Australian Open

Roger Federer und das Trauma von New York: «Ich wäre in der Kabine fast kollabiert»

US Open 2018: Roger Federer gratuliert John Millman zum Sieg.

US Open 2018: Roger Federer gratuliert John Millman zum Sieg.

Roger Federer erinnert sich nur ungern an ein Duell mit dem Australier John Millman (ATP 47), auf den er am Freitag in der dritten Runde der Australian Open trifft. 2018 hatten ihm bei den US Open Hitze und Luftfeuchtigkeit dermassen zugesetzt, dass er fast kollabiert wäre.

Man müsste meinen, Preise für Tickets würden sinken, sobald das Ereignis näher rückt. Doch bei den Australian Open ist offenbar das Gegenteil der Fall. «Dynamische Preise», sagt der Organisator und legt das Preisband für die Spiele der ersten Woche in der Rod Laver Arena zwischen 72 und 455 australische Dollar fest. Um Roger Federer bei dessen 6:1, 6:4, 6:1-Sieg am Donnerstagabend gegen den Serben Filip Krajinovic (ATP 41) in 1:39 Stunden zu sehen, müssen Zuschauer mindestens 270 Dollar auf den Tisch legen. Dabei werden die Regeln der Marktwirtschaft gnadenlos ausgespielt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Offenbar halten die Organisatoren der Australian Open bewusst einen Teil der Tickets zurück, um damit Preistreiberei zu betreiben. Was zwar nicht verboten, aber für die Anhängerschaft zumindest ärgerlich ist.

Nicht zum ersten Mal wird mit dem Namen Roger Federer Geld gemacht. Als der Baselbieter im letzten Mai in Rom spielte, wurde der Ticketpreis kurzerhand verdoppelt. Es sei eine Möglichkeit, jene zu belohnen, die sich ihren Platz früher gesichert und viel weniger bezahlt hätten, rechtfertigte der Präsident des italienischen Tennisverbands, Angelo Binaghi, damals gegenüber der Nachrichtenagentur AGI das unübliche Vorgehen. Federer selber kritisierte das Vorgehen. «Ich habe davon gehört, und auch, dass einige Fans darüber gar nicht glücklich sind. Das ist sehr enttäuschend», kommentierte er den Schritt. Man stelle es so dar, als ob sie jene Fans belohnen wollten, die ihre Tickets vorher gekauft hätten, was irgendwie seltsam sei, sagte Federer. Die Vermutung, er beanspruche einen Teil der Zusatzeinnahmen für sich, wies er vehement zurück.

Roger Federer wie im Training

Für Roger Federer ist Rom weit weg, was zählt, sind die Australian Open. Auch gegen den Serben Filip Krajinovic überzeugte er auf ganzer Linie. Als Vorbereitung auf das Turnier hatte er gegen den Serben vergangene Woche im Melbourne Park mehrere Trainingssätze gespielt. Auch das Duell vor 15'000 Zuschauern schien über weite Strecken eine bessere Übungseinheit zu sein. Zu dominant und souverän trat der sechsfache Sieger der Australian Open auf. Wegen Regens war das Schiebedach über der Rod Laver Arena geschlossen worden, was Federer zusätzlich in die Karten spielte. Man sehe den Ball extrem klar. Es gebe keinen Wind, keine Sonne, keinen Schatten, sagte Federer. Dem gut zehn Jahre jüngeren Krajinovic war er in allen Belangen überlegen, das Publikum verzückte er mit einigen herrlichen Punktgewinnen immer wieder. Einzig im zweiten Satz vermochte der Serbe das Spiel einigermassen offen zu gestalten.

Deutlich mehr Gegenwehr ist am Freitag in der dritten Runde von John Millman (ATP 47) zu erwarten. Zwar hat führt Federer im Direktvergleich mit dem 30-Jährigen 2:1, doch der Australier besiegte ihn 2018 in den Achtelfinals der US Open. «So schlecht wie damals fühlte ich mich nie in einem Spiel», erinnert sich Federer mit Grauen zurück. «An diesem Tag lief alles schief und ich traf auf einen Gegner, der super spielte. Ich war froh, als es endlich vorbei war», sagte Federer. «Es war, als wäre ich gegen eine Mauer gelaufen.» Er sei nach dem Spiel in der Kabine fast kollabiert, sagte er im Platzinterview. So sehr hatten Hitze und Luftfeuchtigkeit damals zugesetzt. «Das wird ein echter Test für mich», sagte Federer im Hinblick auf das vierte Duell der beiden. Das letzte konnte Federer im letzten Juli in Halle für sich entscheiden. Immerhin das sind gute Vorzeichen.

Als John Millman Roger Federer besiegte

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