Weltcup Engelberg

Simon Ammanns Glückseligkeit für einen Tag

Simon Ammann ist nach wie vor der Liebling der Engelberger Skisprung-Fans.

Simon Ammann ist nach wie vor der Liebling der Engelberger Skisprung-Fans.

Der vierfache Skisprung-Olympiasieger erlebt beim Weltcup in Engelberg eine emotionale Achterbahnfahrt und das Schweizer Team eine seltene Konstellation.

Skispringer sind anders. Diese Feststellung gilt für Simon Ammann im Speziellen. Seine ausgelassene Freude über den ersten Sprung am Samstag in Engelberg mag für viele übertrieben sein. Für den 38-jährigen Toggenburger jedoch stimmte in diesem Augenblick alles.

Der Flug auf 135,5 m katapultierte Ammann in einen Zustand der Glückseligkeit. So stellt er sich Skispringen vor, so fühlen sich seine Sprünge in der perfekten Welt an. «Genial, diese Energie zu spüren. Ich lasse mir den Moment nicht schlecht reden», sagte Ammann in Richtung jener, die letztlich nüchtern den 21. Rang des vierfachen Olympiasiegers bilanzierten.

Bei seinem Flug im ersten Durchgang, notabene dem zweitweitesten des Feldes, profitierte Ammann von den besten Verhältnissen aller Springer. Für eine bessere Klassierung fehlte der Telemark bei der Landung.

Ammann Letzter, aber vier Schweizer im Final

Verkehrte Welt dann am Sonntag in einem Springen, das nahe an einer Windlotterie war. Diesmal hatte der 38-Jährige mit die schlechtesten Verhältnisse. Ammann landete bereits bei 85,5 m und mit dieser Weite auf dem letzten Platz. «Es waren nicht nur die Verhältnisse.

Es war auch der zu aggressive Absprung», übte Nationaltrainer Ronny Hornschuh leise Kritik am Auftritt seiner Skisprunglegende. Ammanns früherer Teamkollege Andreas Küttel zollte dem Toggenburger hingegen Respekt für das Risiko, das er in dieser Situation mit 38 Jahren noch immer eingehe.

So selten ein letzter Platz im Weltcup-Palmarès eines Simon Ammann auftaucht, so selten ist auch die Konstellation mit vier Schweizern im Finaldurchgang. Neben Teamleader Killian Peier (11.) gelang der Sprung in die Weltcuppunkte auch Gregor Deschwanden (20.), Andreas Schuler (26.) und Dominik Peter (29.). Deschwanden und Peter dürfen als Belohnung mit Ammann und Peier an die Vierschanzentournee.

Hornschuh sagte, in seiner Zeit als Nationaltrainer habe es so etwas noch nie gegeben. Auch Küttel erinnerte sich nicht an ein Schweizer Quartett unter den besten 30. Dass doppelt so viele Schweizer im Final antraten wie Athleten der führenden Skisprungnation Polen, lag zweifellos an den ständig wechselnden Winden. «Man muss sich nicht für gute Verhältnisse entschuldigen, man muss sie nur nutzen», lautete Ronny Hornschuhs lapidarer Kommentar zu diesem Engelberger Highlight in der Schweizer Skisprunggeschichte.

Killian Peier zufrieden, aber nicht ohne Probleme

Mit den Rängen 15 und 11 war Killian Peier standesgemäss bester Schweizer. Der WM-Dritte zog ein positives Fazit, denn besser war er in Engelberg noch nie.

Peier kämpfte auch gegen die Erwartungshaltung beim Heimauftritt. Dazu kamen einige Probleme mit der Anlaufposition. Ein positives Gefühl darf er gleichwohl mit an die Vierschanzentournee nehmen.

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