Slowakinnen vollendeten den Totaltriumph mit dem Doppeltitel gegen Kenisha Moning und Irina Wenger. Die Schweizerinnen waren im Final ohne Siegchance, auch für sie stellt die erste Final-Qualifikation an einem ITF-Turnier aber einen Meilenstein dar. Am Schluss konnten sich die Turnierdirektoren Philip Horyna und Kiantki Thomas mit ihrer Crew über eine tolle Woche freuen.

Tennis

15. ITF Luzern U18 Competition. Einzel. Buben. Halbfinals: Pascual Ferra (ESP/5) s. Andrin Casanova (SUI/2) 6:2, 6:3. Edouard Aubert (SUI/WC) s. Raffaele Mariani (SUI) 6:4, 4:6, 6:4. – Final: Aubert s. Pascual Ferra 6:4, 3:6, 7:5. – Mädchen: Jamrichova (SVK/5) s. Anastasia Radovanovic (SUI/Q) 6:2, 6:1. Cilekova (SVK) s. Müller (GER/1) 6:3, 6:0. – Final: Jamrichova s. Cilekova 6:1, 6:3. – Doppel. Finals. Buben: Raffaele Mariani/Ioannis Von Meyenburg (SUI/3) s. Till Brunner/Andrin Casanova (SUI/2) 7:6 (7:5), 7:5. – Mädchen: Cilekova/Jamrichova (4) s. Kenisha Moning/Irina Wenger (SUI) 6:0, 6:0.

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