Biathlon

Schweizer Frauen-Staffel steht auf dem Weltcup-Podest

Lena Häcki legte den Podestplatz der Schweizerinnen in trockene Tücher.

Lena Häcki legte den Podestplatz der Schweizerinnen in trockene Tücher.

Der Schweizer Frauen-Staffel im Biathlon gelingt beim Weltcup in Östersund ein Coup. Das Quartett mit den drei Gasparin-Schwestern und Lena Häcki holte sich hinter Norwegen den 2. Rang.

Diesmal behielt Lena Häcki die Nerven im Griff, nachdem sie am Donnerstag im Einzel mit drei Fehlschüssen zum Schluss noch den Sieg vergeben hatte. Mit nur einem Nachlader im Stehend-Anschlag blieb die 24-Jährige bis zum Schluss cool.

"Ich hatte den Einzel-Wettkampf noch im Hinterkopf", gestand Häcki. Sie habe diese Niederlage mit der Trainerin Sandra Flunger intensiv diskutiert und sich eine Strategie zurecht gelegt, wie eine ähnliche Situation künftig zu meistern sei. "Diesmal konnte ich nach dem Fehlschuss einen Neustart setzen, die Serie noch sauber durchziehen und danach auch den Nachlader versenken", sagte Häcki.

An Marte Olsbu Röiseland gab es kein Vorbeikommen. Aber im Rücken der Norwegerin hielt die Engelbergerin die Schwedin Hanna Öberg auf der Zielgeraden in Schach. Die Deutsche Franziska Preuss hatte sie schon zuvor distanziert.

Vor einem Jahr war zum Saisonauftakt mit der Mixed-Staffel (2. Rang) erstmals ein Schweizer Team auf dem Weltcup-Podest gestanden. Nun feierte die Frauen-Staffel Premiere. Die Staffeln nicht mit eingerechnet, stand von den Schweizer Frauen erst Selina Gasparin auf dem Weltcup-Stockerl - zweimal als Siegerin, einmal als Zweite. Hinzu kommt Olympia-Silber in Sotschi 2014. Bei den Männern schafften Thomas Frei, Matthias Simmen und viermal Benjamin Weger den Vorstoss in die Top 3. Weger und Jeremy Finello trugen zudem ihren Anteil zum 2. Rang der Mixed-Staffel bei.

Aufholjagd

Der Coup in Schweden zeichnete sich erst bei Rennhälfte ab. Die Startläuferin Elisa Gasparin übergab nach zwei Nachladern an 8. Stelle mit 48 Sekunden Rückstand. Selina und Aita Gasparin schlossen aber dank starker Leistungen im Schiessstand zur Spitze auf. Die Schlussläuferin Häcki übernahm in einer Vierergruppe mit Norwegen, Deutschland und Schweden.

Die Schweizer Frauen wiesen mit nur vier Nachladern das mit Abstand beste Resultat im Schiessstand aus. "Sie haben das grandios gemacht", sagte Flunger. Das Rezept: "Das Ganze mit Spass erledigen und sich nicht unter Druck setzten lassen." In den Staffeln dürfen pro Schiessen drei Patronen von Hand nachgeladen werden, um die fünf Scheiben zu treffen. Ein Nachlader kostet etwa 12 Sekunden. Erst wenn trotz acht Schüssen nicht alles abgeräumt ist, geht es in die Strafrunde. Für eine Schlaufe benötigt die Biathletin circa 25 Sekunden.

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