Springreiten

Schweizer Reiter proben in St. Gallen den Ernstfall

Pius Schwizer gehört momentan nicht zum Schweizer Olympia-Kader - dies kann sich aber noch ändern.

Pius Schwizer gehört momentan nicht zum Schweizer Olympia-Kader - dies kann sich aber noch ändern.

Eine Teammedaille haben sich die Schweizer bei den Olympischen Spielen zum Ziel gesetzt. Offen ist aber noch die Frage, wer denn in Rio überhaupt startet.

Noch hat Equipenchef Andy Kistler ein paar Tage Zeit, sein Team zu nominieren. Doch nächste Woche beim CSIO St. Gallen probt er den Ernstfall. Für den Nationenpreis am Freitag, 2. Juni, hat er seine stärkste Equipe aufgeboten. Müsste er heute die Tickets für Rio vergeben, gingen sie an Steve Guerdat, Paul Estermann, Romain Duguet, Martin Fuchs und Janika Sprunger. Zu Hause bleiben müsste Pius Schwizer. «Wenns nur um den Reiter geht, dann gehört Pius dazu, keine Frage», sagt Kistler. Doch Schwizer hat im Moment nicht das entsprechende Pferd. Sein Wallach Future, auf dem er im Januar in Zürich noch den Grand Prix gewann, ist nach einem Eingriff nicht in Topform. Und weil Schwizer in St. Gallen nicht zum Team gehört, reist der Oensinger auch nicht in die Ostschweiz, sondern startet in St. Tropez, ebenfalls ein Fünf-Stern-Turnier.

«Auf dem Sprung nach Rio», lautet nicht nur das Motto des CSIO St. Gallen sondern auch der Wahlspruch von Kistler. «Unser Fokus liegt auf Rio», betont Kistler. St. Gallen sei in wichtiges Turnier und «wir wollen gewinnen.» So gesehen ist das Heimturnier die Generalprobe.

Kistler nominierte die vier Reiter, die im vergangenen Jahr bei der EM Bronze gewannen und die Qualifikation für Rio schafften. Dazu kommt als absoluter Teamleader Olympiasieger Guerdat.

«Der Druck, den die Reiter hinter dem Quintett ausüben, ist erträglich.»

Andy Kistler, Equipenchef:

«Der Druck, den die Reiter hinter dem Quintett ausüben, ist erträglich.»

Fünf Paare darf Kistler nach Brasilien mitnehmen, allerdings muss er im Gegensatz zu EM und WM schon zwei Wochen vor der Abreise am 30. Juli bestimmen, wer Ersatz ist und bei Olympia nur beim Ausfall eines Paares mitreiten darf.

Es scheint, als habe Kistler sein Team gefunden, auch wenn noch nichts definitiv entschieden sei. «Der Druck, den die Reiter hinter dem Quintett ausüben, ist erträglich», sagt Kistler. Relativ komfortabel ist dabei die Lage für Guerdat und Estermann mit jeweils zwei olympiatauglichen Pferden. Duguet, Fuchs und Sprunger müssen allerdings darauf hoffen, dass ihre Paradepferde gesund bleiben.

«Alle Reiter wissen, wo sie stehen», sagt Kistler. Jeder habe von ihm einen genauen Plan, auch wer momentan in der zweiten Reihe stehe. «Das Quintett für St. Gallen geniesst unser Vertrauen, es ist ein gutes, funktionierendes Team», betont Kistler, auch das sei wichtig. «Die Hierarchie stimmt, alle mögen und helfen einander, pflegen auch mal einen privaten Kontakt», weiss Kistler. Die Plätze in seinem Team sind begehrt. «Die Chancen auf erfolgreiche Spiele sind ja nicht so schlecht, wenn wir einmal von acht bis zehn Nationen ausgehen, die zum Kreis der Medaillenanwärter gehören», erklärt er.

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Autor

Michael Wehrle

Michael Wehrle

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