Tennis
Roger Federers Ex-Assistentin Geraldine Dondit ist eine Frau für alle Fälle

Turnierdirektorin Geraldine Dondit kümmert sich beim WTA-Turnier in Lugano selbst um die kleinsten Details. Im Unterschied zu ihrem Vorgänger meidet sie das Rampenlicht. Doch Dondits neue Aufgabe bringt es mit sich auch mal vor der Kamera zu stehen. Wie geht sie damit um?

Simon Häring
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Geraldine Dondit

Geraldine Dondit

Am Freitag feierte Geraldine Dondit ihren 42. Geburtstag. Gross Zeit, diesen zu feiern, hatte sie nicht. Auch gestern brachte der Regen die Organisatoren des WTA-Turniers in Lugano an den Rand der Verzweiflung. Doch selbst wenn nicht gespielt wird, hat die Zürcherin viel zu tun. «Es ist nicht einfach, ein Turnier erstmals zu organisieren», sagt die Ex-Profispielerin, die es in der Weltrangliste auf Position 269 schaffte und für die Schweiz im Fed Cup spielte.

Anders als Vorgänger Lukas Troxler, der sich für repräsentative Auftritte begeistern konnte, hält sich Dondit lieber im Hintergrund auf, lässt Taten statt Worte sprechen. Doch ihre neue Aufgabe bringt öffentliche Auftritte mit sich.

Also lächelt sie bei der Auslosung für die Kameras, begleitet Martina Hingis und Viktorija Golubic zum Eishockey und gibt pausenlos Auskunft. Selbst bei Fragen, die sie unmöglich beantworten kann («Wann hört es auf, zu regnen?»), behält sie die Nerven.

Gerladine Dondit (links) und Mirka Federer

Gerladine Dondit (links) und Mirka Federer

Keystone

Dabei ist sie sich nicht zu schade, überall selbst Hand anzulegen. So organisiert sie Bananen, hilft beim Aufbau, kümmert sich um fehlende Badges und unterhält sich mit Sponsoren. Selbst für kleinste Kleinigkeiten fühlt Geraldine Dondit sich verantwortlich. Wohl auch, weil ihr keine andere Wahl bleibt: Das Budget soll im Vergleich zum Vorjahr, als das Turnier noch in Biel stattfand, stark reduziert worden sein.

Zudem habe die italienische Sprache und die Gelassenheit der Tessiner ab und zu für Missverständnisse gesorgt. Das führte bei Dondit, die privat mit dem Ex-Schmirinski-Komiker und heutigen Bildhauer Stephan Schmidlin liiert ist, für schlaflose Nächte. «Ich sagte kürzlich zu ihm: Ich habe Glück in der Liebe, aber Pech im Spiel.»

Dabei ist sie eine Frau für alle Fälle. Nach ihrer Karriere studierte sie Wirtschaft. Sie arbeitete während Jahren als persönliche Assistentin für Roger Federer, mit dessen Frau Mirka sie befreundet ist. Dem Sport ist Dondit auch privat verbunden geblieben. Bis vor zwei Jahren spielte sie regelmässig Tennisturniere, und vor zwei Jahren wurde sie Schwyzer Meisterin im Golf. Doch auch dafür fehlt inzwischen die Zeit.

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