Swiss League

Das gefürchtete Trio des EHC Olten: Warum Knelsen, Nunn und Horansky so harmonieren

Linker Flügel: Stan Horansky. Center: Dion Knelsen. Rechter Flügel: Garry Nunn.

Linker Flügel: Stan Horansky. Center: Dion Knelsen. Rechter Flügel: Garry Nunn.

Der EHC Olten hat eine überragende erste Sturmlinie. Seit sieben Spielen verbuchen Dion Knelsen, Garry Nunn und Stan Horansky mindestens je einen Skorerpunkt pro Spiel. Eine Suche nach Gründen, warum die drei Stürmer so gut harmonieren.

#91, #89, Topskorer – es sind die Rückennummern und Vermerke, die nach Toren des EHC Olten derzeit am häufigsten von den Schiedsrichtern in allen möglichen Konstellationen in das Kabäuschen gemeldet werden, um Skorerpunkte gutschreiben zu lassen.

Die Rede ist von Stan Horansky, Garry Nunn und Dion Knelsen, die sich auf dem Eis gefunden haben, Verantwortung übernehmen und das Team auf die erfolgreiche Schiene hieven. Auch zur Freude von Trainer Fredrik Söderström: «Es macht grossen Spass, ihnen zuzuschauen. Sie sind die anführende Linie, die wir brauchen. Sie haben grosses Selbstvertrauen, übernehmen Verantwortung und gehen mit gutem Beispiel voran. Und wenn es ihnen läuft, setzt das auch bei den anderen Spielern Energien frei.»

Horansky am Ursprung der Skorer-Serie

Dass das gefürchtete Trio ziemlich erfolgreich die gegnerischen Verteidiger schwindlig spielt, ist nicht nur unübersehbar, sondern auch statistisch zu belegen: Seit nicht weniger als sieben Partien verbuchen jeweils alle drei Stürmer mindestens einen Skorerpunkt pro Spiel, in Ausnahmefällen sogar bis zu vier (siehe Statistik).

Die Skorerwerte des EHCO-Topsturms mit Knelsen, Nunn und Horansky

Besonders spannend ist dabei, dass Stan Horansky am Ursprung dieser Serie liegt. Wegen seiner langwierigen Hüftverletzung bestritt er erst im 18. Saisonspiel seine erste Meisterschaftspartie. Da spielte der Slowake mit Schweizer Lizenz noch nicht an der Seite der Importspieler. Doch in der Folge setzte Trainer Söderström auf das Trio.

Es dauerte lediglich zwei weitere Spiele, bis die Harmonie einsetzte. Fortan kam nicht nur Horansky in der Saison an, sondern auch Dion Knelsen und Garry Nunn steigerten sich zu den erwarteten Teamstützen. «Noch heute kann ich meinen Saisonstart, aber auch unseren als Team, nicht wirklich nachvollziehen. Ich weiss nicht, woran es lag. Es war auf dem Eis bloss eine einzige Suche, wo sich gerade der Puck befand», erinnert sich Dion Knelsen.

Garry Nunn, der zwischenzeitlich von zwei Verletzungen zurückgeworfen wurde, sagt rückblickend: «Ich glaube, das war mein schlechtester Saisonstart, seit ich überhaupt Eishockey spiele.» Knelsen: «Aber wir wussten, dass das Potenzial in uns schlummert. Wir blieben immer positiv.» Schliesslich fanden sie nach einigen Anpassungen als Team aus dem Tief.

Söderström sieht nicht erst seit heute in jedem der drei erfahrenen Stürmer einen kompletten Spieler mit herausragenden persönlichen Eigenschaften, welche wiederum auch den anderen beiden Sturmkollegen zugutekommen.

«Garry ist ein sehr, sehr schneller Rechtsschütze mit gutem Abschluss. Dion ist der smarte, verantwortungsbewusste Center, der das Spiel exzellent vorauslesen kann. Und dann noch Stan – ich bewundere immer wieder seine Fähigkeiten mit dem Puck am Stock», schwärmt Söderström.

Die Anzahl Puckverluste deutlich reduziert

Der EHC Olten hat seit vielen Jahren wieder einen unterhaltsamen Topsturm mit zwei überzeugenden Ausländern sowie einem überragenden Schweizer Akteur, der sich und die Imports bestens in Szene setzen mag.

Haben die drei ein bestimmtes Rezept? Das gebe es wohl nie, weiss Stan Horansky. Das Beste sei, nicht zu viel darüber nachzudenken, sonst sei der Höhenflug schneller wieder zu Ende als ihnen lieb sei, witzelt er.

Etwas analytischer spricht Dion Knelsen – und gibt die Blumen weiter: «Ich denke, die Flügel sind sehr gut im Jagen von Pucks. Sie graben viele Scheiben aus, womit wir viele Chancen kreieren.»

Aber eigentlich würden sie es auch aus der Defensive heraus gut machen. «Von hinten bis nach vorne haben wir die Anzahl Scheibenverluste deutlich reduziert. Wir tragen viel mehr Sorge zum Puck, woraus sich mehr Chancen ergeben», weiss Knelsen.

Und Garry Nunn fügt hinzu: «Wir sind mittlerweile nahe am Punkt angelangt, bei dem wir uns fast schon blind verstehen und wissen, wo der andere steht. Es macht einfach grossen Spass.»

Verrückt sei, dass derzeit vieles zusammenpasse, sie aber trotz allem noch viel Luft nach oben hätten, sagt Knelsen. «Wir sitzen nach den Spielen sehr oft in der Garderobe und müssen eingestehen, dass wir noch viel effizienter hätten sein müssen.»

Dass der EHC Olten aber nicht nur Horansky, Knelsen und Nunn sind, zeigt die Statistik, wie stark die Teams abhängig sind von ihren Ausländern. Mit 13,6 Prozent und 9,1 Prozent aller 242 EHC-Olten-Skorerpunkte befinden sich Knelsen und Nunn im Mittelfeld aller Imports. Ein Wert, der zu bedeuten hat, dass auch noch andere Spieler im Team skoren können.

Verteidiger Daniel Eigenmann sagt: «Eine Linie mit Ausländern, die skort, tut jedem Team gut. Es fühlt sich gut an. Denn wir wissen, dass von ihnen viel Power kommt und sie uns mitreissen können. Das nimmt anderen Spielern etwas Druck weg, die dann leichter aufspielen können.»

Topskorer und Assistenzcaptain Dion Knelsen streicht heraus: «Das Ziel muss sein, dass wir zum Team werden, gegen das niemand spielen möchte. Und wir sind als Team auf bestem Weg dazu.»

Die Abhängigkeit der Swiss-League-Klubs von ihren Ausländern

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