Ski alpin
Fabienne Suter zurück am Ort ihres letzten Sieges

Wie schon tags zuvor war Fabienne Suter auch im zweiten und letzten Training vor der heutigen Weltcup-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim beste Schweizerin. Die Schwyzerin, Fünfte am Donnerstag und Siebente am Freitag, fühlt sich in Kärnten besonders wohl.

Werner Eisenring
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Fabienne Suter fühlt sich wohl in Bad Kleinkirchheim.

Fabienne Suter fühlt sich wohl in Bad Kleinkirchheim.

Keystone

Für Trainings-Ergebnisse kann sich niemand etwas kaufen. Deshalb gab sich Fabienne Suter nach den beiden Übungsfahrten betont vorsichtig. Doch zumindest die Erinnerungen kann ihr keiner nehmen. Vor drei Jahren, beim bisher letzten Auftritt des Weltcups in dieser Station, erlebte sie in Bad Kleinkirchheim ganz besonders schöne Tage. In der Abfahrt erreichte sie zunächst als Dritte das Podium, und 24 Stunden später gewann sie den Super-G. Es war ihr vierter und bis heute letzter Sieg im Weltcup. "So etwas vergisst man nie, vor allem, wenn man wie ich noch nicht so viel gewonnen hat."

Lindsey Vonn, die an diesem Wochenende mit ihrem 62. Erfolg den Allzeit-Siegrekord von Annemarie Moser Pröll ins Visier nehmen kann, bräuchte ein sehr gutes Erinnerungsvermögen, um all ihre Triumphe auf ihrer "Festplatte" abzurufen. Fabienne Suter fällt das entschieden leichter: "Die Orte meiner Siege habe ich alle gut präsent", sagt sie.

"Angreifen und trotzdem sauber fahren"

Bad Kleinkirchheim gefällt ihr aber nicht nur wegen ihrer früheren Erfolge. Die nach Österreichs Abfahrts-Legende Franz Klammer benannte Piste gehört für die Schwyzerin zu den selektivsten überhaupt. Und auf anforderungsreichen Strecken erhöhen sich ihre Chancen markant.

"Punkto Schwierigkeit setze ich Bad Kleinkirchheim gleich mit Beaver Creek", erklärt Fabienne Suter. Dort werden im Februar die WM-Medaillen verteilt. Die Selektions-Norm hat sie wie ihre Teamkolleginnen Lara Gut und Dominique Gisin bereits erfüllt. Diesbezüglich braucht sich die Innerschweizerin keine Sorgen mehr zu machen. "Angreifen und trotzdem sauber fahren", heisst darum ihre Devise für die Rennen vom Wochenende. Vielleicht kann sich die Innerschweizerin ihr leicht verspätetes Geschenk zum runden Geburtstag selber machen: Am letzten Montag wurde sie exakt 30 Jahre alt.

Langsam abklingende Mittelohr-Entzündung

Lara Gut und Dominique Gisin haben noch Luft nach oben. Sie reihten sich im Abschlusstraining auf den Rängen 14 und 15 ein. Beide klagten über die schlechte Sicht. Gut kreuzte es im Schlusshang die Ski: "Da hatte ich ein bisschen Glück. Man hatte mir zwar gefunkt, dass es dort einen Schlag habe. Aber dann kam ich trotzdem noch in Schwierigkeiten." Danach nahm die Tessinerin Tempo raus. Auch Olympiasiegerin Gisin zog nicht voll durch. Bei ihr war dies aber vor allem einer Mittelohr-Entzündung geschuldet, die erst langsam am Abklingen ist.

Trainingsschnellste war die Italienerin Daniela Merighetti, gut eine halbe Sekunde vor der Deutschen Viktoria Rebensburg und gar 1,25 Sekunden vor der erkälteten Lindsey Vonn, die über leichte Probleme mit der Atmung klagte. Aber regulär hätte die Amerikanerin wieder einmal vorne gelegen. Sowohl Merighetti als auch Rebensburg passierten nicht alle Tore korrekt, was aber in den Trainings-Ranglisten nie Berücksichtigung findet. Die Italienerin, mit Nummer 1 noch bei Sonnenschein gestartet, profitierte zudem von einer deutlich besseren Sicht als die Favoritinnen.