Ski-Weltcup Lenzerheide
Letzte Aufregung um Gut-Behrami, Hupkonzert für Vlhova und (k)ein Podest für Gisin

Überraschungssieg im letzten Riesenslalom des Winters. Die Neuseeländerin Alice Robinson fing im zweiten Lauf US-Skistar Mikaela Schiffrin noch ab. Weltmeisterin Lara Gut-Behrami beendete ihren Tag im ersten Lauf nach zwei Toren und gab damit Rätsel auf.

Rainer Sommerhalder
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Michelle Gisin: Kein Podestplatz am Sonntag, aber einer für den gesamten Winter.

Michelle Gisin: Kein Podestplatz am Sonntag, aber einer für den gesamten Winter.

Jean-Christophe Bott / EPA

Lara Gut-Behrami ist stets für eine Überraschung gut. Beim letzten Rennen der Saison in Form eines Kürzestauftritts. Nach zwei Toren schwang die Tessinerin scheinbar grundlos ab und fuhr anschliessend gemütlich zu Tale. Weil die Weltmeisterin anschliessend keine Interviews gab, wurde wild spekuliert.

Hat der Rücken gezwickt oder handelte es sich gar um eine Protestaktion gegen die FIS oder den Veranstalter, weil alle Speedrennen in Lenzerheide ausfielen? Auch die Trainer waren im ersten Moment ratlos. Später kam eine Erklärung: Lara Gut-Behrami habe bereits bei den ersten Schwüngen gespürt, dass ihr die Energie für ein Rennen fehle. Eine zumindest gewöhnungsbedürftige Art des Formchecks.

Fünfter Platz für Michelle Gisin beim 29. Weltcupeinsatz

Besser machte es Michelle Gisin, die Vielstarterin im Schweizer Team. Im Kampf um einen zweiten Podestplatz 24 Stunden nach dem dritten Platz im Slalom fehlten ihr diesmal als Fünfte zwar eine knappe Sekunde.

Bei Gisin ging es aber gleichzeitig auch um die Verteidigung ihres Top-3-Platzes in der Saisonwertung im Riesenslalom. Dort lagen vor dem Rennen hinter der überlegenen Kugel-Gewinnerin Marta Bassino fünf Fahrerinnen innerhalb von lediglich 44 Punkten.

Am Schluss fiel die Entscheidung noch knapper aus. Michelle Gisin rettete als drittbeste Riesenslalom-Fahrerin des Winters im Duell mit der Italienerin Federica Brignone 17 Punkte.

Als dritte Schweizerin war Abfahrtsweltmeisterin Corinne Suter am Start. Die Speedspezialistin wollte es sich nicht nehmen lassen, auch in Lenzerheide endlich ein Rennen zu bestreiten. Aufgrund der begrenzten Anzahl Teilnehmerinnen resultierte für die Innerschweizerin mit Platz 14 das beste Weltcupresultat im Riesenslalom.

Slowakische Fans sorgen für Vlhova-Party

Obwohl auch ihr Tank beim insgesamt 31. Weltcuprennen der Saison sichtbar leer war und nicht mehr als ein elfter Rang herausschaute, entwickelte sich der abschliessende Riesenslalom zu einer Triumphfahrt für die slowakische Gesamtweltcup-Siegerin Petra Vlhova.

Am Streckenrand sorgten zwei Dutzend slowakische Fans - obwohl Zuschauer offiziell nicht erlaubt waren, wurden sie geduldet - im Stile eines Fussballpublikums für einen Hauch von Stadionatmosphäre. Selbst, als Vlhova vor dem Rennen mit dem Sessellift nach oben fuhr, brauste lautstarke Begeisterung bei ihren Anhängern auf.