Langsam hat sich der Postbote daran gewöhnt, dass nicht die Familie Pettersson am Frühstück-Tisch sitzt. Als er erstmals auf seiner allmorgendlichen Runde mit dem Auto vor dem Briefkasten hielt, sah er, seinem Blick nach zu urteilen: Geister. Was haben die fünf Männer da mit den Petterssons gemacht?

Die Petterssons sind zwei Wochen auf Madeira in den Ferien. Das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Die Männer-WG am Pilgrimsvägen ist zu einem gewohnten Bild geworden. Genauso, dass im verschneiten Garten neben dem schwedischen auch ein Schweizer Fähnchen weht.

Ein bisschen Heimat in der Ferne darf sein und darum hat der WG-Freund sogar ein Fondue mitgebracht. Dumm nur: Das Caquelon und ein Rechaud hatten keinen Platz im Koffer. Der blau-gelbe schwedische Möbelriese führt zwar ein Fondue-Set im Sortiment, nur ist die nächste Filiale fast drei Fahrstunden entfernt.

Doch ein Schweizer ohne Käse hat Ideen und Swiss Ski eine gute Seele. Annalisa Gerber führt in Åre das House of Switzerland. Bei ihr werden nicht nur die Schweizer Medaillengewinner gefeiert, bei ihr gibt es für die Gäste aus aller Welt auch ein Raclette oder Fondue. Und für Schweizer Journalisten ein Caquelon und ein Rechaud als Leihgabe.

Annalisa Gerber regelt alles. Sie sorgt dafür, dass sich im House of Switzerland selbst Prinzen wohlfühlen: Der 60-jährige Hubertus von Hohenlohe bestreitet in Schweden seine 13. Weltmeisterschaft und stärkte sich im Schweizer WM-Haus. Und sie rettet die Männer-WG vor der Unterkäsung. Danke! Sonst sässen am Frühstückstisch vielleicht tatsächlich plötzlich Geister. Das wollen wir dem Postboten nicht antun.