Kommentar

Sforza als Trainer des FC Basel? Es ist der falsche Zeitpunkt

François Schmid-Bechtel
Ciriaco Sforza.

Ciriaco Sforza.

Ciriaco Sforza wird wohl neuer Cheftrainer beim einstigen Ligakrösus. Trotz vieler positiver Punkte für Sforza ist es aber der falsche Zeitpunkt.

Es gibt gute Gründe für den FC Basel, Ciriaco Sforza als Trainer zu verpflichten. Denn der 50-Jährige lebt, atmet und träumt Fussball. Schon mehr als 40 Jahre. Er ist besessen. Und mit dem ersten Tag als Trainer im Juli 2006 beim existenzbedrohten FC Luzern wird klar: Sforza ist ein hervorragender Ausbildner. Ein Ass auf dem Platz. Kommt dazu, dass Sforza aufgrund seiner jüngsten Geschichte keine hohen Lohnforderungen stellen kann. Was dem gebeutelten FCB entgegen kommt.

Es gibt gute Gründe für Sforza, zum FC Basel zu wechseln. Nach einem unschönen Ende bei seinem Herzensklub GC fiel er in ein Loch, litt an Depressionen. Nachdem er drei Jahre später die Chance in Thun nicht nutzte, rechnete kaum noch jemand mit Sforza auf dem Trainerstuhl eines grossen Klubs. Basel ist seine Chance, das Versprechen einer grossen Trainerkarriere doch noch einzulösen.

Es gibt auch gute Gründe, die Beziehung FCB/Sforza als Missverständnis zu deklarieren. Erstens: Sforza sehnt sich nach Nestwärme. In Basel wird er die nicht kriegen. Zweitens: So unbestritten seine Fachkompetenz, so offensichtlich sind seine Schwächen in der Kommunikation. In Basel haben sie schon ohne Sforza grosse Probleme damit. Drittens: Sforzas Stärken sind nicht im Büro. Er braucht einen starken CEO und einen starken Sportchef, die ihm den Rücken frei halten. Der FCB hat weder das eine noch das andere. Es ist der falsche Zeitpunkt für Sforza beim FCB.

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François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

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