EHC Olten
Das grosse Erwachen der Powermäuse

Mit einem starken 4:2-Sieg daheim im Kleinholz verkürzten die Oltner die Serie im Playoff-Halbfinal gegen Ajoie auf 2:3. Der EHCO scheint ein Rezept gegen die Paradelinie der Jurassier gefunden zu haben.

Michael Forster
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Kevin Huber sagt über den EHC Olten: «Wir sind endlich aufgewacht.»

Kevin Huber sagt über den EHC Olten: «Wir sind endlich aufgewacht.»

Alexandra Wey

So manch einer dürfte sich nach dem Auftritt vom Sonntag der Powermäuse die Augen gerieben haben. Zwei Tage zuvor in der Ajoie noch auf absolut verlorenem Posten, kehrten die Oltner auf eindrückliche Art und Weise in die Serie gegen die Jurassier zurück. Die phasenweise totale Verunsicherung wurde gegen die Überzeugung getauscht, gegen einen zwar starken, aber keinesfalls übermächtigen Gegner doch noch das bessere Ende für sich behalten zu können.

Wenn es aus dem frappant verbesserten Auftritt ein paar Punkte speziell herauszupicken gilt, dann ist dies zum einen, dass man endlich ein Rezept gegen die Paradelinie der Jurassier gefunden hat. Am Sonntag noch an allen sechs Treffern beteiligt, konnte deren Wirkung stark eingeschränkt werden. Hazen, Devos und Barras fielen zwar immer noch auf, blieben aber ohne einen einzigen Scorerpunkt.

Erreicht wurde dies mit einem viel konsequenteren Auftreten als im bisherigen Verlauf dieser Serie. Endlich wurden die Checks auch von den Oltnern fertiggemacht, was gegen diesen physisch starken Gegner die Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt eine Chance zu haben. Auffallend auch, wie die Gastgeber ihre blaue Linie dichtmachten und praktisch keine Angriffe durch die Mitte zuliessen. Brachen die Gäste dennoch einmal durch, war Kevin Huber, welcher anstelle von Matthias Mischler als Nummer 1 im Tor stand, ein sehr sicherer Rückhalt. Huber strahlte Ruhe und Sicherheit aus und musste sich einzig durch einen unglücklichen Ablenker Cédric Schneuwlys sowie einem Treffer Ramon Diems (als direkte Auswirkung des soeben abgelaufenen Überzahlspiels) bezwingen lassen. Zusammen mit Philipp Wüst, welcher die ersten zwei Tore für die Oltner erzielte, avancierte die neue Nummer 1 so zum Matchwinner.

Auf der Energiewelle

«Wir sind endlich aufgewacht», fasste Huber den Wandel innerhalb der Mannschaft kurz und deutlich zusammen, «nach dem Spiel ist eine richtige Energiewelle durch die Garderobe geschwappt. Wir haben in den letzten Spielen alles andere als solid gespielt.» Manchmal brauche es ganz einfach einen gewissen Impuls, meinte er zum Wechsel an der Bande, und auch die Rochade auf der Goalieposition habe, wer weiss, einen ähnlichen Effekt gehabt. «Es hat ja nicht an Matthias gelegen, dass wir verloren haben. Aber nach einem solchen Wechsel geht automatisch ein Ruck durch die Mannschaft.»

Giacomo Casserini (links) kämpft gegen Shayne Wiebe um den Puck.
5 Bilder
Heute ohne Chance: die Mannschaft vom EHC Olten.
Romano Pargaetzi (links) gegen Stefan Mäder und Matthias Mischler im Hintergrund.
Steven Barras (vorne) scheitert an Christopher Bagnoud (mitte) und Kevin Huber (hinten).
HC Ajoie - EHC Olten, NLB Playoff-Halbfinale, Spiel 4

Giacomo Casserini (links) kämpft gegen Shayne Wiebe um den Puck.

André Grossenbacher