Handball
Knapper Sieg: Wilder Start des BSV Stans

Stans gewinnt das erste Spiel der neuen NLB-Saison gegen Yellow/Pfadi Espoirs mit 33:32. Vieles ist bei den Nidwaldnern Handballern neu.

Stephan Santschi
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Der Stanser Livio Wanner geht in den Abschluss.

Der Stanser Livio Wanner geht in den Abschluss.

Bild: Pius Amrein (Stans, 29. Mai 2021)

Die Ungewissheit beim BSV Stans war gross. Weil das zu Saisonbeginn immer so ist, wenn ein Team nicht weiss, wo es steht. Und weil sich in der Sommerpause im Eichli einiges verändert hat. Sechs Akteure wanderten ab, darunter drei Leistungsträger (Scherer, Riederer, Imfeld), die vornehmlich durch Akteure aus der 1. Liga ersetzt wurden. Der Königstransfer, der Brasilianer Ramon Pereira de Oliveira, schlug sich mit einer Entzündung im Knie herum. Und an der Seitenlinie folgte Ralf Stojan auf Andy Gubler. «Wir sind eine kleine Wundertüte», meinte Stojan deshalb vor dem Auftakt in die neue NLB-Spielzeit.

Umso grösser war am Sonntag die Erleichterung. Das Heimspiel gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs gewannen die Nidwaldner mit 33:32. Bemerkenswert war das Defensivsystem, das sich von Gublers 6:0-Formation zu einem 5:1 gewandelt hat. Joel Wyss, einer jener Akteure, die Stojan von seinem vorherigen Engagement in Kriens nach Stans mitgenommen hat, machte als vorgestellter Abwehrspieler eine gute Figur. Dahinter deckte in zentraler Rolle ein Mann, der «in seinem Leben noch nicht viel verteidigt hat», wie Stojan anmerkte. Die Rede ist von Basil Gnos, dem mit 1,94 Metern grössten Akteur im Kader. «Das war phasenweise richtig gut.»

Alte Schule in Unterzahl funktioniert

Das Stanser Spiel war schnell, unberechenbar und mit Blick auf die Gepflogenheiten im modernen Handball auch unkonventionell. In Unterzahl verzichtet der BSV vorderhand auf das Herausnehmen des Torhüters, um im Angriff personellen Gleichstand herzustellen. «Handball wie früher», schmunzelte Stojan, «auch so gibt es taktische Mittel, um den Gegner durcheinanderzubringen.» Die Statistik gab ihm recht, während der neun Zweiminutenstrafen erzielte Stans acht Tore, überstand sogar eine doppelte Unterzahl schadlos.

Muotathal eröffnet Saison in der 1. Liga mit einem Sieg

Der KTV Muotathal hat am vergangenen Sonntag die 1.-Liga-Saison mit einem 32:27-Sieg beim TV Muri eröffnet, so richtig los geht es im regionalen Handball aber erst am kommenden Wochenende. Bei den Männern beteiligen sich in Gruppe drei neben Muotathal vier weitere Mannschaften aus der Zentralschweiz, namentlich Emmen, Altdorf, Dagmersellen und Kriens.  Die insgesamt acht Mannschaften spielen bis Mitte Dezember eine Doppelrunde (insgesamt 14 Partien). Die zwei Erstklassierten kommen anschliessend in die Finalrunde, der Rest kämpft gegen die Relegation. Fünf Zentralschweizer Teams bei den Frauen Bei den Frauen machen in der 1. Liga die Zentralschweizer Teams von Willisau, Malters, Emmen, Kriens und der Muotathal/Mythen-Shooters den Grossteil der Gruppe zwei aus. Die total sechs Equipen tragen ebenfalls eine Doppelrunde aus (zehn Spiele), ehe es wie bei den Männern zu einer Aufteilung in Final- (Top 2) und Abstiegsrunde kommt. (ss)

Dass gleich neun Mal ein Stanser auf die Strafbank verwiesen wurde, deutet daraufhin, dass der Auftritt auch eine Kehrseite hatte. Das Wilde mutierte zuweilen zum Ungestümen, exemplarisch festgemacht am erwähnten Königstransfer, Ramon Pereira de Oliveira. Mit seiner Dynamik sorgte der 28-jährige Linkshänder für Torgefahr, aber auch für ungeschickte Momente. «Phasenweise spielten wir etwas kopflos, fahrig. Draussen haben wir uns ein paar Mal aufgeregt», so Stojan.

So wechselten sich beim Heimteam Licht und Schatten ab. Stans deutete sein Potenzial an, präsentierte ein ausgewogenes Kollektiv mit zehn verschiedenen Torschützen. Doch auch ein 29:25 nach 52 Minuten und sogar ein 33:28-Vorsprung 180 Sekunden vor Schluss gaben der Mannschaft nicht die nötige Souveränität, um den Gegner deutlicher zu distanzieren. Eine Ausgleichschance gab es für Yellow/Pfadi Espoirs aber nicht mehr. Und so überwog letztlich das Positive, «den ersten Schritt haben wir geschafft, das ist gut für unser Selbstbewusstsein», hielt Stojan fest. Der zweite kann am Sonntag folgen, wenn gegen Birsfelden das nächste Heimspiel ansteht.

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