Fussball
Zwei Freunde auf Erfolgskurs: Die Eschenbacher Trainer lieben klare Ansagen

Das Trainerduo Christoph Müller und Marco Zimmermann hat Eschenbach auf Platz 3 in der 2. Liga interregional geführt. Zum Rückrundenstart geht es am Samstag nach Brunnen.

Peter Birrer
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Eschenbachs Trainerduo Marco Zimmermann (links) und Christoph Müller mag klare Ansagen.

Eschenbachs Trainerduo Marco Zimmermann (links) und Christoph Müller mag klare Ansagen.

Bild: Pius Amrein (Eschenbach, 7. März 2022)

Es fehlt etwas, das merkt Christoph Müller. Darum kommt diese Anfrage im Sommer 2019 aus Eschenbach wie gerufen: Der Club sucht einen Trainer, und er, Müller, ist verfügbar. Vier Jahre ohne Fussball sind genug, er sagt zu, aber er wird nicht alleiniger Chef. Marco Zimmermann steigt ebenfalls ein. Und Zimmermann ist nicht irgendwer für Müller, sondern ein guter Freund.

Die beiden packen das Projekt mit Entschlossenheit an, feiern 2021 mit dem Aufstieg in die 2. Liga interregional einen ersten schönen Erfolg und sind auf dieser Stufe mit Eschenbach bestens unterwegs. Nach einem Fehlstart mit drei Niederlagen in Serie bäumte sich die Mannschaft auf und überwinterte auf Platz 3.

Müller: Mit totaler Leidenschaft dabei

«Wir haben die gleiche Einstellung zum Leben», sagt Christoph Müller und nennt ein Beispiel:

«Wer viel investiert, wird belohnt.»

Der Trainerjob ist zwar ein Hobby, aber ein zeitintensives, weil es nicht mit zwei Übungseinheiten plus Match am Wochenende getan ist. «Im Training können wir die Spieler nicht einfach Runden drehen lassen», sagt er, «es gehört längst viel mehr dazu: Videoanalyse, den Gegner im Idealfall vor Ort beobachten, sich mit taktischen Fragen auseinandersetzen, Gespräche führen – der Aufwand ist nicht gering.»

Der 41-Jährige ist getrieben vom Ehrgeiz, verlorene Spiele wie zu Beginn der Saison drücken auf die Stimmung. Er hinterfragt vieles, auch seine eigene Arbeit, manchmal tut er sich schwer, Abstand zu gewinnen. Als der FCE in der Vorbereitung auf den zweiten Teil der Meisterschaft vier von fünf Partien verliert, wühlt ihn das auf.

Müller, der in Vitznau aufwächst, kickt selber. In jungen Jahren fängt er beim Weggiser SC an und lernt dort Marco Zimmermann kennen. Er schafft es in den Nachwuchs des FC Luzern, aber der Durchbruch bleibt ihm verwehrt. Er spielt bei Küssnacht in der 2. Liga inter und wird mit 32 Assistenztrainer von Pedro Somoza. Der FCL ist aber bis heute ebenfalls «sein» Verein: «Nach Möglichkeit schaue ich die Spiele.»

Der Fussball liegt ihm sehr wohl am Herzen, doch in seinem Leben wird anderes wichtiger. Müller ist als Finanzchef eines Kaffee-Unternehmens gefordert, und die Zeit, die ihm neben Weiterbildungen bleibt, will er der Familie widmen. Bis sich die für ihn günstige Konstellation mit dem FC Eschenbach ergibt: «Das passt hier einfach.»

Zimmermann: Er ist in «seiner» Liga

Wohin sein Weg als Trainer noch führt, das weiss er nicht. Aber wo immer er tätig ist: Er lernt gerne Neues und lässt sich inspirieren von Grössen wie Jürgen Klopp und Pep Guardiola, aber auch von Schweizern wie Murat Yakin. «Die Ausbildung bei uns ist top», sagt er. Und:

«Man kann sich von den Besten immer etwas abschauen.»

Müller ist in seiner Ansage direkt – Zimmermann ist es genauso. Und: Er ist auch emotional. Der 38-Jährige, der bei Skihersteller Stöckli die Filialen sowie Miet- und Testcenter leitet, nennt nicht umsonst die impulsiven Jürgen Klopp und Diego Simeone, die ihn am meisten beeindrucken. «Ihre Ausstrahlung, ihr Herzblut – das ist faszinierend», sagt er.

Zimmermann, der mit seiner Familie in Greppen lebt, schaute als Junior am liebsten dem holländischen Stürmer Marco van Basten zu, sein Lieblingsverein war die AC Milan. Seine Bühne als Spieler wurde die 2. Liga interregional. Oder wie er es sagt: «Das ist meine Liga.»

Bei Küssnacht und Eschenbach kümmerte er sich um defensive Aufgaben, nun ist er Trainer beim FCE und macht einen Job, der ihn schon immer reizte. Und er, der ebenfalls ein grosser FCL-Fan ist, arbeitet genauso zielstrebig wie sein Kumpel Müller. Meistens ist es so, dass die Meinungen deckungsgleich sind. Zimmermann sagt:

«Es gibt Diskussionen, aber nie Reibereien, wir verstehen uns blind.»

Das gilt auch dann, wenn es um Zielsetzungen geht. Die Tabelle sieht zwar vorteilhaft aus, aber das verleitet keinen der beiden Trainer zu euphorischen Tönen. Weil der Vorsprung auf Abstiegsplatz 13 nur acht Punkte beträgt. «Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben», sagt Zimmermann und verweist auf den happigen Auftakt mit den Spielen in Brunnen, gegen Taverne und in Emmenbrücke. Dazu passt, was Christoph Müller sagt: «Die Liga ist so ausgeglichen, dass in kurzer Zeit sehr viel passieren kann. Wir müssen aufmerksam bleiben.»

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