Swiss League

6:2-Sieg gegen Thurgau nach Rückstand: Der EHC Olten zeigt zwei Gesichter

Der EHC Olten kämpft sich gegen Thurgau mit einem Shorthander-Tor von Stürmer Michael Rudolf zurück in die Partie, beginnt zu überzeugen und gewinnt schliesslich verdient mit 6:2.

Am Ende fallen sich die EHCO-Akteure erleichtert in die Arme, setzen mit einem Lachen im Gesicht zur Ehrenrunde an und lassen sich von den bloss 2475 Zuschauern im Kleinholz feiern.

Mit einem letztlich überzeugenden 6:2-Sieg holt sich der EHC Olten den vierten Heimsieg im fünften Spiel vor eigener Kulisse.

Dabei sah es lange, ja eine geschlagene Ewigkeit, überhaupt nicht danach aus. Zwar startete der EHC Olten noch überzeugend in die Partie, entfaltete sich in den ersten fünf Minuten zum spielbestimmenden Team, bis der HC Thurgau mit einem Konter zur Führung kam (6.).

Sartoris Zweihänder und Rudolfs Shorthander

Einem kurzen Aufbäumen, dem Tor von dem bis dato schwachen Dion Knelsen, folgte aber umgehend der 1:2-Rückstand (16.). Mit dem abermaligen Gegentor rutschte der EHC Olten in eine Passivität und mit dieser gelangte die Stimmung an den Tiefpunkt. Es passte zu diesem Moment, dass der EHC Olten in der virtuellen Livetabelle der Swiss League gleichzeitig sogar unter den Strich rutschte.

Die Unzufriedenheit aus dem Publikum griff allmählich auf das Eisfeld über. Bei den EHCO-Spielern fehlte nicht nur die positive Körpersprache, sondern auch der Kampfgeist, der Biss.

Und von Emotionen war erst gar nicht die Rede. Die Oltner spielten ideenlos und waren vor allem darin bemüht, die Scheibe planlos und ohne Selbstvertrauen in das gegnerische Rund zu spedieren.

Schliesslich nahm der Frust zu. Sinnbildlich dafür mähte Verteidiger Riccardo Sartori den pfeilschnellen Thurgauer Lars Frei hart mit einem Zweihänder nieder, so als würde er mit einem Beil einen Baum fällen wollen.

Daraus resultierte eine Zweiminutenstrafe, die für den EHC Olten Gold wert sein sollte. Denn es kam der grosse Moment von Stürmer Michael Rudolf. Ausgerechnet jener Spieler, der in der Startphase mit einem völlig unkontrollierbaren Pass auf Philipp Rytz den 0:1-Treffer einleitete.

In Unterzahl schnappte sich der US-schweizerische Doppelbürger an der eigenen blauen Linie die Scheibe, trug sie in die offensive Zone, tankte sich durch und spedierte den Puck an der Schulter von Thurgau-Torhüter Janick Schwendener vorbei ins Tor.

Aus dem Nichts war der EHCO mit dem Shorthander-Tor wieder zurück in der Partie! Aus dem Nichts war das Team wieder hellwach und präsent! Nur eine Minute später holte Marco Truttmann spektakulär im Fallen die erstmalige Oltner Führung.

Söderström: «Ich bin stolz auf die Spieler, wie sie das Momentum ausgenutzt haben»

«Rudolfs Ausgleich war ein grossartiges Eishockeytor, aber es war noch viel schöner zu sehen, wie das Team darauf reagiert hat. Plötzlich hatten wir das Momentum auf unserer Seite», bilanzierte EHCO-Trainer Fredrik Söderström.

Nach der 3:2-Führung überlistete Daniel Eigenmann von hinter der Grundlinie Thurgau-Torhüter Schwendener, worauf Schirjajew und Knelsen den Schlusspunkt setzten.

Trainer Söderström: «Ich bin stolz auf die Spieler, wie sie das Momentum ausgenutzt haben. Dieser Sieg ist um einiges wertvoller als drei Punkte», sagte der Schwede, der betonte, dass er mehr erleichtert als glücklich sei.

Denn nicht nur er weiss: Noch längst ist der EHC Olten nicht dort, wo er gerne hin möchte. Die nächste Chance, sich weiter zu rehabilitieren, erhalten die Oltner bereits am Sonntag: um 18 Uhr auswärts bei Aufsteiger Sierre. Welches Gesicht der EHCO wohl in der Grabenhalle zeigt?

Lesen Sie die Partie von Minute zu Minute im Liveticker nach:

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